Aktualisiert: 01.07.2021 - 19:33

Urteil vom BGH So holen Sie sich das Geld für erhöhte Bankgebühren zurück

Von der Redaktion

Hohe Bankgebühren haben viele Bankkunden verärgert. Doch jetzt können Sie das Geld einfordern.

Foto: Getty Images/ boonchai wedmakawand

Hohe Bankgebühren haben viele Bankkunden verärgert. Doch jetzt können Sie das Geld einfordern.

Einige Banken haben in der Vergangenheit die Gebühren ohne Kunden-Zustimmung erhöht. Wir sagen, wie Sie sich jetzt das Geld zurückholen können.

In den vergangenen Monaten trudelten in vielen deutschen Haushalten Briefe oder Mails von Banken ein. Der Inhalt: Die Konto- oder Depotgebühren werden erhöht. Das schmeckt nicht jedem. Denn wurde dem nicht widersprochen, galt die Änderung als akzeptiert.

Ein Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) kippte diese Vorgehensweise. Und damit stellt sich die Frage: Wie holt man sich hohe Bankgebühren zurück? Hier erfahren Sie, wer genau verklagt wurde, wie das Urteil ausfiel und wie Sie wieder an Ihr Geld kommen.

Hohe Bankgebühren: So holen Sie sich Ihr Geld zurück

Dass die Gebühren erhöht werden, ohne dass Kunden aktiv zustimmen, haben Verbraucherverbände kritisiert. Sie verklagten deshalb die Postbank. Am 27. April 2021 urteilte der BGH, dass das Vorgehen bei Preiserhöhungen nicht ausreiche, wenn Kunden nicht widersprechen. Damit sind alle Gebührenerhöhungen, bei denen Kunden nicht aktiv zugestimmt haben, unwirksam.

Bank- und Sparkassen-Kunden können nun ihr Geld zurückverlangen. Dafür sollte zunächst festgestellt werden, wie hoch die Gebühren bei Abschluss des Kontos oder Depots ursprünglich waren.

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Kostenlose Musterbriefe bei Stiftung Warentest

Stichtag ist der 1. Januar 2018. Alle zusätzlichen Gebühren inklusive Zinsen, die ab diesem Datum von Ihrem Konto abgingen, können Sie einfordern. Auch bei Banken, bei denen Sie nicht mehr sind, aber in der Zwischenzeit Kunde waren, dürfen Sie die Gebühren zurückverlangen.

Ein großer Vorteil: Die Stiftung Warentest stellt kostenlos Musterbriefe zur Verfügung, mit denen Sie die Gebühren bei Banken und Sparkassen einfordern können. Die Anträge finden Sie hier. Welcher Antrag für Sie in Frage kommt, hängt davon ab, ob Sie die Erstattungssumme kennen oder ob diese unbekannt ist.

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Notfalls einen Rechtsanwalt einschalten

Dieses Schreiben schicken Sie an die Bank. Sie sollten darin festhalten, in welchem Zeitraum die Bank reagieren muss. Empfohlen wird eine Frist von mindestens zwei Wochen. Antwortet die Bank nicht, können Sie sich auch einen Rechtsanwalt nehmen. Die Kosten werden von der Bank erstattet, wenn Ihre Forderung berechtigt ist.

Es könnte auch sein, dass die Bank die Forderung auf Erstattung akzeptiert, allerdings könnte Sie im gleichen Zuge eine Vertragsänderung mit Gebührenerhöhung hinzufügen. Diese können Sie – wenn Sie denn möchten – akzeptieren. Oder Sie kündigen und suchen sich ein anderes Geldinstitut.

Welche Banken Gebühren bei Kartenzahlung verlangen, lesen Sie hier. Und hier erfahren Sie auch, wo Sie noch ein kostenfreies Girokonto kriegen.

Erstattung kann einige Wochen dauern

Womöglich schmettert die Bank Ihre Forderung in einem Antwortschreiben aber auch schriftlich ab. Dann sollten Sie sich an den Ombudsmann der entsprechenden Bank wenden, der sich um alles Weitere kümmern wird.

Bis zur Erstattung der erhöhten Bankgebühren können einige Wochen vergehen. Fragen Sie im Zweifel unbedingt noch einmal nach. Die Chance, sich Geld zurückerstatten zu lassen, sollten Sie sich keinesfalls entgehen lassen.

Um Behördengänge zu vermeiden: Diese Unterlagen sollten Sie unbedingt aufbewahren!

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