Aktualisiert: 19.07.2021 - 18:31

Bloß nicht einfach starten Hochwasser oder Überschwemmungen: Das müssen Sie bei Wasser im Auto wissen!

Starke Regengüsse oder die aktuelle Flutkatastrophe haben zu heftigen Überschwemmungen geführt. Das müssen Sie wissen, wenn Ihr Auto betroffen ist.

Foto: IMAGO / Future Image

Starke Regengüsse oder die aktuelle Flutkatastrophe haben zu heftigen Überschwemmungen geführt. Das müssen Sie wissen, wenn Ihr Auto betroffen ist.

Unwetter toben, Flüsse und Bäche treten über die Ufer. Wenn Überschwemmungen auch Autos betreffen, gibt es eine Menge zu beachten. Von Prüfung des KfZ bis zu Schadenersatz.

Die Flutkatastrophe hält Deutschland weiterhin in Atem. Die schlimmsten Schäden sind die irreparablen, wie gefährdete Menschenleben und Existenzen. Hochwasser führt auch zu hohen Schäden an Gebäuden und Straßen, ebenso Autos sind davon betroffen. Wie verfährt man am Besten, wenn Wasser ins Auto gelaufen ist? Das dürfen Sie auf keinen Fall tun!

Hochwasser oder Überschwemmungen: Das müssen Sie bei Wasser im Auto wissen!

Ob Autos nach eindringendem Wasser noch nutzbar sind oder ein Totalschaden vorliegt, hängt vor allem vom Wasserstand ab und der Frage, ob die teure KfZ Technik nass geworden ist.

Überflutungsschäden werden von der Teilkaskoversicherung gedeckt. Bevor die Versicherung aber aktiv werden kann, gilt es den Schaden einzuschätzen. Der ADAC definiert drei Kategorien, die den Wasserstand im Fahrzeug beschreiben (Wasser bis zum Türschweller, Wasser über Türschweller, Wasser über Scheibenunterkante). Wichtig ist auch, ob die Überflutung während der Fahrt oder bei einem parkenden Fahrzeug eingetreten ist. Schäden am abgestellten Pkw zahlt die Teilkasko-Versicherung, so der ADAC.

Auto mit Wasserschaden auf keinen Fall starten

Der fahrbare Untersatz ist überflutet bzw. Wasser ist eingedrungen? Dann heißt es: Finger weg vom Zündschlüssel! So gehen Sie stattdessen vor: Lassen Sie das Auto an einen trockenen Ort schleppen. Klemmen Sie die Fahrzeugbatterie ab, damit Kurzschlüsse und mögliche Schmorbrände verhindert werden. Eine Gefahr bestehe bei herkömmlichen Zwölf-Volt-Autobatterien nicht, sagt der ADAC. Dennoch sollten Sie vorsichtig sein. Danach sollte der Wagen in eine Werkstatt gebracht werden.

Und was ist bei Wasserschaden in Wohnung und Haus: Welche Versicherung zahlt was?

Wasserstand kontrollieren

Sehen Sie sich nun die Schäden am Fahrzeug an. Dafür kontrollieren Sie, wie weit das Wasser vorgedrungen ist.

Das Wasser stand nur bis unterhalb des Türschwellers? Selbst in diesem Fall sind Schäden nicht ganz auszuschließen. Prozedere: Bringen Sie das Fahrzeug zur Prüfung der Bodenfunktionsbauteile in die Werkstatt.

Das Wasser war schon im Innenraum des Fahrzeugs? Schäden sind dann ziemlich wahrscheinlich. Lassen Sie in diesem Fall alle nassen Bauteile prüfen und bei Beschädigung austauschen. Wichtig: Kontrolliert werden müssen auch versteckte Bereiche wie Bodenbeläge und Hohlräume von Tür- und Seitenverkleidungen.

Tipp: Lassen Sie sich vorher IMMER einen Kostenvoranschlag geben, denn die Schäden werden in der Regel von der Kaskoversicherung reguliert. Deshalb ist es auch wichtig, die Versicherung unverzüglich nach der Feststellung des Schadens in Kenntnis zu setzen.

Hoher Wasserstand im Auto?

Stand das Wasser über der Scheibenunterkante, ist häufig von einem Totalschaden auszugehen. Elektrik, Kabelbäume und Co sind dann wahrscheinlich beschädigt, das Wasser in Motor und Getriebe vorgedrungen.

Was tun? Wer keine Kaskoversicherung besitzt, sollte sich über den Zeitwert seines Fahrzeugs informieren. Die KfZ-Versicherung zahlt üblicherweise den Wiederbeschaffungswert.

Wasser im E-Auto = besondere Gefahr?

Hier gibt der ADAC ein klares NEIN! Denn grundsätzlich gebe es keinen Unterschied zwischen einem Verbrenner und einem Elektroauto. Da alle Stecker und Kontakte sowie die Hochvoltbatterie wasserdicht ausgeführt seien, bestehe kein erhöhtes Stromschlagrisiko. Verfahren Sie bei einem E-Auto also genauso wie bei einem Benziner.

Fazit: Melden Sie den Schaden Ihrem Versicherer unverzüglich und lassen Sie sich über die Details der Schadenregulierung beraten. Auch beim ADAC bekommen Sie weitere Tipps.

Und: Fahren Sie auf keinen Fall durch Hochwasser. Der Grund: In der Regel ist nicht einsehbar, wie tief das Wasser wirklich steht. Normale Autos könnten eine maximale Wassertiefe von 20 bis 25 cm vertragen, höhere Wasserstände können das Fahrzeug zum Stehen bringen und beschädigen.

Überschwemmungen bringen viele weitere Probleme mit sich, zum Beispiel auch gesundheitliche: Diese Infektionskrankheiten drohen bei Hochwasser.

Auch ein Stromausfall kann die Folge von Üerschwemmungen sein: Das sollten Sie tun und vorrätig haben!

Das alles ist nichts gegen die persönlichen Schicksale. Sie wollten helfen, starben dann selbst: Feuerwehrmänner kommen bei Flutkatastrophe um.

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