Aktualisiert: 19.07.2021 - 19:43

Er ernährt sich von Strahlung Warum ein Pilz aus Tschernobyl Forschern Hoffnung bereitet

Von der Redaktion

Im ukrainischen Tschernobyl kam es 1986 zur Atomkatastrophe. Im zerstörten Reaktorblock wurde vor einigen Jahren ein spannender Organismus gefunden.

Foto: Getty Images/Blinoff

Im ukrainischen Tschernobyl kam es 1986 zur Atomkatastrophe. Im zerstörten Reaktorblock wurde vor einigen Jahren ein spannender Organismus gefunden.

Vor 35 Jahren kam es in Tschernobyl zu einer verheerenden Reaktorkatastrophe. Dann fanden Forscher dort vor einigen Jahren einen Pilz, der sich von Strahlung ernährt.

Der 26. April 1986 ist als trauriger Tag in die Geschichtsbücher eingegangen: An diesem Samstag kam es im ukrainischen Tschernobyl zu zwei Explosionen im Atomkraftwerk. Die Folgen waren katastrophal und sind bis heute verheerend. Denn radioaktive Strahlung breitete sich über viele Länder hinweg aus und hat das Leben vieler Menschen zerstört.

Bis heute ist die Reaktorkatastrophe im Gedächtnis geblieben. Doch es gibt auch immer wieder positive Geschichten rund um das Unglück. So haben Forscher zum Beispiel vor einigen Jahren einen Pilz in Tschernobyl entdeckt, der sich von der Strahlung ernährt – und sogar der Raumfahrt und Medizin Hoffnung macht.

Tschernobyl: Dieser Pilz ernährt sich von Strahlung

Doch noch einmal ein Blick zurück: Als der Reaktorblock zerstört wurde, setzte das eine Kette des Unheils in Gang. Weite Gebiete der Ukraine, Russlands und Weißrusslands und sogar Teile Europas wurden verseucht, Anwohner mussten umgehend ihre Heimat verlassen.

In der Folge der nuklearen Katastrophe starben viele Menschen an den Spätfolgen und Krankheiten wie Krebs, die genaue Zahl ist bis heute nicht eindeutig zu ermitteln. Experten halten bis zu 150.000 Tote durch das Unglück von Tschernobyl für realistisch.

Gefährliche Kernspaltung? Im Atomreaktor in Tschernobyl tut sich was... Mehr Informationen haben wir hier zusammengestellt. Und:

Pilz kann Strahlung in Energie umwandeln

Zwar leben mittlerweile rund 100 Menschen wieder in Tschernobyl, doch zahlreiche Häuser und Gebiete gelten bis heute als unbewohnbar. Die Region ist lebensfeindlich. Lebensmittel wie Wildfleisch oder Pilze können noch immer strahlenbelastet sein und müssen überprüft werden.

Umso erstaunlicher, dass Forscher vor einigen Jahren auf einen Pilz gestoßen sind, der von der Strahlung profitiert und diese sogar in Energie umwandeln kann. Der Pilz wurde im Reaktorblock gefunden, also dort, wo es die höchste Strahlenbelastung gibt.

ISS experimentiert mit Eigenschaften des Pilzes

Er ist schwarz und hat nachweislich einen hohen Anteil Melanin. Damit kann er radioaktive Strahlung zersetzen, indem der Pilz die Strahlung absorbiert und in chemische Energie umwandelt. Er ernährt sich gewissermaßen von der Radioaktivität.

Wissenschaftler haben daraus bereits ihre Schlüsse gezogen und wollen sich die Eigenschaften des Pilzes zunutze machen. Wie "stern.de" berichtet, wurde der Pilz bereits auf der internationalen Raumstation (ISS) gezüchtet. Damit soll untersucht werden, ob die Eigenschaften des Pilzes dazu fähig sind, Raumschiffe vor Strahlung im Weltall zu schützen.

In Fukushima kam es vor zehn Jahren auch zur Reaktorkatastrophe. Alles zu Japans Unglück und seinem langen Schatten erfahren Sie hier.

Medizin will Patienten bei Strahlentherapie schützen

Außerdem gibt es auch Pläne in der Medizin. Denn dort sind Menschen auch radioaktiver Strahlung ausgesetzt, etwa beim Röntgen. Doch vor allem Krebspatienten, die eine Strahlentherapie machen müssen, kommen damit in Kontakt. Forscher hoffen, dass der Pilz künftig bei Therapien Patienten besser abschirmen kann vor gefährlicher Strahlung.

So tragisch das Ereignis vor rund 35 Jahren auch war: Zumindest hat es einen Organismus hervorgebracht, der Menschen Hoffnung geben kann. Und wer weiß – möglicherweise schützt der Pilz aus Tschernobyl schon in naher Zukunft in vielen Bereichen vor gefährlicher Strahlung.

Die Reaktorkatastrophe aus dem Jahre 1986 wurde jüngst verfilmt. Lesen Sie hier, warum der Serienhit "Chernobyl" schwer zu ertragen, aber unmöglich zu ignorieren ist.

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