26.07.2021 - 11:03

Als erstes Land in Lateinamerika Argentinien: Personalausweis ist jetzt ohne Geschlechtsangabe erhältlich

Alberto Fernández: Präsident Argentiniens. Hier gibt es nun den neuen nicht-binären Ausweis.

Foto: Getty Images/NurPhoto / Kontributor

Alberto Fernández: Präsident Argentiniens. Hier gibt es nun den neuen nicht-binären Ausweis.

Alle Geschlechteridentitäten sollen respektiert werden. Einen wichtigen Schritt in diese Richtung geht nun Argentinien mit den neuen Ausweisen.

In Argentinien müssen sich die Bewohner des Landes nicht mehr den Zuordnungen männlich oder weiblich beugen. Die neu eingeführten Personalausweise und Pässe kommen ohne Geschlechterangabe aus. So können nicht-binäre Menschen die Zuordnung X erhalten.

Argentinien: Einführung des nicht-binären Ausweises

Es ist ein wichtiger Schritt in Richtung Geschlechtergleichstellung, den Argentinien da geht, wie euronews.com berichtete. Der südamerikanische Staat führt non-binäre Ausweise ein – und das als erstes Land in Lateinamerika. Das bedeutet, dass Personen sich dort weder für männlich noch für weiblich in ihrem Ausweisdokument entscheiden müssen. Es ist künftig die Angabe X für nicht-binäre Menschen zulässig. Diese Neuerung verkündete Alberto Fernández, Präsident des Landes, bei einer Pressekonferenz in Buenos Aires. "Es gibt andere Identitäten als Mann und Frau, die respektiert werden müssen", so sein Statement zu dieser weitreichenden Veränderung.

Menschen, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zu ordnen, sollen hiermit ein Recht auf Geschlechtsidentität bekommen. Soweit sind noch nicht alle Länder. Neuseeland, Australien und Kanada sind ähnlich aufgestellt. Doch in vielen Ländern gibt es bezüglich der Akzeptanz sexueller Minderheiten noch viel Nachholbedarf. Argentinien ist in dieser Hinsicht jedenfalls schon Vorreiter.

Transsexuellengesetz in Deutschland sollte ersetzt werden – abgelehnt

Und wie sieht es derzeit in Deutschland aus? Den Geschlechtseintrag divers neben männlich und weiblich gibt es schon. Jedoch müssen sich Menschen, die ihr Geschlecht in offiziellen Papieren ändern lassen wollen, fragwürdigen Verfahren aufgrund des Transsexuellengesetzes (TSG) unterziehen. Dazu gehört laut einer Pressemitteilung des Bundestages auch die Vorlage eines ärztlichen Attests. Daher hatte es in der Vergangenheit Gesetzesentwürfe der FDP und der Grünen gegeben, die statt des Transsexuellengesetzes ein Selbstbestimmungsgesetz sahen. Im Mai hatte dies der Bundestag jedoch abgelehnt.

Auch in der Gesellschaft wird ein Leben abseits der traditionellen Geschlechteraufteilung traurigerweise noch nicht immer gebilligt, wie uns eine nicht-binäre Person im Interview erzählte: Als nicht-binäre Person wurde ich schon "genderverwirrter Idiot" genannt.

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