Aktualisiert: 24.06.2021 - 10:18

Houston, Texas Piks oder tschüss: 153 Impfverweigerer verlieren ihre Jobs!

Das Houston Methodist Hospital in Baytown hat als einer der ersten großen Gesundheitsdienstleister der USA die Corona-Impfung zur Pflicht gemacht. 153 Klinik-Mitarbeiter wollen sich nicht impfen lassen und haben deshalb ihre Jobs verloren.

Foto: Getty Images/ FRANCOIS PICARD

Das Houston Methodist Hospital in Baytown hat als einer der ersten großen Gesundheitsdienstleister der USA die Corona-Impfung zur Pflicht gemacht. 153 Klinik-Mitarbeiter wollen sich nicht impfen lassen und haben deshalb ihre Jobs verloren.

Weil sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollten, haben 153 Klinik-Mitarbeiter ihre Jobs verloren. Mehr Details – hier.

Kaum ein Thema wurde in den letzten Monaten so heiß diskutiert wie die Impfung gegen das Coronavirus. Sind die Impfstoffe sicher? Wie fair ist die Impfpriorisierung? Wie kommt man am besten an einen Termin? Und noch eine Frage brannte vielen auf der Seele: Wird es eine Impfpflicht geben? Eine offizielle Impfpflicht hatte die Politik zwar häufig verneint, doch viele befürchten eine indirekte Impfpflicht, bei der der Verzicht auf die Impfung einem den Zugang zum gesellschaftlichen Leben erschwert, so wie es beispielsweise in den USA der Fall ist: Weil die Corona-Impfung für sie nicht in Frage kam, haben 153 Klinik-Mitarbeiter in Texas ihre Jobs verloren.

„Covid-Arm” nach Moderna oder Biontech
„Covid-Arm” nach Moderna oder Biontech

Wegen Verzicht auf Corona-Impfung: 153 Klinik-Mitarbeiter verlieren ihre Jobs

Wie die Texanische Tageszeitung Houston Chronicle berichtet, haben am vergangenen Dienstag mehr als 150 Mitarbeiter des Houston Methodist Hospital in Baytown ihre Jobs verloren, weil sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollten. Eine neue Richtlinie des Krankenhauses hatte vorgesehen, dass spätestens am Montag alle Angestellten gegen das Coronavirus geimpft sein müssen.

Insgesamt hat das Krankenhaus mehr als 25.000 Mitarbeiter, die meisten hatten die neue Richtlinie befolgt. Ursprünglich hatten sich 178 Mitarbeiter gegen die Richtlinie aufgelehnt, ein Teil davon hatte seine Meinung jedoch geändert, nachdem eine unbezahlte Freistellung erfolgt war. Das Houston Methodist Hospital ist einer der ersten großen Gesundheitsdienstleister des Landes, der eine Impfpflicht eingeführt hat.

Vergleich mit KZ-Häftlingen entzürnt Richter

In den vergangenen Wochen hatten die Mitarbeiter gegen die Entscheidung der Klinik protestiert und Klage gegen die neue Richtlinie eingelegt. Sie begründeten den Protest damit, dass die Impfpflicht ihre Rechte missachten würde, und argumentierten damit, dass die Richtlinie gegen den Nürnberger Kodex verstoße, eine ethische Richtlinie, die unter anderem die Vorbereitung und Durchführung medizinischer und psychologischer Experimente am Menschen regelt.

Anlass für den Nürnberger Kodex waren die medizinischen Experimente an Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus. Anders gesagt: Die Impfverweigerer verglichen ihre Situation mit der der misshandelten KZ-Häftlinge – ein Vergleich, den der Bezirksrichter Lynn Hughes als "verwerflich" bezeichnete.

Erneute Proteste geplant – mit Verschwörungstheoretiker als Ehrengast

Die Kläger haben bekanntgegeben, am kommenden Samstag wieder vor der Klinik protestieren zu wollen. Auch der Radiomoderator und Verschwörungstheoretiker Alex Jones wird erwartet. Dieser hatte im Januar gemeinsam mit anderen radikalen Gruppen am Sturm auf das Kapitol in Washington teilgenommen.

Dass die Teilnahme an bestimmten Bereichen des Lebens an die Corona-Schutzimpfung gekoppelt ist, ist nicht ganz neu: Einige Reedereien bieten bereits Kreuzfahrten für Geimpfte an , und auch immer mehr Universitäten führen eine Impfpflicht für Studierende ein. In Deutschland fragen sich viele, ob der Arbeitgeber verlangen kann, dass seine Angestellten sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Die Antwort lautet nein – in Einrichtungen des Gesundheitswesens gelten laut Tagesschau aber Sonderregeln: Zwar kann der Arbeitgeber seine Mitarbeiter nicht zur Impfung zwingen, er muss aber sichergehen, dass von Personen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen, kein Risiko ausgeht. Eventuell dürfen Ungeimpfte in bestimmten Bereichen nicht mehr tätig werden.

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