Aktualisiert: 01.07.2021 - 18:05

Homeoffice, Rente, Gesundheit Diese Änderungen kommen im Juli 2021 auf Sie zu

Von der Redaktion

Gemütlich von zuhause aus arbeiten? Diese Zeiten könnten bald vorbei sein, denn ab dem 1. Juli endet die Homeoffice-Pflicht.

Foto: Getty Images / Maskot

Gemütlich von zuhause aus arbeiten? Diese Zeiten könnten bald vorbei sein, denn ab dem 1. Juli endet die Homeoffice-Pflicht.

Egal ob beim Homeoffice, bei der Rente oder im Gesundheitssektor: Im Juli 2021 gibt es einige Neuerungen, auf die Sie sich einstellen müssen.

Mit jedem Monatsbeginn gibt es in Deutschland einige Neuerungen. Verbraucher sollten sich mit diesen unbedingt auseinander setzen, denn sie betreffen sie in vielerlei Hinsicht. Egal ob bei der Rente, beim Homeoffice, in der Apotheke oder beim Plastikverbrauch – zum Start des dritten Quartals wird vieles auf den Prüfstand gestellt und angepasst.

Hier erfahren Sie ausführlich, welche Änderungen im Juli 2021 auf Sie zukommen. Die Neuerungen sind umfassend, schließen pandemiebedingte Veränderungen mit ein und können große Auswirkungen auf Ihre aktuelle Lebenssituation haben.

Änderungen im Juli 2021: Darauf sollten Sie sich einstellen!

Homeoffice-Pflicht endet

Büro statt heimischem Schreibtisch: Die Arbeitssituation vieler Beschäftigter könnte ab diesem Monat umgestellt werden. Denn ab dem 1. Juli endet die Homeoffice-Pflicht, die aufgrund der Corona-Pandemie eingeführt wurde. Wer in den vergangenen Wochen und Monaten von zuhause gearbeitet hat, könnte nun bald wieder häufiger zur Arbeit fahren.

Von nun an gilt die neue Corona-Arbeitsschutzverordnung. Der Arbeitgeber muss die Möglichkeiten für Homeoffice jetzt nicht mehr grundsätzlich ermöglichen, Sie müssen ein solches Angebot aber auch nicht mehr annehmen. Dennoch sollen volle Büros weiter vermieden werden. Arbeitgeber sollen weiterhin dafür sorgen, dass nicht zu viele Mitarbeiter in einem Raum arbeiten.

Testangebotspflicht bleibt bestehen

Bisher galt als Grundsatz, dass sich auf einer Fläche von 10 Quadratmetern nicht mehr als eine Person befinden darf. Diese Regelung entfällt. Jedem Mitarbeiter muss der Arbeitgeber aber weiterhin zwei Corona-Tests pro Woche zur Verfügung stellen.

Wussten Sie das schon? Virologe Christian Drosten erklärt, warum Antigen-Schnelltests eine trügerische Sicherheit bieten.

EU-weiter digitaler Impfnachweis

Gute Nachrichten für Urlauber: Ab dem 1. Juli wird der digitale Corona-Impfnachweis EU-weit eingeführt. Wer doppelt geimpft ist (oder eine Impfung von Johnson & Johnson erhalten hat), soll bis Ende des Monats ein digitales Impfzertifikat fürs Smartphone erhalten. So wird das Reisen innerhalb der EU deutlich erleichtert.

Wie Sie den digitalen Impfnachweis bekommen, erfahren Sie hier im Detail.

Neue Corona-Wirtschaftshilfe startet

Zahlreiche Branchen leiden auch Wochen nach Ende des Lockdowns noch unter den Folgen von Corona. Viele Unternehmer klagen darüber, dass versprochene Gelder bis heute nicht geflossen sind. Dennoch gibt es ab dem 1. Juli ein weiteres Programm: die Überbrückungshilfe III Plus.

Diese Wirtschaftshilfe soll Unternehmen beim Wiedereinstieg unterstützen. Das Geld sei vor allem dafür da, um höhere Zuschüsse für Personalkosten zu erhalten.

Neuerungen auch beim Thema Geld

Doch auch abseits von Corona gibt es im Juli 2021 viele Änderungen, die auf Sie zukommen. Es winkt für viele Menschen zum Beispiel mehr Geld.

Mindestlohn und Renten steigen

Geringverdiener haben Grund zur Freunde. Denn der Mindestlohn steigt ab Juli an, wenn auch aktuell noch nicht besonders stark. Er wird um zehn Cent erhöht auf 9,60 Euro pro Stunde. Ende 2022 sollen weitere Erhöhungen den Mindestlohn auf 10,45 Euro wachsen lassen.

Darüber hinaus dürfen Rentner im Osten Deutschlands mit höheren Renten rechnen. Sie profitieren von einer Erhöhung der Bezüge um 0,72 Prozent. Die jährliche Rentenanpassung hängt dieses Jahr sehr von den negativen Auswirkungen auf die Lohnentwicklung wegen der Corona-Pandemie ab.

