26.02.2013 - 00:00

Guatemala - ein Land mit vielen Problemen

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Susanne Heisse hat eine Umweltinitiative ins Leben gerufen, die beispiellos ist. Ohne große Organisation im Rücken, ohne öffentliche Gelder. BILD der FRAU besuchte die Gründerin von "Pura Vida" in Guatemala - und traf eine Frau, die beweist, wie viel ein einziger Mensch mit Mut und Herz bewegen kann.

Sie nimmt uns mit in die Stadt Sololá, 150 Kilometer von der Hauptstadt Guatemala City entfernt. Maya-Frauen verkaufen dort frische Tortillas auf der Straße, die verschiedensten Früchte stapeln und drängeln sich an den Marktständen. „Und trotzdem sind die Kinder chronisch unterernährt“, sagt Susanne Heisse. „Es gibt Mütter, die ihren Säuglingen Cola zu trinken geben statt Milch, weil sie glauben, das wäre gesünder. Viele Kinder ernähren sich komplett von Softgetränken und Chips. Das macht sie krank – und auch weiterer Plastikmüll ist die Folge. Ein Teufelskreis.“


Auf der Ladefläche eines Pickups lassen wir uns von Sololá aus ins Hochland mitnehmen. Und haben wenig später den perfekten Blick auf den Atitlan-See. Faszinierend und erschreckend zugleich: Nur eine Abbiegung weiter steigt Rauch von einem gigantischen Müllberg auf, in dem Kinder mit Stöcken herumstochern. „Das ist der Grund, warum ich nicht au fhören werde zu kämpfen“, sagt Susanne Heisse und ihre wilden Locken fliegen. „Die Kinder hier brauchen mich."


Die Initiative „Pura Vida Atitlan“
Mit dem Öko-Baustein fing 2004 alles an. Inzwischen organisiert Susanne Heisse auch Schulprojekte, Recycling-Feste, entwickelt Ernährungsprogramme und baute mit Experten die erste Recycling-Anlage „San José Chacayá“ im Hochland von Sololá. www.puravidaatitlan.org


Zur Person:
Susanne Heisse wächst in der ehemaligen DDR auf, lernt den Beruf der Handbuchbinderin, arbeitet in Leipzig. Nach einem gescheiterten Fluchtversuch wird sie zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt, 1981 dann auf Druck der Kirche in den Westen abgeschoben. Zehn Jahre wohnt und arbeitet Susanne Heisse in Karlsruhe, wandert dann nach Guatemala aus. Dort lebt sie heute von 250 Euro Entschädigungsrente.



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