15.03.2016

Geschichtsstunde Was ist Ostern? - Über Ursprung, Bräuche und Symbole

Foto: © iStock / gremlin

Während die meisten Ostern mit der Ostereiersuche verbinden, bedeutet die Zeit für gläubige Christen den höchsten Feiertag im Gedenken an Jesus.

Am Tag seiner Auferstehung finden vielerorts Prozessionen und Ostermessen statt, geweihte Osterfeuer brennen, an denen Gläubige Osterkerzen entzünden. Doch welcher Zusammenhang besteht zwischen diesen christlichen Ritualen, bunten Eiern, hoppelnden Hasen und frühlingsfrischer Osterdeko?

Wir erklären die Ursprünge, Bräuche und Ostersymbole

Ursprung

Das Osterfest, so wie wir es heute feiern, hat mehrere Wurzeln. Im Vordergrund steht heute jedoch das Gedenken der Auferstehung Jesu. Das ist das zentrale Ereignis im Christentum. Gleichzeitig erinnert das christliche Osterfest daran, dass der Tod im christlichen Glauben auch ein Neuanfang ist. Damit steht es in enger Verbindung zu den heidnischen Frühlingsfesten aus vorchristlicher Zeit, die das Erblühen der Natur feiern.

Frühlings- und Fruchtbarkeitsfeste kannten schon antike Völker: Zum Frühlingsanfang weckten sie die Natur und zelebrierten allerlei Rituale, um die Sonne und damit das Wachstum auf die Erde zu holen. Nicht zuletzt wurzelt das heutige Ostern auch im Pessachfest der Juden, dem Gedenken an die Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei (Exodus).

So ist unser Osterfest eine Mischung aus uralten Traditionen, die mit christlichem Glauben gefüllt wurden.

Ostereier

Die berühmtesten Ostersymbole sind die bunten Eier. Wie die meisten volkstümlichen Bräuche ist der Ursprung nicht mehr ganz genau nachzuvollziehen. Eine Theorie ist die Verbindung zur 40-tägigen Fastenzeit, die am Karsamstag endet. Alle Eier, die die Hühner während der dieser Zeit legten, und die nach christlicher Tradition nicht verzehrt werden durften, wurden zum Haltbarmachen gekocht. Angemalt wurden sie, damit man sie später von den frischen Eiern unterscheiden kann.

Theorie Nummer zwei: In vielen Religionen und Kulturen stehen Eier als Symbol für Wiedergeburt und neues Leben. Schon in der Zeit der heidnischen Frühlingsfeste wurden sie verziert und verschenkt.

Osterhasen

Der Osterhase ist das berühmteste Ostertier. Seit dem 17. Jahrhundert hoppelt er mit prall gefülltem Eierkorb auf dem Rücken durch die Ostertage. Der Hase gilt als ein Sinnbild für Fruchtbarkeit und stammt aus dem ehemals heidnischen Frühlingsfest. Zum christlichen Ostergedanken hat er ursprünglich keine Verbindung. Während die Eltern im Frühling die bunten Eier (siehe „Ostereier“) im Garten versteckten, waren auch Hasen auf Futtersuche unterwegs. Deshalb und weil Meister Lampe zudem einfach flinker als eine Henne ist, wurde er zum Eierverteiler erklärt – außerdem legen Hühner schließlich keine bunten Eier, das wussten natürlich auch schon die Kinder.

Osterlamm

Ein anderes Ostertier ist das Lamm. Es ist auf einen Brauch aus dem jüdischen Pessachfest zurückzuführen, an dem traditionell ein Lamm geschlachtet und gegessen wird. Das Fest erinnert an den Auszug aus Ägypten und die Befreiung der Israeliten. In der christlichen Tradition steht das Osterlamm für Jesus und dessen Auferstehung.

Zu Ostern kommt traditionell entweder ein echter Lammbraten oder ein gebackenes Lamm aus Kuchenteig auf die Festtafel. Außerdem werden zur Osterzeit die ersten Lämmer des Jahres geboren.

Eiersuche

Warum werden die Eier versteckt? Zu der Zeit, als der Osterhase als Eierbringer auftauchte, im 17. Jahrhundert, entstand auch der Brauch, die Ostereier zu verstecken. Woher der Brauch genau stammt, ist bis heute unklar. Eine mögliche Erklärung ist, dass die Eier durch das Verstecken und Suchen durch die Kinder einen größeren Wert erhält.

Osterfeuer

Das Osterfeuer wurde schon zu heidnischer Zeit als Frühlingsfeuer entzündet und verehrt. Als Symbol für Wärme, Wachstum und Fruchtbarkeit sollten die großen Feuer zum Frühjahr die Sonne auf die Erde locken. Dieser Brauch ging in die christliche Ostertradition über.

Osterkerze

Das kleine Feuer der Kerze steht für das Licht des Lebens, genauer: für das Leben Jesu, der den Tod überwunden hat. Bereits im 4. Jahrhundert entstand die Tradition der Osterkerze im Christentum.

In der Nacht von Karfreitag auf Ostersamstag wird die Osterkerze am Osterfeuer entzündet und dann in einer Prozession in die Kirche getragen. An der Osterkerze entzünden die Gläubigen weitere Kerzen. Das Erleuchten der dunklen Kirche mit Kerzen versinnbildlicht das Lichtwerden auf Erden mit der Auferstehung Jesu.

Bleibt nur noch eine Frage:

Was haben eigentlich die Osterinseln mit Ostern zu tun?

Ganz einfach, die Inselgruppe im Pazifik, die für ihre riesigen, mysteriösen Steinköpfe berühmt ist, wurde zufällig an einem Ostersonntag von einem niederländischen Seefahrer „entdeckt“. Das war im Jahr 1722. Selbstverständlich waren die Inseln schon früher besiedelt – von Polynesiern, die die Moai-Statuen erbaut hatten.

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