Ohne Kürzungen! So viel dürfen Rentner mehr dazu verdienen. Und hier behandeln wir das Thema Rente mit 68: Wie lange müssen wir in Zukunft arbeiten?

Ost-West-Angleichung bei der Rente

Rentner im Westen Deutschlands bekommen keine Erhöhung. Der Grund: Der Ost-Rentenwert liegt aktuell noch unter dem des West-Rentenwertes. Wegen der Ost-West-Angleichung steigen die Renten deshalb nur in den ostdeutschen Bundesländern. Der Rentenwert liegt dort nun bei 33,47, im Westen bei 34,19.

Neue Förderung für den Hausbau

Diejenigen, die ein Haus bauen oder sanieren wollen, können auf Fördermittel vom Bund zurückgreifen. Bisher waren das Programme, wie zum Beispiel die KfW-Förderung. Diese werden nun von einer neuen staatlichen Förderung abgelöst, nämlich der "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG). Ziel: eine attraktivere Förderung. Für Häuslebauer gelten ab dem 1. Juli damit neue Regeln.

Kein Einwegplastik mehr

Der Umwelt zuliebe gibt es ab dem 3. Juli 2021 eine wegweisende Änderung: Einwegplastik wird weitestgehend abgeschafft. Denn leider entsteht dadurch viel Müll, der schwierig zu recyceln ist. Gegenstände wie Plastikbesteck, -teller, -schalen, -trinkhalme sowie Watte- und Rührstäbchen gehören dann der Vergangenheit an. Ebenso werden Lebensmittel- und Getränkebehälter aus Styropor verboten.

Umwelt-Hinweise auf Tampons und Co.

Einweggeschirr und -besteck aus Pappe sind weiterhin erlaubt, allerdings mit deutlichen Hinweisen auf die Umweltauswirkungen dieser Produkte. Diese Kennzeichnungen sollen künftig auch auf Hygieneartikeln wie Tampons, Binden oder Feuchttüchern sowie einigen Tabakprodukten zu finden sein.

Erschreckende Zahlen: Hier erfahren Sie, wie lange Plastikmüll im Wald braucht, um zu verrotten.

Mehr Leistungen von gesetzlichen Krankenkassen

Auch im Gesundheitssektor ändert sich so einiges ab Juli. Gesetzlich Versicherte profitieren von mehr Behandlungen, die die Krankenkassen ab sofort übernehmen. Nur ein Beispiel: Patienten mit schwerer Parodontitis können von nun an eine systematische Behandlung und eine strukturierte Nachsorge in Anspruch nehmen.

Wer außerdem bei langwierigen Krankheiten und Beschwerden einen Physio-, Sprach- und Ergotherapeuten aufsucht, kann künftig wiederholt Verordnungen von bis zu zwölf Wochen ausgestellt bekommen. So werden Langzeit-Therapien garantiert.

Schwangere und Schwererkrankte profitieren von Zusatzleistungen

Auch für Schwangere kommt eine neue Leistung ab Juli hinzu. Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen einen Bluttest bei Frauen mit Rhesus-negativer Blutgruppe, damit schon während der Schwangerschaft der Rhesusfaktor des ungeborenen Kindes bestimmt werden kann.

Neuerungen gibt es auch für Krebspatienten und Menschen, die vor einer "potenziell keimzellschädigenden Therapie" stehen. Ihnen droht bei bestimmten Behandlungen der Verlust der Fruchtbarkeit. Die Krankenkassen übernehmen nun die sogenannte Kryokonservierung für diese Patienten. Das bedeutet, dass Spermien und Eizellen eingefroren werden können, damit bei späterem Kinderwunsch mit künstlicher Befruchtung nachgeholfen werden kann. Die Kosten werden für Frauen bis zum vollendeten 40. Lebensjahr übernommen, bei Männern bis zum vollendeten 50. Lebensjahr.

Wegen Corona: Krankenkassen-Zusatzbeiträge werden stark steigen.

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Testphase für digitales Rezept

Normalerweise braucht man für Medikamente einen klassischen Rezeptschein vom Arzt. Von nun an soll das aber anders werden. Ab diesem Monat startet eine Testphase in Berlin und Brandenburg mit dem digitalen Rezept. Gesetzlich Versicherte können sich in 50 teilnehmenden Arztpraxen ein digitales Rezept fürs Smartphone ausstellen lassen. Einlösbar ist dieses in 120 Apotheken.

Die Testphase ist ein wichtiger Schritt, damit das Modell deutschlandweit eingeführt werden kann. Der Plan ist, dass das digitale Rezept ab 2022 überall möglich ist. Umständliche Papierarbeit könnte dann passé sein.

Es sind vielfältige Änderungen, die im Juli 2021 viele Menschen betreffen – und von denen Sie durchaus profitieren können.

Egal ob Rente, Corona-Regeln oder Mindestlohn: Auf unseren Themenseiten Spartipps, Coronavirus und Ratgeber Recht werden Sie auf der Suche nach hilfreichen Artikeln fündig.

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