26.07.2021 - 09:37

Coronavirus Droht Ungeimpften bald der Lockdown?

Kanzleramtschef Helge Braun fordert bei steigenden Coronazahlen bei den Freiheiten zwischen Geimpften und Ungeimpften zu unterscheiden.

Foto: IMAGO / Future Image

Kanzleramtschef Helge Braun fordert bei steigenden Coronazahlen bei den Freiheiten zwischen Geimpften und Ungeimpften zu unterscheiden.

Im Herbst könnten möglicherweise Einschränkungen für Ungeimpfte kommen. Was Impfmuffel dann eventuell nicht mehr dürften.

Die Corona-Impfbereitschaft geht zurück, während die gefährliche Delta-Variante auf dem Vormarsch ist. Die Angst vor der vierten Welle im Herbst geht um. Und doch gibt es einfach noch zu viele Menschen, die sich nicht zum Impfen bewegen lassen. Werden sie nun bald Nachteile gegenüber Geimpften haben? Droht also Ungeimpften bald der Corona-Lockdown? Wenn es nach Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) geht, dann ja.

Droht der Lockdown nur für Ungeimpfte?

Für diejenigen, die nicht den Arm für den Piks gegen Corona hinhalten wollten, könnte es bald ungemütlich – wie manche es empfinden, gar unfair – werden, wie focus.de berichete. Denn Kanzleramtschef Helge Braun fordert, dass Geimpfte mehr Freiheiten bekommen sollen als Ungeimpfte, wie er gegenüber der Bild am Sonntag verkündete. Das könnte auch bedeuten, dass sich nur Ungeimpfte in einen Lockdown begeben bzw. Kontakte reduzieren müssten, wenn die Zahlen wieder enorm steigen. Entsprechend wären sie von Restaurant- und Kinobesuchen ausgeschlossen und auch beispielsweise ins Stadion geht es dann für sie nicht mehr.

Denn Braun ist der Meinung: "Der Staat habe die Pflicht, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger zu schützen". Weiter erklärte er: "Dazu gehört ein Gesundheitswesen, das im Winter nicht erneut Krebs- und Gelenkoperationen zurückstellen muss, um Corona-Patienten zu behandeln. Und dazu gehört auch der Schutz derjenigen, die ungeimpft sind."

Auch Gesundheitsexperte Karl Lauterbach schließt sich dieser Meinung an, wie die Deutsche Presse-Agentur berichtete. Es werde "nichts anderes übrigbleiben, als den Zutritt zu Räumen, wo viele Leute eng zusammenkommen, auf Genesene und Geimpfte zu beschränken". Ebenso ist Grünen-Parteichef Robert Habeck von diesem Vorgehen überzeugt. Wie er den Zeitungen der Funke Mediengruppe sagte: "In dem Moment, wo allen Menschen ein Impfangebot gemacht worden ist, sieht Solidarität so aus: Man muss sich nicht impfen lassen, aber kann nicht damit rechnen, dass alle anderen auf ihre Freiheit verzichten, weil man sich nicht hat impfen lassen".

"Verletzung ihrer Grundrechte" – Buschmann gegen Freiheitenbeschränkung von Ungeimpften

Während es Befürworter dieses Plans gibt, gibt es natürlich auch kritische Stimmen. Beispielsweise ist einer von ihnen Marco Buschmann, parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion. Die Freiheiten der Nicht-Geimpften zu verringern hält er für problematisch, wie er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mitteilte: "Natürlich brauchen wir Anreize für eine möglichst hohe Impfquote", doch wenn Geimpfte, Getestete und Genesene in gleichem Maße keine Gefahren seien, dann sei eine unterschiedliche Behandlung dieser nicht akzeptabel, denn "das wäre sonst eine Verletzung ihrer Grundrechte, so Buschmann.

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