Aktualisiert: 24.06.2021 - 16:09

Antiviren-Software-Pionier ist tot John McAfee mit 75 Jahren im Gefängnis gestorben

Von Redaktion

John McAfee, Gründer des Sicherheitssoftware-Herstellers McAfee, ist gestorben: Er wurde tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden.

Foto: IMAGO / ZUMA Wire

John McAfee, Gründer des Sicherheitssoftware-Herstellers McAfee, ist gestorben: Er wurde tot in seiner Gefängniszelle aufgefunden.

Er hat die Sicherheitssoftware McAfee gegründet, wurde Multimillionär – irgendwann verlor er den Boden unter den Füßen, war in Drogen- und Geld-Machenschaften verwickelt. Jetzt ist John McAfee tot im Gefängnis aufgefunden worden.

John McAfee, Gründer des weltweit agierenden Sicherheitssoftware-Herstellers McAfee, ist gestorben: Der Mulitmillionär wurde tot in seiner Gefängniszelle in der Nähe von Barcelona aufgefunden, die Behörden gehen von Suizid aus. Der 75-Jährige sollte wegen verschiedener Delikte, unter anderem Steuerhinterziehung, an die USA ausgeliefert werden, wie das Oberste Gericht Spaniens nur kurz zuvor bekannt gegeben hatte.

Sicherheitssoftware-Gründer John McAfee tot in Gefängnis aufgefunden

Der US-Virenschutz-Pionier war in seiner Heimat USA neben Steuerhinterziehung auch wegen Betrugs mit Kryptowährungen und Verschwörung zur Geldwäsche angeklagt. Im vorigen Oktober war John McAfee dann auf dem Flughafen El Prat in Barcelona festgenommen worden, die USA hatten daraufhin einen Auslieferungsantrag gestellt. In einer Anhörung, die er noch in diesem Juni bestritt, ließ der 75-Jährige verlautbaren, die Vorwürfe gegen ihn seien politisch motiviert, und er müsse bei Auslieferung den Rest seines Lebens in einem US-Gefängnis verbringen.

McAfees Ehefrau Janice hat in den letzten Monaten immer wieder die Situation ihres Mannes im Gefängnis angeprangert, die laut ihren Angaben ungenügend gewesen sein soll. In einem wenige Tage alten Twitter-Tweet schreibt sie, dass die acht Monate Gefängnis extrem hart für ihn gewesen sein, sowohl in physischer und psychischer Hinsicht, was seine Gesundheit angehe, als auch in finanzieller Hinsicht. Ob die Todesumstände tatsächlich auf Suizid zurückzuführen sind, darüber soll eine Autopsie Klarheit verschaffen.

Ein Leben am Rande der Legalität

1987 hatte John McAfee das nach ihm benannte, weltberühmte Virenschutz-Unternehmen McAfee gegründet, in den 90er-Jahren aber bereits seinen Anteil laut "New York Post" für 100 Millionen Dollar verkauft. Seitdem war der abenteuerlustige Mann viel unterwegs, geriet aber immer wieder und zusehends auf Abwege.

Viele Jahre verbrachte John McAfee im mittelamerikanischen Steuerparadies Belize. Mit Ende 60 sah er ein bisschen aus wie ein abgehalfterter Rockstar, ließ sich viele Tattoos stechen und die etwas längeren Haare färben. Häufig war er umringt von jungen, leicht bekleideten Frauen, gerne auch mit mehreren Schusswaffen am Körper. Von wilden Drogenparties war die Rede, insgesamt, so sagte McAfee selbst, habe er 47 Kinder gezeugt. Das Leben in Saus und Braus nahm ein jähes Ende, als eine düstere Geschichte die Karibik-Idylle der Reichen und Schönen trübte: John McAfee soll auf Ambergris Caye, einer Insel vor der Nordostküste Belizes in Zentralamerika, einem Nachbarn in den Hinterkopf geschossen haben.

John McAfee wurde daraufhin gesucht – dem Magazin "Wired" erzählte er später einmal, er habe sich während der Hausdurchsuchung versteckt, indem er sich im Sand eingrub! Er floh durch den Dschungel und entkam – 2019 schließlich wurde er zu einer Zahlung von 25 Millionen Dollar an den Nachlass des getöteten Mannes verurteilt. Zu dem Mordvorwurf sagte er, die eigentlichen Täter hätten vermutlich ihm nachgestellt. Die anschließende Verfolgung durch die Behörden habe damit zu tun, dass der Regierungschef von Belize ihn nicht leiden konnte.

In den letzten Jahren wurde es ruhiger um den einst so umtriebigen Mann. Bis er 2019 offen zugab, seit vielen Jahren keine Steuern mehr bezahlt zu haben. Hinzu kamen betrügerische Machenschaften im Zusammenhang mit Kryptowährungen. Der Anfang vom Ende, der mit seiner Verhaftung und schließlich seinem Tod endete.

Quellen: tagesschau.de, bild.de, spiegel.de, t-online.de

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