Aktualisiert: 27.06.2021 - 17:12

Immer angeschnallt im Auto? Das steckt wirklich hinter der Gurtpflicht

Von der Redaktion

Wer Auto fährt, sollte sich anschnallen. Aber gilt die Gurtpflicht wirklich für jeden?

Foto: Getty Images/ cihatatceken

Wer Auto fährt, sollte sich anschnallen. Aber gilt die Gurtpflicht wirklich für jeden?

Wer im Auto sitzt, sollte sich anschnallen. Das regelt die Gurtpflicht. Welche Ausnahmen es gibt und wann Bußgelder drohen, lesen Sie hier.

Es ist das erste, was man macht, sobald man ins Auto einsteigt: den Gurt anlegen. Er kann in brenzligen Situationen Leben retten. Seit 45 Jahren ist es Pflicht, sich anzuschnallen. Bei Verstößen droht ein Bußgeld.

Doch gilt die Gurtpflicht immer? Muss man im Auto wirklich permanent angeschnallt sein? Hier erfahren Sie, welche Ausnahmen es gibt und wie viel Geld fällig wird, sollten Sie bei Verstößen erwischt werden.

Gurtpflicht: Muss man im Auto wirklich immer angeschnallt sein?

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) legt in Paragraph 21 fest: "Vorgeschriebene Sicherheitsgurte müssen während der Fahrt angelegt sein". So weit, so gut. Aber es gibt Ausnahmen, in denen die Gurt- und Anschnallpflicht nicht besteht.

So dürfen zum Beispiel Paketboten den Gurt nicht anlegen, wenn sie häufig anhalten und das Auto zum Ausliefern verlassen müssen. Wer mit einer Schrittgeschwindigkeit von 7 Kilometer pro Stunde unterwegs ist, muss ebenfalls nicht angeschnallt sein, um zum Beispiel auf einem Parkplatz zu fahren oder zu rangieren.

Hier lesen Sie, wann man die Lichthupe benutzen darf und wann es strafbar ist. Außerdem: Bis DANN müssen Sie übrigens Ihren Führerschein umgetauscht haben!

In einigen Linienbussen gibt es keine Anschnallpflicht

Begleiter von besonders betreuungsbedürftigen Gruppen sind von der Gurtpflicht ausgenommen, wenn sie für ihre Arbeit den Sitzplatz verlassen müssen. In Linienbussen, in denen es auch Stehplätze gibt, muss man sich ebenfalls nicht anschnallen. Und auch für Fahrer von Linienbussen gilt die Anschnallpflicht nicht. Wer im Reisebus unterwegs ist, muss sich hingegen anschnallen. Um den Sitzplatz kurz zu verlassen, zum Beispiel auf dem Weg zur Toilette, darf man sich aber abgurten.

Für alle anderen gilt: Anschnallen! Ansonsten droht ein ein Bußgeld. Dabei ist es unerheblich, ob der Fahrer selbst oder der Beifahrer nicht angeschnallt ist. Jeder ist für sich und seine Sicherheit selber verantwortlich und muss im Zweifel zahlen.

Bußgeld droht auch, wenn Kinder nicht angeschnallt sind

Bei Kindern sieht die Sache anders aus. Ihre Verantwortung trägt der Fahrer, er muss im Fall der Fälle auch das Bußgeld begleichen. Kinder bis zu zwölf Jahren und 1,50 Meter Körpergröße müssen in einem Kindersitz angeschnallt werden. Ältere nutzen einen normalen Gurt wie Erwachsene auch.

Hier lesen Sie, wie Sie den Reifendruck korrekt messen.

Doch was kostet ein Verstoß gegen die Gurtpflicht konkret? Fahrer und Beifahrer zahlen jeweils 30 Euro. Diese Summe wird auch fällig, wenn ein Kind nicht ordnungsgemäß angeschnallt ist. Bei mehreren Kindern beträgt das Bußgeld 35 Euro. Sollte das Kind völlig ungesichert sein, werden 60 Euro sowie ein Punkt in Flensburg bei einem Kind fällig, bei mehreren sind es neben dem einen Punkt 70 Euro.

Unangeschnallt fahren lohnt sich keineswegs. Deshalb sollten Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit unbedingt die Gurtpflicht beachten.

Vorsicht: Diese lebensgefährliche Haltung im Auto müssen Sie vermeiden!

Weitere Artikel rund um die Regeln im Straßenverkehr finden Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht.

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