09.05.2017

Debatte im Internet Muttertag: Abschaffen oder reformieren? - #muttertagswunsch

Im 21. Jahrhundert wünschen sich Mütter zum Muttertag lieber mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung anstatt Blumen.

Foto: ©Imago/Hindustan Times

Im 21. Jahrhundert wünschen sich Mütter zum Muttertag lieber mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung anstatt Blumen.

Wie viele Mütter am 12. Mai zum Muttertag wohl wieder Blumensträuße bekommen? Dazu wird heiß diskutiert unter dem Hashtag #muttertagswunsch!

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Mai werden alle Mütter auf der Welt gefeiert – einfach nur, weil sie Mütter sind. Zu verdanken haben sie das der Amerikanerin Ann Maria Jarvis, die ihrer verstorbenen Mutter zu Ehren den „Muttertag“ einführte. Das war 1907. Seitdem ist viel Zeit vergangen. Mütter haben sich von Hausfrauen, die sich ausschließlich um Kinder und Küche kümmern, zu hart arbeitenden, teilweise alleinerziehenden Frauen entwickelt, die mit Blumen und Schokolade nicht mehr wirklich viel anfangen können.

Geschenke ja, aber die richtigen

Ohne Frage: Eine kleine Aufmerksamkeit hier und da hat jeder gern und jeder wird gern für sein Tun wertgeschätzt – in diesem Fall für die Kinder da sein, sie erziehen und sich um sie sorgen. Doch Frauen im 21. Jahrhundert brauchen mehr. Sie brauchen Unterstützung, vor allem politische und gesellschaftliche.

>> So wird der Muttertag zu einem besonderen Tag für Mama

Im letzten Jahr wurde eine regelrechte Welle losgetreten, die sich ganz klar an die deutsche Politik richtete. Unter dem Hashtag #muttertagswunsch posteten unzählige Frauen und Mütter Statements, die ihre teilweise prekäre Situation nur allzu deutlich machte – und tun es bis heute, unermüdlich.

Hier die Tweets zum #muttertagswunsch:

Klare Statements

Cornelia Caviglia schrieb beispielsweise: „Ich brauche keine Blumen und keine Pralinen. Ich will nicht die ganze Last alleine schultern müssen.“ Berit will flexible Arbeitszeiten bei Kinderkrankheiten statt Massagen. Oder das Fernsehmagazin FrauTV meldet: „Ich will keine Pralinen, sondern dieselben Karrierechancen wie Männer!“

Das neue Rollenbild

Clivia Koch, Vorstandsmitglied von Alliance F, dem Bund Schweizerischer Frauenorganisationen, erklärt gegenüber dem Online-Portal „20 Minuten“: „Der Muttertag passt nicht ins neue Rollenbild der Mutter.“ Was früher war, trifft heute mittlerweile kaum noch zu. Die Frau bekommt Kinder, kümmert sich um den Haushalt und bekocht den arbeitenden Ehemann. „Dabei machen auch viele junge Männer heute den Haushalt und kümmern sich um die Kinder.“ Der Wunsch nach der Abschaffung des Muttertags ist demnach groß. Oder vielleicht sollte man ihm einfach ein neues Image verpassen... was meinen Sie?

>> Feminismus zu verkaufen

Mehr zum Thema Muttertag

Seite