Aktualisiert: 09.07.2021 - 21:26

An die Nachfahren des damaligen Trägers Museum gibt historisches Hemd nach über 100 Jahren zurück

Lange Zeit befand sich das Hemd der Indianer-Legende Chief Daniel Hollow Horn Bear in Frankfurt am Main im Museum. Nun wurde es den Nachkommen dieser historischen Persönlichkeit in den Vereinigten Staaten übergeben.

Foto: Getty Images/Westend61

Lange Zeit befand sich das Hemd der Indianer-Legende Chief Daniel Hollow Horn Bear in Frankfurt am Main im Museum. Nun wurde es den Nachkommen dieser historischen Persönlichkeit in den Vereinigten Staaten übergeben.

Indianer-Legende Daniel Hollow Horn Bear trug zu seinen Lebzeiten ein kunstvolles Lederhemd. Das beweist sogar ein Foto. Das Kleidungsstück befand sich bislang in einem Frankfurter Museum. Nun haben es die Nachkommen des früheren Kämpfers zurückerhalten.

Die uralten Dinge, die im Museum liegen, gehören doch niemandem mehr, außer dem jeweiligen Museum, oder? Nicht immer ist das so. Zwar sind die Besitzer der wertvollen Museumsschätze in der Regel bereits verstorben oder haben dem Museum das Ausstellen gestattet. Doch es kann auch Nachfahren verstorbener Personen geben, die sich an den Erinnerungsstücken sicherlich enorm erfreuen würden. Genau solch eine Freude erlebten nun die Nachfahren eines alten politischen Führers des Teton-Lakota-Volkes, als dessen Indiander-Hemd nach über 100 Jahren von einem Museum zurück in ihre Hände gelangte.

Hemd von Museum nach über 100 Jahren zurückgegeben

Das alte Hemd, um das es geht, gehörte der Indianer-Legende Chief Daniel Hollow Horn Bear, der 1913 starb. Es befand sich zunächst in der Sammlung des American Museum of Natural History und wurde 1908 bei einer Tauschaktion in das Frankfurter Weltkulturenmuseum überführt, wie Tag24 berichtete. Nun hat Duane Hollow Horn Bear das historische Kleidungsstück seines Urgroßvaters zurückerhalten, nachdem er lang nach diesem gesucht hatte.

Für ihn sei das Hemd identitätsstiftend, meint Nordamerika-Kuratorin Mona Suhrbier des Frankfurter Museums und sie merkte schnell, wie wichtig es sei, dass das Hemd dorthin zurückfindet, wo es einst herkam. "Von dem Moment an, als ich ihn vor dem Hemd gesehen habe und hörte, wie er mit ihm gesprochen hat, war mir klar, dass das Hemd zurückgegeben werden sollte", so Suhrbier.

Gedenkstück bei den Nachfahren der Indianer-Legende angekommen

Nun ist das gemusterte Hemd mit der Stickerei mit bunten Glasperlen und dem Lakota-Stern auf dem Ärmel auf der Rosebud Reservation in South Dakota. Michelle Traversie, die Tochter von Chief Duane, ließ die Welt auf Facebook an der Heimkehr des Gedenkstückes teilhaben. Sie erklärte: "Heute ist Geschichte geschrieben worden" und berichtete davon, dass ihr Vater das Hemd ihres Ur-Urgroßvaters, der Kämpfer in den "Indianerkriegen", unter anderem in der populären Schlacht am Little Bighorn, gewesen war, nun der Lakota-Gemeinschaft zeigen konnte.

Und hier lesen Sie noch eine Geschichte, bei der es um eine Rückgabe historisch bedeutungsvoller Gegenstände geht. Nach 15 Jahren Pech: Kanadierin gibt gestohlene Pompeji-Artefakte zurück.

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