22.06.2021 - 10:28

Die UEFA bleibt hart Fußball-EM 2021: Regenbogen-Ärger, die Zweite...

Auch am Erinnerungstag im deutschen Fußball trug die Münchner Allianz Arena die Farben des Regenbogens. So sollte ein Zeichen gegen Diskriminierung gesetzt werden. Dass dies beim morgigen Spiel gegen Ungarn wieder passiert, ist aber unwahrscheinlich: Die UEFA lehnte den Vorschlag ab.

Foto: IMAGO / Poolfoto

Auch am Erinnerungstag im deutschen Fußball trug die Münchner Allianz Arena die Farben des Regenbogens. So sollte ein Zeichen gegen Diskriminierung gesetzt werden. Dass dies beim morgigen Spiel gegen Ungarn wieder passiert, ist aber unwahrscheinlich: Die UEFA lehnte den Vorschlag ab.

Münchens Oberbürgermeister wollte zum morgigen EM-Spiel die Münchner Arena bunt beleuchten. Was dahinter steckt – und warum der Plan scheitert.

Die Münchner Allianz Arena hat bereits in vielen Farben geleuchtet. Schwarz-rot-gold bei Länderspielen, rot-weiß bei den Spielen des FC Bayern München, grün am St. Patrick's Day, dem irischen Nationalfeiertag, rot-weiß, als Kroatien der EU beitrat, und am 4. Juli erstrahlte sie zu Ehren der USA in den Farben der amerikanischen Flagge. Auch die Farben des Regenbogens zierten die Arena bereits – am Christopher Street Day 2016. Diesen Look wünschte sich der Münchner Oberbürgermeister anlässlich des morgigen EM-Spiels noch einmal – doch die UEFA lehnte es strikt ab, die Münchner Arena in Regenbogen-Farben leuchten zu lassen. Das steckt dahinter…

Darum sollte die Münchner Arena in Regenbogen-Farben leuchten

Morgen um 21 Uhr spielt die deutsche Nationalmannschaft gegen die Mannschaft aus Ungarn. Ausgetragen wird das Spiel in der Münchner Allianz Arena. Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter unterbreitete dem Fußballverband UEFA gestern offiziell den Vorschlag, das Stadion anlässlich des Spiels in den Farben des Regenbogens leuchten zu lassen – und das aus einem guten Grund:

Gerade erst wurden in Ungarn neue Gesetze erlassen, die die Rechte homosexueller und transgender Menschen stark einschränken. Wie die Tagesschau berichtete, ist die "Idealfamilie" (Mutter, Vater, Kinder) Teil der ungarischen Verfassung – und in Zukunft sind alle Darstellungen verboten, die eine andere als diese Idealfamilie präsentieren. Gerechtfertigt wird die Zensur damit, dass man Kinder schützen wolle. Ein Werbespot mit einem gleichgeschlechtlichen Paar darf gemäß des neuen Gesetzes nicht mehr gezeigt werden, das Behandeln von Transsexualität in der Schule ist ebenfalls verboten. Filme, die homosexuelle oder transgender Personen zeigen, dürfen dann nur noch spät abends gezeigt werden – und sind selbstverständlich ab 18.

Dafür steht die Regenbogen-Fahne

Die Regenbogen-Fahne wurde in den 70er-Jahren zum Zeichen der Lesben- und Schwulenbewegung. Mittlerweile ist sie ein etabliertes Symbol der LSBTIQ-Bewegung, der Regenbogen steht für Diversität, Toleranz und Akzeptanz – also für all das, was die neuen Gesetze in Ungarn gerade einschränken. Gerade während des sogenannten Pride-Monats im Juni, in dem der selbstbewusste Umgang mit der eigenen sexuellen Identität gefeiert wird, ist der Regenbogen allgegenwärtig: Auch der deutsche Mannschaftskapitän Manuel Neuer trug bei den EM-Spielen eine Regenbogen-Armbinde.

Urteil der UEFA: Keine Arena in Regenbogen-Farben

Die UEFA war von Manuel Neuers Outfit nicht begeistert und leitete prompt eine Überprüfung der Angelegenheit in die Wege, stellte die Ermittlungen aber kurz darauf wieder ein. Was die Münchner Arena angeht, will der Fußballverband aber offenbar hart bleiben. Wie die Bild-Zeitung berichtete, lehnte die UEFA den Vorschlag des Oberbürgermeisters mit der Begründung ab, dass die Stadien nur in den Farben der UEFA und den Teilnehmer-Ländern leuchten sollen. Nach den Statuten des Verbandes ist es weiterhin verboten, Sportveranstaltungen für politische Äußerungen zu nutzen.

Stattdessen soll die Arena am 28. Juni bunt leuchten – dann ist wieder Christopher Street Day. Ein Plan, der wie ein fauler Kompromiss anmutet – denn an diesem Tag findet kein Fußballspiel statt. Die Signalwirkung, die ein bunt erleuchtetes Stadion als Austragungsort eines EM-Spiels gehabt hätte, geht damit zweifellos flöten.

Nicht nur die UEFA stört sich an bunten Farben: Wegen einer Regenbogenflagge vor einer REWE-Filiale drohte eine Kundin gleich mit Boykott!

Übrigens: Wussten Sie bereits, dass die EU dieses Jahr zum LGBTIQ-Freiheitsraum erklärt wurde? Das steckt dahinter!

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