13.04.2016

Reiseziel 2016 Island: Schlauer reisen mit dem „Diplom“ der Iceland Academy

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Reiseziel 2016 Island

Foto: © Inspired by Iceland

Reiseziel 2016 Island

Island ist als Reiseziel so beliebt wie nie. Mehr als 1,7 Millionen Besucher werden für 2016 erwartet. Jetzt gilt es nicht nur mit dem großen Ansturm zurechtzukommen, sondern auch die Gäste besser auf das Land vorzubereiten – mit einer ungewöhnlichen, dazu noch humorvollen Idee.

Noch bis vor zehn Jahren spielte Tourismus auf Island eine eher untergeordnete Rolle. 2006 interessierten sich gerade mal etwas mehr als 400.000 Besucher für die abseits gelegene Insel. Für dieses Jahr werden mehr als 1,7 Millionen Gäste erwartet. Keine leichte Aufgabe für ein Land, dessen knapp 333.000 Bewohner traditionell mehr Erfahrung im Fischfang als mit Touristen haben.

„Alles wächst rasant schnell, sodass immer mehr Isländer in die Tourismusbranche wechseln. Obwohl sie beruflich einen ganz anderen Hintergrund haben“, sagt Karen Möller Sívertsen, Managerin von Promote Iceland.

Schuld an dem Hype wird gerne dem Ausbruch des Vulkans Eyjafjallajökul gegeben, der 2010 Island plötzlich weltweit bekannt machte. Hinzu kam 2008 die Finanzkrise, welche dafür sorgte, dass es Island nicht mehr unverschämt teuer, sondern nur noch extrem teuer ist. Filme wie Herr der Ringe und Serien wie Game of Thrones taten ihr Übriges und entfachten eine neue Sehnsucht, nach unberührten, wilden und magischen Welten.

Donnernden Wasserfälle, zischende Geysire, zerklüftete Vulkanlandschaften, blau leuchtenden Gletscher, gekrönt durch tanzende Polarlichter bei Nacht verzaubern. Genauso wie die vielen Sagen und Mythen, die sich um die gesamte Insel ranken. Bei all den Entzauberungen, die auf der Welt bereits stattgefunden haben – wem könnte man es verübeln, Island erleben zu wollen?

So empfindlich ist Islands Ökosystem

Wie die Vergangenheit allerdings schon so oft gezeigt hat: Ist ein neues Paradies einmal entdeckt, wird es meist schnell vernichtet. Abgestorbene Korallenriffe und vermüllte Strände zeugen beispielweise in der Pazifikregion davon, dass weder die jeweilige heimische Regierung noch die Touristen es mit dem Umweltschutz allzu Ernst genommen haben. Islands einmaliges Ökosystem ist nahezu unangetastet, doch durch seine geographische Lage besonders verletzlich. Bestimmte Moose, die Hunderte Jahre brauchen, um zu wachsen, sind beispielsweise so empfindlich, dass bereits ein gedankenloser Tritt sie unwiederbringlich zerstören. „Island ist ein pures und reines Land. Wir müssen dafür sorgen, dass es so bleibt. Auch mit den vielen Menschen.“

Was man vor der Reise über Island wissen sollte

Zwar mangelt es den Isländern an Erfahrung, allerdings nicht an Kreativität und Humor. „Iceland Academy“ lautet ihre neuste Idee, Touristen über ländliche Gepflogenheiten und Verhaltensregeln zu informieren. Das erst seit wenigen Wochen freigeschaltete Online-Tool versteht sich als spielerisches Angebot, Besucher mittels kurzer Themen-Videos auf ihre Reise vorzubereiten. Dabei handelt es sich keineswegs um trockene Erklär-Bär-Filmchen, sondern um lustige, mitunter slapstickartige Darbietungen isländisches Fach- und sogar Geheimwissen: Wie vermeide ich peinliche Situationen in den heißen Quellen? Wie komme ich in die entlegensten Ecken der Insel? Welche Reisezeit passt zu mir? Wie fotografiere ich Polarlichter? Wer rettet mich, wenn ich verloren gehe oder was sind die schlimmsten Umwelt-Sünden?

Nach jedem Film kann man anhand eines Multiple Choice Tests beweisen, dass man ein gelehriger Schüler ist. Am Schluss gibt’s ein schickes Diplom und natürlich die Chance, eine eine „Klassenfahrt“, sprich Reise nach Island zu gewinnen. „Wir wollen auf die lustige Art unseren Gästen wichtiges Vorwissen vermitteln. Wir glauben nämlich, dass sich niemand mit Absicht falsch Verhalten möchte“, erklärt die Promote Iceland Managerin.

Goldgräberstimmung trotz ungewisser Zukunft

Zweifellos glauben die Isländer an das Gute im Menschen und mit Sicherheit unterscheidet sich ihr Besucher-Klientel deutlich vom typischen Ballermann-Touristen. Doch selbst 1,5 Millionen edle Reisende hinterlassen ihre Spuren, produzieren Müll, Abgase und Lärm. Sie alle wollen irgendwo übernachten, Abenteuer erleben und sind bereit, dafür Geld auszugeben. Das sorgt besonders unter den jungen Einheimischen für Goldgräberstimmung. „Der Bau von neuen Hotels sorgt momentan für viele Konflikte. Fast täglich macht zudem irgendwo eine neue Attraktion auf.“ Die Älteren dagegen befürchten, dass sich das Land übernimmt. Niemand weiss, wie Island den wachsenden Ansturm in Zukunft meistern wird, muss auch Karen Möller Sívertsen zugeben.

Ob nun mit oder ohne Island-Diplom im Gepäck – Besucher, die sich immer noch während der kommenden Hochsaison als einsame Beobachter berühmter Naturspektakel wähnen, empfinden vermutlich andere Touristen als die schlimmste Umweltverschmutzung von allen. Vielleicht bedarf es diesbezüglich eines ergänzenden Videos, welches ebenso lustig, aber ehrlich auf auf etwaige Enttäuschungen hinweist. Und was die Academy auch weiß: Es gibt sie noch, die wilden, abgeschiedenen Orte, an denen die echte Mystik alter Heldensagen zu spüren ist. Man muss nur den richtigen Kurs belegen.

Die Videos der „Iceland Academy“ (mit deutschen Untertiteln) sind derart witzig und herzlich konzipiert, dass es sich auch ohne Reise-Absichten lohnt, ein Diplom zu machen. Hier geht’s zum Kurs: http://inspired.visiticeland.com/academy

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