17.05.2016

Paradiese für Paare Heiraten im Ausland: Schnell, unbürokratisch und einfach!

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Heiraten – am liebsten sofort und ohne großen bürokratischen Aufwand? In einigen Ländern sind die Eheschließungs-Gesetze wesentlich unkomplizierter als hierzulande. Und Geld lässt sich sogar auch noch sparen.

Las Vegas: Der Klassiker für Blitzhochzeiten

Fast Hunderttausend Paare lassen sich jedes Jahr in Las Vegas trauen. Die Spielerstadt ist voll von Wedding-Chapels im Glitzer-Kitsch und Elvis-Schick. Um in einer von ihnen heiraten zu können, braucht das Paar nicht mehr als gültige Reisepässe und die Fähigkeit, „I do“ zu formulieren. Die Lizenz zum Ja-Sagen holt man sich in einem Marriage Bureau ab, wo ohne Voranmeldung gegen eine kleine Gebühr von ungefähr 80 Dollar lediglich mündlich versichert, dass man unverheiratet ist.

Geburtsurkunden oder andere Dokumente sind nicht nötig. Danach kann es auch schon losgehen. In der Hochzeitskapelle braucht es natürlich einen volljährigen Trauzeugen, der notfalls auch gestellt werden kann. Zurück in Deutschland geht es allerdings nicht ganz ohne Behördengänge. Die mitgebrachte Heiratsurkunde muss nämlich nachträglich anerkannt werden. Das kann aber auch durchaus seine Vorteile haben. Machmal zeigt sich nach dem Abklingen des Rausches, dass die Ehe eine nicht so gute Idee war. Und falls doch, ist der gemeinsame Gang zum heimischen Standesamt auch noch zu bewältigen.

Heiraten in Dänemark: Keine Hürden für binationale Paare

In Europa gilt Dänemark als das Hochzeitsparadies schlechthin. Nicht im romantische Sinne, sondern weil die einzigartige Gesetzgebung viel Stress und Nerven erspart. Speziell binationalen Paaren werden in Dänemark keine Steine in den Weg gelegt, während die bürokratischen Hürden in Deutschland den Heiratswunsch von zwei Menschen unterschiedlicher Herkunft schnell zur Tortur werden lassen. Das gilt übrigens auch für gleichgeschlechtliche Ehen, die in Dänemark gesetzlich voll anerkannt sind. Sogar kirchliche Trauungen sind hier für homosexuelle Paare kein Problem.

Auch gibt es keine vorgeschriebenen Wartezeiten, sodass eine Anmeldung wenige Tage vorher ausreicht. Mitzubringen sind gültige Pässe, die jeweiligen Meldebescheinigungen aus dem Heimatort und Geburtsurkunden. Mittlerweile gibt es zahlreiche Agenturen, die Blitzhochzeiten direkt hinter der Grenze möglich machen, auf Wunsch auch in deutscher Sprache. Morgens hin, abends verheiratet zurück. Und das für teilweise ingesamt unter 200 Euro. Eine in Dänemark geschlossene Ehe ist weltweit rechtsgültig und damit auch in Deutschland anerkannt. Gleichgeschlechtliche Trauungen werden allerdings gesetzlich automatisch als eingetragene Lebenspartnerschaft behandelt. Doch sobald man dänischen Boden betritt, gilt man wieder als vollwertiges Ehepaar.

Jamaika: Unbürokratische Hochzeit und Traum-Flitterwochen in einem

Jamaika macht es heiratswilligen Ausländern ebenfalls relativ einfach. Nicht-Jamaikaner müssen sich vor der Eheschließung mindesten 24 Stunden im Land aufgehalten haben. Neben Pässen, Geburtsurkunden und gegebenenfalls ein beglaubigtes Scheidungsurteil bzw. Sterbeurkunde des verstorbenen Ehepartners für Verwitwete, braucht es nur noch eine Heiratslizenz, die beim jamaikanischen Justizministerium beantragt wird.

Diese wird in der Regel direkt am nächsten Tag ausgehändigt. Ist das geschafft, steht einer romantischen Strandhochzeit mit anschließenden Flitterwochen nichts mehr im Wege. Kirchliche Trauungen sind allerdings nur für Paare evangelischer Konfession möglich. Die anschließend vom jamaikanischen Außenministerium beglaubigte Heiratsurkunde ist in Deutschland voll anerkannt. Viele Hotels auf Jamaika haben sich auf Hochzeits-Tourismus spezialisiert und sind natürlich bei den vergleichsweise unbürokratischen Vorbereitungen sowie des Arrangements der perfekten Zeremonie behilflich.

Ähnlich unkompliziert verhält es sich übrigens auch auf den Fiji-Inseln, den Seychellen, auf Bali oder auf Sansibar .

Sonnig, schnell und günstig: Hochzeit in Gibraltar

Eigentlich ist es in Spanien für Nicht-Staatsangehörige nahezu unmöglich zu heiraten. Einzige Ausnahme bildet das britische Überseegebiet Gibraltar, das mit seinen gerade mal 7 Quadratkilometern zwar irgendwie zu Spanien gehört, aber weiterhin als britische Kolonie angesehen wird. Die Bewohner wollen das so. Daher gilt am südlichsten Zipfel des europäischen Festlandes das Ehegesetz nach britischer Rechtsprechung, was bedeutet, dass die hier ausgestellten Heiratsurkunden überall auf der Welt gültig sind. Zwar bedarf des der üblichen Dokumente und es sind ausschließlich nur standesamtliche Trauungen möglich, doch dauert die Abwicklung aller Formalitäten in der Regel nicht länger als 24 Stunden.

Wer sich keine große Feier leisten kann oder möchte, muss mit nicht mehr als insgesamt 150 Euro Gebühren rechnen. Den romantischen Sonnenuntergang am Strand gibt es kostenlos obendrauf.

Weil Gibraltar mit seiner schroffen Felsenküste zudem ein herrlich mediterranes Klima bietet, gilt die Mini-Kolonie seit Jahrzehnten als unkomplizierter Wedding-Hotspot. Diese Vorteile nutzen auch John Lennon und Yoko Ono, die sich hier im März 1969 das Ja-Wort gaben. Anschließend ging es für das prominente Peace-Paar in die Flitterwochen nach Amsterdam, wo es ihr berühmtes öffentliches Happening im Hotelbett des Hiltons abhielt.

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