Aktualisiert: 17.07.2021 - 22:02

Prinzen-Sänger im Interview Sebastian Krumbiegel: "Rote Haare und Leggings – das wäre heute irgendwie bescheuert..."

Von Erika Krüger

Früher war Sebastian Krumbiegel für seine schrillen Looks in Leggins bekannt. Heute steht uns der "Die Prinzen"-Sänger im Interview Rede und Antwort.

Foto: IMAGO/Christoph Hardt

Früher war Sebastian Krumbiegel für seine schrillen Looks in Leggins bekannt. Heute steht uns der "Die Prinzen"-Sänger im Interview Rede und Antwort.

Ihre Songs sind Kult – bei Kindern, Twens, Mid-Agern und Senioren. Jetzt feiern Sebastian Krumbiegel und "Die Prinzen" 30-jähriges Band-Jubiläum – weiterhin ohne Krone, aber mit ganz viel Anspruch und Humor.

Sebastian Krumbiegel wurde am 5. Juni 1966 in Leipzig geboren. Schon früh konnte er sich für Musik begeistern: 1976 bis 1985 war er Mitglied des Thomanerchors in Leipzig. 1987 gründete er dann die Band "Herzbuben", welche 1991 in "Die Prinzen" umbenannt wurde. Mit Hits wie "Millionär", "Gabi und Klaus", "Küssen Verboten" und "Alles nur geklaut" wurde die Band schnell zu einer der bekanntesten deutschen Musikgruppen in den 90ern.

Sebastian Krumbiegel engagiert sich unter anderem gegen rechts, gegen Rassismus und für kranke Kinder. Für seinen Einsatz wurde ihm 2012 sogar der Bundesverdienstorden verliehen.

Im Interview mit BILD der Frau spricht Sebastian Krumbiegel über seine "Prinzen"-Karriere, Mut zur Peinlichkeit und Beauty-Operationen.

Sebastian Krumbiegel im Interview: "Mut zur Peinlichkeit hat auch was"

BILD der FRAU: Lieber Sebastian, Ihr neues Album heißt "Krone der Schöpfung". Ist der Titel der 30-jährigen "Prinzen"-Karriere geschuldet?

Sebastian Krumbiegel: Jedes Album ist für uns ein Höhepunkt. In dem gleichnamigen Song versuchen wir, auf unsere Art witzig-provokant zu thematisieren, wie wir unseren Planeten zerstören. Mit der Botschaft hauen wir richtig auf die Glocke.

Sie provozieren gern, oder?

Klar, wie auch mit unserem Lied "Dürfen darf man alles". Wir haben darin die aktuelle Diskussion ironisch aufgegriffen. Viele fragen sich doch gerade: Was darf ich eigentlich noch? Wir finden, dass diese Frage Unsinn ist. Natürlich darf man alles, solange man respektvoll bleibt und keine menschenverachtenden Dinge erzählt – man muss nur damit rechnen, dass man auch Gegenwind bekommt.

Nicht alle feiern ihre provokanten Texte. So gehen die Prinzen mit Shitstorms um.

Man hat den Eindruck, dass Ihnen und Ihren Kollegen nichts peinlich ist. Stimmt das?

Doch, sicher. Aber Mut zur Peinlichkeit hat ja auch was. Wir sind glücklich, dass wir so viel herrlichen Schwachsinn fabrizieren dürfen. Wir gehen gern unseren kindlichen Neigungen nach (lacht). Aber, ganz wichtig: Wir wollen keinesfalls moralisieren. Wir sind Unterhalter und wollen trotzdem über mehr singen als nur über Liebe und Herzschmerz.

Fast alle kennen Ihre Hits "Alles nur geklaut" oder "Du musst ein Schwein sein"...

(Strahlt) Irgendwie ist uns wohl das Kunststück gelungen, nicht zu retro und altmodisch zu klingen.

"Es geht darum, authentisch zu bleiben"

Überhaupt hat man das Gefühl, Sie und "Die Prinzen" sind im Vergleich zu heutigen Stars noch echt und normal. Frech gefragt: Ist Ihre Band vielleicht der beste Beweis dafür, dass man auch ohne Beauty-Operationen berühmt werden kann?

Was wissen Sie denn, was wir alles für Beauty-Operationen hinter uns haben?! (Lacht) Aber ernsthaft: Es geht doch darum, authentisch zu bleiben und sich wohlzufühlen. Wir wollen uns nicht verstellen, aber trotzdem mit der Zeit gehen. Natürlich fände ich es bescheuert, wenn ich heute immer noch rote Haare und Leggings wie vor 30 Jahren tragen würde.

Waren Sie mal ein Schwein?

Das war doch jeder mal. Selbst wenn ich mir vornehme, höflich und freundlich zu sein, kann es passieren, dass ich am falschen Tag doof zu jemandem bin. Jeder von uns hat seine Abgründe. Wer das leugnet, spinnt.

Zu Ihrem Hit "Küssen verboten": Gab es private Situationen, in denen Sie das am liebsten laut rausgebrüllt hätten?

(Lacht) Das ist noch nie passiert. Ich würde fast jeden küssen Nein, Quatsch. Ich finde es aber toll, dass man Kindern mit so einem Lied auch eine gewisse Selbstbestimmtheit beibringen kann. Sag, wenn du was nicht willst, das sollte dein Gegenüber respektieren.

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CD-TIPP:

Die Prinzen, "Krone der Schöpfung“ (17 Euro, Warner Music). Neben neuen Songs gibt’s auch fünf Neuauflagen ihrer Superhits, unter anderem mit MoTrip und Die Doofen. Die Prinzen kommen 2022/2023 auf Tour! Der Ticketvorverkauf hat bereits begonnnen.

Die Toten Hosen, die Ärzte und mehr: Diese Kult-Bands gehen 2022 auf Jubiläumstour.

Die Prinzen gibt es 2021 bereits seit 30 Jahren. Eine Feier zum Jubiläum wird es jedoch nicht geben.

Wenn Sie Ihre liebsten Stars und Sternchen ein wenig besser kennenlernen möchten, dann schauen Sie doch mal auf unserer Interview -Themenseite vorbei. Kürzlich hat Sarah Engels über ihr neues Album und ihr enges Verhältnis zu ihrer Familie gesprochen.

Familie und Leben

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