Aktualisiert: 05.07.2021 - 17:14

Geldstrafen Karl Lauterbach fordert: Impfschwänzer sollen zahlen

Vor allem die Termine für die zweite Impfdosis werden derzeit häufig verschoben oder nicht wahrgenommen. Karl Lauterbach und das Berliner Rote Kreuz sprechen sich deshalb für eine Geldstrafe für Impfschwänzer aus.

Foto: imago images/IPA Photo

Vor allem die Termine für die zweite Impfdosis werden derzeit häufig verschoben oder nicht wahrgenommen. Karl Lauterbach und das Berliner Rote Kreuz sprechen sich deshalb für eine Geldstrafe für Impfschwänzer aus.

Einfach nicht zur Impfung erscheinen? Das ist zwar nicht gerade solidarisch, bislang aber straffrei. Ändert sich das jetzt?

Immer wieder kommt es vor, dass Menschen einfach nicht zu ihrem Impftermin erscheinen – ohne abzusagen. Gerade für jene, die bereits seit Wochen auf ihre Impfung hinfiebern und es kaum erwarten können, endlich gegen das Coronavirus geschützt zu sein, mag dieses Verhalten zwar unverständlich sein, geahndet wurde es bislang aber nicht. Damit könnte jetzt allerdings bald Schluss sein: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert Geldstrafen für Impfschwänzer. Und damit ist er nicht allein…

Karl Lauterbach will Geldstrafen für Impfschwänzer

In der WDR-Sendung "Aktuelle Stunde" forderte Karl Lauterbach eine Strafe für Personen, die ihrem Impftermin ohne Ankündigung fernbleiben. Er begründete diese Forderung mit der Knappheit des Impfstoffs und der Knappheit der Impftermine: "Menschen, die ihre Impftermine verfallen lassen, ohne sich vorher abzumelden, machen was, was tatsächlich die Impfkampagne beschädigt und drüber hinaus manchmal dazu führt, dass wir Impfstoff wegschmeißen müssen."

Die mRna-Impfstoffe von Biontech und Moderna werden bei Temperaturen von -20 bis -90 Grad gelagert. Einmal aufgetaut und verdünnt können sie nur für begrenzte Zeit bei Kühlschrank- bzw. Raumtemperatur gelagert werden. Das bedeutet: Wenn jemand einfach nicht zu seinem Impftermin erscheint und sich niemand findet, der die Dosis stattdessen nimmt, muss sie entsorgt werden – sie einfach noch einmal einzufrieren, ist nicht möglich.

Vermutlich ist diese Tatsache vielen nicht bewusst – ebenso wie der Umstand, dass, obwohl mittlerweile mehr Impfstoff zur Verfügung steht und 55,6 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen die erste Impfung erhalten haben, die Corona-Impfstoffe immer noch ein knappes Gut sind.

Impfung schützt vor Delta-Variante

Wie der Spiegel berichtete, verzeichnen derzeit viele Impfzentren und Arztpraxen eine sinkende Nachfrage. Immer mehr Termine werden abgesagt oder verschoben – oder die potenziellen Impflinge erscheinen einfach nicht. Gerade die Termine für die zweite Corona-Impfung werden bereits seit Längerem häufig abgesagt, beispielsweise weil sie mit der Urlaubsplanung kollidieren.

Offenbar wähnen sich in Anbetracht der niedrigen Corona-Zahlen viele Menschen in Sicherheit: Die Pandemie scheint so gut wie vorbei, der zweite Impftermin verliert an Priorität. Das ist gefährlich, denn um gut gegen die Delta-Variante des Coronavirus geschützt zu sein, sind beide Impfungen notwendig. Zwar können sich auch Geimpfte infizieren – so breitet sich die Delta-Variante aktuell auch in Israel aus –, doch man ist vor einem schweren Krankheitsverlauf geschützt. Was hingegen passiert, wenn die neue Virusvariante auf eine weitgehend ungeimpfte Bevölkerung trifft, zeigt das Beispiel Australiens: Auch dort ist die Delta-Variante mittlerweile angekommen.

Auch Berliner Rotes Kreuz will Bußgeld

Mit seiner Forderung nach einer Geldstrafe für Impfschwänzer ist Karl Lauterbach nicht allein: Auch der Präsident des Berliner Roten Kreuzes, Mario Czaja, sprach sich bereits dafür aus. Wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtete, hält er eine Abgabe in Höhe von 25 bis 30 Euro für angemessen. Dieser Betrag soll die unnötigen Kosten, die den Impfzentren entstehen, abfedern – um die Kosten für Personal und Impfstoff komplett zu decken, reicht die Abgabe nicht. Mario Czaja zufolge erscheinen in fünf Prozent der Fälle die Menschen nicht zu ihrem zweiten Impftermin.

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