29.07.2021 - 09:44

Inzidenz weiter wichtig Laut RKI: Die vierte Welle hat begonnen!

Die vierte Welle der Corona-Pandemie hat begonnen. Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts, sprach sich in einem Papier dafür aus, an der Inzidenz als Leitwert festzuhalten.

Foto: imago images/Political-Moments

Die vierte Welle der Corona-Pandemie hat begonnen. Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts, sprach sich in einem Papier dafür aus, an der Inzidenz als Leitwert festzuhalten.

Aufgrund der Delta-Variante steigen die Corona-Zahlen wieder. Das Robert-Koch-Institut hat zum Umgang mit der Pandemie eine klare Meinung…

Eigentlich schien das Coronavirus bereits besiegt – zumindest in den Ländern, die sich über ausreichend Impfstofflieferungen freuen durften. Doch dann kam die Delta-Variante und machte auch diesen einen Strich durch die Rechnung. Seit einigen Wochen steigen die Inzidenzwerte wieder, auch Geimpfte infizieren sich – wenngleich sie in den wenigsten Fällen schwer erkranken. Ein neues Papier des Robert-Koch-Instituts spricht jetzt das aus, was viele schon befürchtet haben, aber niemand so wirklich wahrhaben wollte: Die vierte Welle der Corona-Pandemie hat begonnen.

Corona-Pandemie geht weiter: RKI spricht von vierter Welle

Wie die Bild-Zeitung berichtete, präsentierte der Chef des Robert-Koch-Instituts, Lothar Wieler, dem Kanzleramtschef Helge Braun und den Staatskanzlei-Chefs der Bundesländer bei einer Videokonferenz ein Papier zum weiteren Umgang mit der Corona-Pandemie. Dieses liegt der Zeitung exklusiv vor. Die Botschaft des Dokuments: Corona ist noch nicht vorbei – ganz im Gegenteil. Die vierte Welle der Pandemie hat begonnen.

Tatsächlich lässt sich der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz nicht leugnen: Hatte sie in Deutschland Anfang des Monats noch bei 5 gelegen, liegt sie mittlerweile bereits bei 15 – Tendenz weiter steigend. Doch was bedeutet das in der Praxis? Wird etwa wieder alles dicht gemacht, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz einen gewissen Schwellenwert überschreitet?

Wie aussagekräftig ist die Sieben-Tage-Inzidenz?

Nicht, wenn es nach den Politikern geht. Gesundheitsminister Jens Spahn sagte gegenüber der Bild-Zeitung bereits vor einigen Tagen: "Mit steigender Impfrate verliert die Inzidenz an Aussagekraft." Der Hintergrund dieser Aussage: Wer geimpft ist, kann sich zwar infizieren und trägt so zu einem Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz bei. Da Geimpfte aber nur selten schwer erkranken, ist nicht damit zu rechnen, dass sie die Hospitalisierungs- und die Sterberate nach oben treiben.

In der Vergangenheit forderten einige Experten deshalb bereits die Abkehr von der Inzidenz als Leitwert bzw. die Korrektur der Grenzwerte nach oben. In einem weiteren Papier von Mitte Juli, das der Bild ebenfalls vorliegt, hatte sich selbst das Robert-Koch-Institut dafür ausgesprochen, die "Hospitalisierung als zusätzlichen Leitindikator" mitaufzunehmen. Nun vollzieht das RKI offenbar eine Kehrtwende…

RKI will an Inzidenz festhalten – Ländervertreter nicht

Denn in dem aktuellen Papier verkündet das Robert-Koch-Institut laut Bild-Zeitung, nun doch an der Sieben-Tage-Inzidenz festhalten zu wollen. Sie sei "der früheste aller Indikatoren" und "wichtig, um die Situation in Deutschland zu bewerten und frühzeitig Maßnahmen zur Kontrolle zu initiieren". Das bedeutet: Im Umgang mit der Pandemie würde sich trotz Impfungen nicht viel ändern: Sobald ein gewisser Inzidenzwert überschritten würde, griffen wieder strenge Corona-Maßnahmen.

Die Ländervertreter zeigten sich von diesem Ansatz offenbar nicht begeistert: Offenbar sprachen sich mehrere Teilnehmer der Konferenz dafür aus, die Inzidenz lediglich als "Frühwarnwert" betrachten zu wollen. Die Begründung: Da die Risikogruppen geimpft seien und schwere Krankheitsverläufe bei jüngeren Menschen selten, sei nicht mit einem Anstieg der Krankenhaus-Einweisungen zu rechnen.

Viele befürchten, dass die vierte Welle vor allem Kinder treffen könnte, da diese bislang nicht geimpft werden. Karl Lauterbach appellierte deshalb bereits an die STIKO, die Corona-Impfempfehlung für Kinder zu ändern. Ebenfalls möglich ist, dass es bei einem fortschreitenden Anstieg der Coronavirus-Zahlen zu einem Lockdown für Ungeimpfte kommt.

Grund für die Zunahme an Infektionen ist die ansteckendere Delta-Variante. Sie breitet sich mittlerweile auf der ganzen Welt aus: In Israel infizieren sich auch Geimpfte mit Delta, während die Delta-Variante in Australien auf eine weitgehend ungeimpfte Bevölkerung trifft. In den USA sollen auch Geimpfte jetzt wieder Maske tragen.

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