Aktualisiert: 02.08.2021 - 10:37

Schon wieder Klopapier-Hamsterei? Leere Regale in deutschen Geschäften: Das sind die Gründe!

Och nee, schon wieder gähnende Leere im Regal: In diversen Geschäften in Deutschland finden Verbraucher derzeit statt gewünschter Ware wieder Hinweiszettel über Lieferengpässe. Drei große Gründe gibt's-

Foto: Getty Images/Westend61

Och nee, schon wieder gähnende Leere im Regal: In diversen Geschäften in Deutschland finden Verbraucher derzeit statt gewünschter Ware wieder Hinweiszettel über Lieferengpässe. Drei große Gründe gibt's-

Wenn der Blick aufs leere Toilettenpapier-Regal alte Ängste wachrüttelt: In Teilen Deutschlands fehlt es derzeit an bestimmten Produkten, so finden sich Löcher gähnender Leere im Warensortiment unter anderem bei den Drogeriemärkten dm und Rossmann oder aber bei den Discountern Aldi und Lidl. An Corona liegt's diesmal aber nur teilweise.

Keine Hamster in deutschen Einkaufsläden – zumindest diesmal nicht. Die Gründe für leere Regale in deutschen Geschäften haben nichts mit der Angst vor einem Lockdown zu tun. Dennoch sind so einige Produkte derzeit kaum oder gar nicht erhältlich – darunter mal wieder das verblüffend oft knappe Gut Toilettenpapier.

Leere Regale in den Geschäften: Erster Grund – die Flut

"Aus technischen Gründen sind viele Produkte derzeit nicht lieferbar." So heißt es aktuell etwa in einem Kaufland-Markt in Duisburg, berichtet etwa Chip. Auch in einer dm-Filiale im Westmünsterland hat die Redaktion ähnliche Hinweisschilder entdeckt. Betroffen außerdem: Rossmann, Lidl, Aldi, der Kleidunsghändler Kik und sogar Ikea.

Es fehlt an Produkten wie Toilettenpapier, Zahnpasta oder Shampoo in den Drogerien. Beim Discounter Aldi wiederum musste man Aktionsangebote aus dem Prospekt streichen. Das Ganze hat gleich drei Gründe:

Der erste Grund: Aufgrund der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands kam es zur Flutung mehrerer größerer Lagerräume, die eine weiterführende Logistik schwer bis unmöglich machen, Nachschub gibt es keinen. Betroffen sind vor allem Filialen der Ketten Rossmann, dm und Lidl im Rhein-Main-Gebiet. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass es durchaus mehrere Wochen dauern kann, bis sich die Lage beruhigt.

Zweiter Grund: Der Weltmeer-Handel stockt

Der zweite Grund ist die derzeitige Container-Krise in den Weltmeeren. So wurde etwa kürzlich der viertgrößte Containerhafen der Welt vorübergehend geschlossen: Im Hafen Yantian in China hatte es einen Coronavirus-Ausbruch gegeben.

Betroffen davon ist unter anderem Aldi Süd – so konnten im Prospekt versprochene Bilderrahmen nicht geliefert werden. Aber auch Kik klagt über mangelnde Waren, weil nichts geliefert werden kann. Lieferslots seien ausgebucht, ebenso wie die Container. Auch Rossmann kämpft dem Chef der Drogeriekette, Raoul Roßmann, zufolge mit knappen Fracht- und Containerkapazitäten. Das habe "deutliche Auswirkungen auf den deutschen Handel", zitiert ihn das Handelsblatt.

Dritter Grund: Es fehlt an Rohstoffen

Grund Nummer drei hängt mit dem zweiten Grund zusammen, hat aber seinerseits noch eine andere Ursache, die wiederum verschiedene Begründungen hat: Baumaterialien sind knapp, allem voran Holz.

Es fehlt an Rohstoffen und gleichzeitig auch an Produkten. Letztere kommen durch Frachtrückstände in Fernost nur schwer nach Europa. Erstere sind knapp. Holz ist derzeit teurer als je zuvor. Das bringt sowohl Möbelhersteller in die Bredouille als auch Bauvorhaben ins Wanken. Auch Stahl, Dämmmaterial und Sand sind im Preis stark gestiegen. Das liegt zum einen an einem derzeit herrschenden weltweiten Bauboom – während das Angebot aber knapp ist. Große Welthändler wie Kanada und Russland exportieren derzeit nicht, weshalb Länder wie die USA oder China den europäischen Markt leerkaufen.

Das zeigt sich nun auch bei Möbelherstellern wie Ikea. Aber auch Otto oder Mömax melden "Chip" zufolge Probleme. Wer derzeit also Möbel kaufen möchte, sollte sich auf längere Lieferzeiten von mehreren Wochen bis Monaten einstellen. Entspannung? Bisher nicht in Sicht.

Auch der Fahrradmarkt stockt: Wartezeiten über Monate

Ähnliche Lieferzeiten gibt's währenddessen auf dem Fahrradmarkt, berichten die Bild und die Zeitschriften der Funke Mediengruppe. Monatelang müssen Vorbesteller derzeit auf sogar bereits im vergangenen Jahr bestellte Räder warten, erklärte Hans-Peter Obermark vom Verband des Deutschen Zweiradhandels (VDZ) der Funke-Mediengruppe. Lieferketten seien durch die Pandemie unterbrochen worden. Das dürfte in anziehenden Preisen resultieren. Mit einer Normalisierung rechne die Branche erst Ende 2024 – sollte es nicht noch zu weiteren Lockdowns kommen, so Obermark.

Bevor Sie in Supermarkt, Discounter oder Drogerie vor leeren Regalen stehen: Die Bundesregierung rät der Bevölkerung dazu, gewisse Dinge immer im Haus zu haben. Die Flutkatastrophe und auch die Coronavirus-Krise haben uns erneut gezeigt, wie schnell Ausnahmezustände eintreten können. Damit Hamstern nicht notwendig ist, sollte jeder bestimmte Dinge für Notsituationen im Haus haben. In diesem Rahmen auch wichtig: Das gehört alles in die Hausapotheke!

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