Aktualisiert: 21.06.2021 - 19:42

Longyearbyen in Norwegen Warum man in dieser Stadt nicht sterben darf

Von der Redaktion

Longyearbyen ist eine wunderschöne Kleinstadtin Norwegen. Doch die letzte Ruhe dürfen die Einwohner hier nicht finden.

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Longyearbyen ist eine wunderschöne Kleinstadtin Norwegen. Doch die letzte Ruhe dürfen die Einwohner hier nicht finden.

Für langjährige Einwohner wäre es ein Albtraum: In der eigenen Stadt nicht sterben zu dürfen. In Longyearbyen in Norwegen ist das wirklich so!

Es gibt viele Menschen, die ihr ganzes Leben an einem Ort verbringen. Ein Ort, mit dem sie sehr viel verbindet, an dem sie viel erlebt haben. Und eines Tages, wenn das Leben endet und der Tod naht, dürfen diese Menschen an "ihrem" Ort nicht bestattet werden. Wie kann das nur sein?

In Norwegen gibt es tatsächlich so einen Ort: In Longyearbyen dürfen die Einwohner nicht sterben. Doch warum ist Sterben in der kleinen Bergbaustadt verboten? Die Erklärung ist verrückt und doch nachvollziehbar.

Longyearbyen: In dieser norwegischen Stadt darf man nicht sterben

Longyearbyen liegt auf der Insel Spitzbergen im norwegischen Archipel Svalbard. Bunte Häuser vor traumhafter Bergkulisse zieren die Stadt, die nur etwas über 2.000 Einwohner hat und trotzdem weltbekannt ist. Denn hier dürfen die Einwohner nicht sterben – oder genauer gesagt nicht beerdigt werden.

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Der Grund: In Longyearbyen ist es extrem kalt. Die Jahresdurchschnittstemperatur liegt bei arktischen -6,9 Grad Celsius. Dadurch ist auch der Boden dauerhaft gefroren, erklärte der örtliche Tourismusbeauftragte Ronny Bruvoll bei "travelbook.de": "Wenn man Leute im Permafrost begräbt, kommen ihre Leichen früher oder später wieder an die Oberfläche."

Kein Krankenhaus, kein Altersheim

Weil durch die Kälte in Spitzbergen nichts verrottet, wurde 1950 ein Gesetz erlassen. Demnach müssen Einwohner von Longyearbyen zum Sterben das norwegische Festland aufsuchen oder aber nach dem Tod dorthin gebracht werden zur Beerdigung. Für Ältere und Kranke bietet es sich ohnehin an, die Insel früher zu verlassen. Denn es gibt dort weder Pflegedienste oder Altenheime, noch ein richtiges Krankenhaus.

Einen kleinen Inselfriedhof findet man sogar in Longyearbyen, doch seit über 80 Jahren finden hier keine Bestattungen mehr statt. Eine Ausnahme gibt es aber in Longyearbyen: Wer keine Sargbestattung wünscht, kann dort trotzdem die letzte Ruhe finden. Bruvoll sagte "travelbook.de": "Wer sich nach dem Tod verbrennen lässt, kann seine Asche hier verstreuen lassen."

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So ganz ist Sterben in der norwegischen Kleinstadt Longyearbyen also doch nicht verboten …

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