10.06.2021 - 11:18

Regeländerung schnell mal selbst gemacht Polizist kratzt an Verkehrsschild herum, um Parkbuße ausstellen zu können

Einen solchen Pfeil auf einem Verkehrsschild entfernte ein Polizei einfach mal selbst, damit er sein Parkknöllchen ausstellen kann. (Symbolbild)

Foto: IMAGO / blickwinkel

Einen solchen Pfeil auf einem Verkehrsschild entfernte ein Polizei einfach mal selbst, damit er sein Parkknöllchen ausstellen kann. (Symbolbild)

Das ist wohl an Dreistigkeit kaum mehr zu übertreffen: Weil ein Polizist jemandem eine Parkbuße ausstellen will, präpariert er das geltende Verkehrsschild einfach mal nach Belieben.

Bei dieser Geschichte kann man wohl schon von einem Skandal sprechen: Ein Polizist in Hannover kratzt sich einfach mal ein Verkehrsschild so zurecht, wie er es gerade haben möchte, um eine Parkbuße ausstellen zu können. Der dreiste Ordnungshüter wurde gefilmt – und so ging der unglaubliche Vorfall aus!

Polizei kratzt sich Verkehrsschild zurecht, um Knöllchen ausstellen zu können

Das ist ja unfassbar: Da hat man vorschriftsgemäß geparkt und soll trotzdem eine Strafe zahlen, weil ein Polizeibeamter der Meinung ist, ein Schild selbst so verändern zu müssen, dass es ihm in den Kram passt. Solch eine Geschichte kommt zum Glück nicht häufig vor, aber ganz unrealistisch ist sie leider auch nicht, wie ein Vorfall in Hannover zeigte, über den Bild berichtete.

So fing die dreiste Story vom vergangenen Samstag an: Carsten L. traf einen Freund am Schaperplatz zum Kaffeetrinken an einem Kiosk. Sein Kumpel stellte seinen Wagen gegenüber eines Taxistandes ab. Auf einmal kam ein Polizist vorbei und wollte dem Golfbesitzer ein Knöllchen ausstellen. Doch dort, wo das Auto stand, ist das Parken erlaubt. Ein Pfeil auf einem Verkehrsschild zeigt deutlich an, dass nur im gegenüberliegenden Bereich das Parken aufgrund von Taxis nicht erlaubt ist.

Polizist schlug an dieser Parkstelle schon mal mit einem Knöllchen zu

Das wollte Carsten L. auch dem Ordnungshüter klarmachen und holte zum Beweis ein Schreiben, ausgestellt vom Ordnungsamt, hervor. Dieses verriet, dass das Parken an dieser Stelle keine Verletzung des Ordnungsrechtes darstelle. Denn Carsten L. hatte an der selben Stelle vom selben Polizist Anfang März schon mal ein Bußgeld aufgedrückt bekommen, musste dann aber die 15 Euro nicht zahlen, weil dort eben kein Parkverbot galt.

Doch statt Einsicht zu zeigen, beharrte der Polizist auf seiner Ansicht. Er war der Meinung, dass der Pfeil nachträglich angebracht wurde und entfernt werden müsse, um die eigentliche Ordnung wiederherzustellen. So stieg er prompt auf seinen Streifenwagen und kratzte den kleinen weißen Pfeil vom Verkehrsschild. Carsten L. filmte diese dreiste eigenmächtige Aktion des Beamten. Das Schlussplädoyer von dem Polizisten lautete nach vollbrachtem Werk schließlich, wie Carsten L. wiedergab: "Jetzt gilt das Parkverbot überall!"

Polizist ist mit Kratzaktion nicht einfach so davongekommen

Schlimm genug bei dieser Angelegenheit, dass der Polizist einfach mal selbst Hand anlegt, um Knöllchen zu verteilen. Noch schrecklicher wäre es aber, wenn er mit seiner unsagbaren Aktion durchgekommen wäre. So weit ist es dann glücklicherweise aber nicht gekommen. Der Beamte hat nun eine Stelle im Innendienst, der Fall ist weiter in der Prüfung. Zudem wurde das beschädigte Schild ersetzt.

Polizist kratzt an Verkehrsschild herum.

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