30.07.2021 - 10:17

Klimawandel, Finanzkrise, ... Hätten Sie's gedacht? Das ist das krisensicherste Land der Welt!

Von der Redaktion

Laut einem Forscherteam ist Neuseeland besonders krisenfest. Auch einige andere Orte schneiden gut ab...

Foto: Getty Images/ Matt Champlin

Laut einem Forscherteam ist Neuseeland besonders krisenfest. Auch einige andere Orte schneiden gut ab...

Sie liebäugeln damit, auszuwandern? Ein Forscherteam hat herausgefunden, welche Länder besonders krisenfest sind…

Die Corona-Pandemie mag zwar gerade am meisten Aufmerksamkeit fordern, sie ist aber bei Weitem nicht die einzige Krise: Gerade der Klimawandel ist mittlerweile keine abstrakte Bedrohung der Zukunft mehr, sondern durch Waldbrände, Überflutungen und Extremwetterlagen schon jetzt deutlich spürbar. Und dann gibt es ja auch noch Probleme wie Finanzkrisen, Naturkatastrophen – oder auch die nächste Pandemie… Wohin flüchtet man aber nun, wenn man von all diesen Unliebsamkeiten unbehelligt leben möchte? Am besten ganz weit weg: Laut einer Forschergruppe ist Neuseeland das besonders krisenfest und damit das sicherste Land der Welt.

Klimawandel: Die Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft
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Das sicherste Land der Welt: Warum Neuseeland krisenfest ist

Wissenschaftlern der Anglia Ruskin University in Großbritannien zufolge, hat die steigende soziopolitischer Komplexität der menschlichen Zivilisation zu Störungen des Erdsystems geführt, unter anderem zum Klimawandel. Da die Kapazitäten der Erde begrenzt sind, die menschliche Zivilisation aber immer weiter wächst, werden die Grenzen des Erdsystems zwangsweise an einem bestimmten Punkt überschritten: Das System gerät aus dem Gleichgewicht und es kommt zu einem Kollaps.

Bestimmte Orte könnten aufgrund günstiger Ausgangsbedingungen weniger stark von einem solchen Kollaps getroffen werden. Laut der Studie sind vor allem Inseln in gemäßigten Klimazonen verhältnismäßig krisenfest, da sie durch den Klimawandel weniger stark beeinflusst werden. Als Beispiele dafür führt die Studie Neuseeland, Island, Großbritannien, Tasmanien (ein Bundesstaat Australiens, der vom Festland abgetrennt ist) und Irland auf.

Autonomie ist Trumpf

Doch nicht nur die geografische Lage ist entscheidend: Wichtig ist vor allem, dass die entsprechenden Orte verhältnismäßig autonomen funktionieren und selbst im Falle eines Kollapses weiterhin funktionieren. Eine verhältnismäßig geringe Bevölkerungsdichte ist dabei von Vorteil. Weiterhin zeichnen sich die Länder dadurch aus, dass sie genügend Lebensmittel für die Bevölkerung produzieren sowie ihre Grenzen gegen Massenmigration verteidigen können. Wichtig ist außerdem, dass auch im Notfall ein autonomes Stromnetz sowie gewisse Produktionskapazitäten aufrechterhalten werden können.

Ab nach Neuseeland!

Neuseeland schreiben die Forscher das größte Potential zu, relativ unbeschadet durch etwaige Krisen zu kommen. Gegenüber der britischen Nachrichtenseite The Guardian sagte Aled Jones, einer der Studienautoren: "Wir waren nicht überrascht, dass Neuseeland es auf die Liste geschafft hat." Auch Island, Tasmanien und Irland schnitten gut ab.

Etwas anders verhält es sich hingegen mit Großbritanniens. Zwar habe dessen gutes Abschneiden das Forscherteam erstaunt – schließlich sei die Insel dicht bevölkert, habe seine Produktionskapazitäten weitgehend ausgelagert, sei nicht sonderlich schnell im Bereich der erneuerbaren Energien und produziere aktuell nur die Hälfte der benötigten Lebensmittel selbst. Dennoch habe die Insel "das Potential, Schocks standzuhalten".

Die vollständige Studie finden Sie hier: An Analysis of the Potential for the Formation of 'Nodes of Persisting Complexity'

Der Klimawandel bedroht Gesundheit und Leben der Menschheit – und auch die weiteren Konsequenzen werden schwerwiegend sein: Diese Städte könnte es 2050 nicht mehr geben.

Die Fähigkeit, sich von Krisen zu erholen und im besten Fall sogar gestärkt daraus hervorzugehen, ist auch für Menschen wichtig, auch im Hinblick auf die Corona-Krise. Hier lesen Sie unser Interview mit dem Resilienzforscher Karim Fathi.

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