Aktualisiert: 09.07.2021 - 20:18

Aktuelle Studie des UNFPA In Europa und den USA: Geburtenrückgang in Covid-Zeiten

Von der Redaktion

Das Wunder des Lebens: Die Zeiten sind unsicher, Eltern überlegen sehr genau, ob sie ein Kind in die Welt setzen können. Das zeigt auch eine aktuelle Studie des UNFPA zur Geburtenanzahl.

Foto: GettyImages/Westend61

Das Wunder des Lebens: Die Zeiten sind unsicher, Eltern überlegen sehr genau, ob sie ein Kind in die Welt setzen können. Das zeigt auch eine aktuelle Studie des UNFPA zur Geburtenanzahl.

Eine aktuelle Studie des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) zeigt, dass die Geburtenzahlen seit Oktober 2020 zurückgegangen sind.

Erst nach und nach werden die Folgen der Corona-Pandemie sichtbar. Eine aktuelle Studie des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA), zeigt einen deutlichen Geburtenrückrang in Covid-Zeiten an. Andere statistische Erhebungen zeichnen ein gemischtes Bild.

Babyflaute oder Babyboom? Diese Frage hätten Experten bis vor Kurzem nicht beantworten können. Immerhin hätte sich das Arbeiten im Homeoffice und die dadurch verbrachte Zeit in Zweisamkeit auch positiv auf die Geburtenrate auswirken können. Wie es aussieht, überlegen es sich Eltern in diesen unsicheren Zeiten jedoch sehr genau, ob sie eine Familie gründen wollen.

Gründe für den Geburtenrückgang in Covid-Zeiten

Am 11. Juli 2021 wird der UNFPA seine aktuellen Studienergebnisse zur internationalen Geburtenentwicklung veröffentlichen. Bereits jetzt ist klar, dass die Zahl der Neugeborenen international teilweise deutlich gesunken ist. "Veränderungen der menschlichen Geburtenrate sind bei neun Monaten Schwangerschaft kurzfristig nie offensichtlich, aber mit Fortdauer der Pandemie wird der Rückgang der Geburtenraten immer deutlicher", zitiert die Deutsche Presseagentur dpa aus der Studie.

Ausgewertet wurden Daten aus 19 europäischen Ländern und den USA. Seit Oktober 2020 sind "starke Geburtenrückgänge" gegenüber den Vorjahresmonaten zu beobachten. In den 15 untersuchten EU-Ländern sank die Zahl der Babys im Oktober um 3 Prozent, im November um 5 und im Dezember 2020 um 8,1 Prozent. Rachel Snow, führende Populationsexpertin des UNFPA, erklärt: "Die meisten Menschen würden in unsicheren Zeiten lieber weniger Kinder haben – und die Frage ist, ob sie die Mittel dazu haben."

Familienplanung: Ein Blick auf die Länder

Auffällig bei den bisherigen statistische Erhebungen zur Geburtenrate sind die nationalen Unterschiede:

  • Nach der landesweiten Statistik der USA wurden im Dezember 2020 insgesamt acht Prozent weniger Kinder geboren als im selben Monat des Vorjahres.
  • Staaten wie Spanien und Frankreich, die vom Coronavirus besonders hart getroffenen wurden, verzeichneten historisch niedrige Zahlen. In Spanien kamen im Dezember 20 Prozent weniger Babys zur Welt als im Vorjahreszeitraum. In Frankreich sanken die Zahlen zwischenzeitlich um bis zu 13 Prozent. Doch im März lagen sie wieder auf dem Vorjahresniveau, im April sogar darüber.
  • In Norwegen, Schweden und den Niederlanden wurden im Dezember 2020 etwa gleich viele Kinder geboren wie ein Jahr zuvor.
  • In Deutschland nahm die Zahl der Geburten im Dezember 2020 und Februar 2021 um knapp ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Prognose zur Geburtenrate

Im Laufe der Zeit, mit sinkenden Corona-Zahlen und immer mehr Erkenntnissen in Wissenschaft und Forschung lernen wir immer besser, mit den aktuellen Umständen umzugehen. Das könnte sich auch auf die Geburtenrate auswirken.

Im Fachblatt "Jama Network Open" wurde kürzlich eine Studie publiziert, die optimistisch in die Zukunft schauen lässt. Darin haben Ärzte des Klinikums der US-amerikanischen Universität Michigan knapp 30000 Schwangerschaften in ihren Akten ausgewertet. "Die Geburtenraten sanken früh in der Pandemie, aber wir erwarten in Kürze einen dramatischen Aufschwung", sagte Studienautorin und Gynäkologin Molly Stout. "Wir sehen bereits die Anzeichen eines Sommer-Babybooms."

Das Coronavirus hat Auswirkungen auf jeden Lebensbereich – kaum hat sich eine Art Normalität eingestellt, bereitet uns schon die Delta-Variante wieder Kopfzerbrechen. Sie grassiert gerade in Portugal, sodass es hieß, Reiserückkehrer müssten 14 Tage in Quarantäne. Da die Feriensaison in vollem Gange ist, fragen sich Urlauber: Folgen andere Länder bald? In Australien ist die Delta-Variante ebenfalls angekommen. Hier trifft das Virus auf eine weitgehend ungeimpfte Bevölkerung. Doch auch in Israel breitet sich die Delta-Variante aus – auch Geimpfte infizieren sich.

Immerhin im Alltag dürfen sich Geimpfte über einige Erleichterungen freuen. Bestimmte Regeln, beispielsweise die Maskenpflicht, gelten allerdings nach wie vor für alle. Ist damit eventuell bald Schluss? Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, fordert das Ende der Corona-Maßnahmen für Geimpfte, sobald jeder in Deutschland die Gelegenheit hat, sich impfen zu lassen.

Weitere Informationen zum Coronavirus hält unsere Themenseite für Sie bereit.

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