30.11.2012 - 00:00

46 Prozent sagen Ein Kleinkind leidet in der Kita

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Kinder sind unsere Zukunft. Doch Deutschland schafft es nicht, allen Kindern für diese Zukunft genug Mut, Bildung und Selbstvertrauen mitzugeben. Anderen Ländern gelingt das besser. Was wir zum Beispiel von Schweden lernen können.

Jede Frau hat das Recht, selbst zu entscheiden, ob und wann sie ihr Kind in eine Kita gibt. Klar. Klar ist allerdings auch: Ist das Elternhaus überfordert, wäre der Nachwuchs in einem guten Kindergarten wohl besser aufgehoben. 46 Prozent glauben aber, dass ein Kleinkind leidet, wenn es nicht bei der Mama ist. In Schweden gibt es diese „Rabenmutter“-Diskussion nicht.


Das haben auch Walther (54) und Jacqueline Plette (43) erfahren: Vor 16 Jahren sind sie nach Schweden ausgewandert. Dort ziehen sie ihre Kinder Henrik (7) und Elin (11) groß. „Beide sind mit einem Jahr in die Kita gegangen - auch, damit ich wieder arbeiten konnte. Das ist hier ganz normal“, sagt Jacqueline Plette. In Erziehungsfragen auch dem Staat zu vertrauen, fällt schwedischen Eltern leichter. Kein Wunder: Ein landesweiter Lehrplan sorgt für gute Förderung schon im Kindergarten. 90 Prozent der Mini-Schweden werden betreut - und lernen so, was sie zu Hause vielleicht verpassen.



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Prof. Jutta Allmendinger ist Soziologin und Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung. Sie kämpft seit Jahren für bessere Bildung.

Sie sagen, Deutschland „sortiere“ Kinder zu früh aus!?
„Ja, wir müssen Kinder länger zusammen lernen lassen - am besten, bis sie 16 sind. Die Forschung zeigt, dass das zu mehr leistungsstarken und weit weniger leistungsschwächeren Kindern führt. Wenn es gelingt, mehr Kinder besser zu bilden, wird der Ertrag hoch sein. Nicht nur wirtschaftlich betrachtet, sondern auch, was Glück und Zufriedenheit angeht.“


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