Aktualisiert: 20.07.2021 - 18:22

Bei Abzocke drohen Bußgelder Diese Regeln sollen Verbraucher bei "Kaffeefahrten" schützen

Von der Redaktion

Nahrungsergänzungsmittel, medizinische Produkte und Finanzdienstleistungen: All das wird Senioren auf "Kaffeefahrten" angedreht. Doch damit soll bald Schluss sein.

Foto: Getty Images/Robert Alexander / Kontributor

Nahrungsergänzungsmittel, medizinische Produkte und Finanzdienstleistungen: All das wird Senioren auf "Kaffeefahrten" angedreht. Doch damit soll bald Schluss sein.

Ältere Menschen werden auf "Kaffeefahrten" oft abgezockt. Doch neue Regeln sollen dubiose Geschäfte künftig verhindern und Verbraucher schützen.

Vielleicht haben Sie es bei Verwandten schon einmal mitbekommen oder sogar selbst erlebt: Auf sogenannten "Kaffeefahrten" werden vor allem ältere Menschen oft dazu gedrängt, teure Produkte zu kaufen.

Doch diese Geschäftspraktiken sind alles andere als fair – manchmal sogar kriminell. Mit der Abzocke soll nun Schluss sein. Im Bundestag wurden Regeln beschlossen, die Verbraucher bei "Kaffeefahrten" schützen sollen. Was konkret geändert werden soll und wie hoch mögliche Bußgelder ausfallen, erfahren Sie hier.

"Kaffeefahrten"-Abzocke: Diese Regeln sollen Verbraucher schützen

Nicht selten werden vor allem ältere Menschen auf "Kaffeefahrten" oder auch an der Haustür zum Kauf bestimmter Produkte gedrängt. Typisch sind zum Beispiel Nahrungsergänzungsmittel, medizinische Produkte und Finanzdienstleistungen. Sie werden ihnen provokant angedreht, Senioren geraten unter Druck und zahlen häufig für Ware, die sie eigentlich gar nicht wollen.

Nun jedoch sollen die Rechte von Verbrauchern gestärkt werden. Dafür hat der Bundestag Regelungen zur Stärkung des Verbraucherschutzes im Wettbewerbs- und Gewerberecht verabschiedet.

Aufpassen sollten Sie auch bei bestimmten Bezahldiensten: Achtung, Abzocke: So schützen Sie sich vor PayPal-Betrug! Vorsicht gilt auch hier: Mit Rechnungen für Telefonsex-Dienste werden Verbraucher abgezockt!

Bundesjustizministerin kämpft gegen dubiose Geschäftspraktiken

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) sagte dazu: "Es muss endlich Schluss damit sein, dass vor allem ältere Menschen häufig bei sogenannten 'Kaffeefahrten' unter Druck gesetzt und über den Tisch gezogen werden." Mithilfe des neuen Gesetzes werden Verbraucher besser geschützt, so die Politikerin.

Doch wie sehen die neuen Regeln in der Umsetzung konkret aus? Sollten Geschäfte mit Verträgen vor der Haustür oder im Rahmen eines ungebetenen Besuchs in der Wohnung geschlossen werden, muss eine Frist eingehalten werden, ehe der Vertragspartner zahlen muss. Nicht vor Ablauf eines Tages nach der Vertragsunterzeichnung darf erst Geld einkassiert werden. So soll dubiosen Geschäftspraktiken vorgebeugt werden.

Bis zu 10.000 Euro Bußgeld bei Regel-Verstoß

Der Verkauf typischer Produkte auf "Kaffeefahrten" ist künftig sogar komplett verboten. Wenn Verkäufer sich nicht daran halten und trotzdem unlautere Geschäfte machen wollen, wird ein Bußgeld von bis zu 10.000 Euro fällig. Vor der neuen Regelung lag die Geldstrafe bei lediglich 1.000 Euro.

Vor allem für ältere Menschen sind die neuen Regelungen gegen Abzocke auf "Kaffeefahrten" sinnvoll. So wird ihnen weniger Geld aus der Tasche gezogen und Kriminelle haben es schwerer, Verbraucher auszunehmen.

Es wurde auch Betrug bei der Impftermin-Vergabe entlarvt. Auch dreist: Gauner nahmen die Trödelshow "Bares für Rares" als Vorwand, um abzuzocken.

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