10.06.2021 - 10:29

Seen, Flüsse, Küsten Ab ins kühle Nass? So bewertet die Europäische Umweltagentur das Badewasser in Deutschland

Endlich Sommer! Ab ins Wasser – oder lieber doch nicht? So hoch ist die Qualität des Badewassers in Deutschland wirklich...

Foto: Getty Images/ Luis Alvarez

Endlich Sommer! Ab ins Wasser – oder lieber doch nicht? So hoch ist die Qualität des Badewassers in Deutschland wirklich...

Die Europäische Umweltagentur untersucht jedes Jahr die Qualität der europäischen Badegewässer. So schneidet Deutschland ab…

Wir haben nicht nur einen kalten, sondern auch einen ziemlich langen Winter hinter uns. Das ungemütliche Wetter und die pandemiebedingten Einschränkungen sorgten dafür, dass der ein oder andere seine eigenen vier Wände allmählich nicht mehr sehen konnte… Doch Ende Mai war es dann endlich so weit: Der Sommer kündigte sich an! Mittlerweile herrschen in weiten Teilen Deutschlands wieder um die 25 Grad – wir können es kaum erwarten, Badehose und Schwesterlein einzupacken und uns ins kühle Nass zu stürzen, denn ein Sommer ohne Schwimmen wäre kein Sommer. Nur: Haben Sie sich bei all dem Badespaß eigentlich schon mal Gedanken über die Qualität des Badewassers in Deutschland gemacht?

Wie gut ist das Badewasser in Deutschland? Das sagt die Europäische Umweltagentur

Die Aufgabe der Europäischen Umweltagentur ist es, Umweltdaten zu erheben und, daraus resultierend, Informationen über den Zustand der Umwelt in Europa zu liefern. Unter anderem prüft sie jedes Jahr die Qualität der europäischen Badegewässer. Dazu zählen nicht nur die Küsten, sondern auch Binnengewässer, also Seen und Flüsse. Die Prüfung für das Jahr 2020 ist nun abgeschlossen – und das Urteil der Europäischen Umweltagentur fällt überaus positiv aus:

Fast 83 Prozent der Badegewässer in Europa erfüllten die strengen Anforderungen der Europäischen Union an die Wasserqualität und gelten als "ausgezeichnet". Insgesamt wurden mehr als 22.000 Badegewässer in den EU-Ländern sowie in Albanien und in der Schweiz überprüft. Auch Deutschland schneidet hervorragend ab: Neun von zehn deutschen Badegewässern sind von ausgezeichneter Qualität. Deutschland liegt damit auf Platz 6 hinter Zypern, Österreich, Griechenland, Malta und Kroatien.

Insgesamt hat sich die Qualität der Badegewässer in der Europäischen Union stark verbessert. Das liegt neben anderen EU-Umweltvorschriften wie der 1991 eingeführten Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser vor allem an der 2006 erlassenen EU-Badegewässerrichtlinie.

Gewässer zum Gruseln: Diese sind mangelhaft

Nur elf deutsche Gewässer weisen eine mangelhafte Qualität auf, das sind drei mehr als letztes Jahr. Die mangelhaften Badestellen sind ganz unterschiedlicher Art, so zählt dazu sowohl eine Stelle an der Elbe bei Brokdorf als auch der Nordseestrand Wremen und der Garchinger See in Bayern. Damit, ob es sich um ein fließendes oder ein stehendes Gewässer handelt, hat die Einstufung also offensichtlich nichts zu tun.

Ein Gewässer wird unter anderem dann als mangelhaft eingestuft, wenn es eine zu hohe Menge an Fäkalbakterien enthält, die beim Menschen zu Krankheiten führen können, beispielsweise Escherichia coli.

Ganz keimfrei geht nicht – nirgendwo

Der Bericht der Deutschen Umweltagentur zeigt: An den allermeisten Badestellen in Deutschland können Sie ganz beruhigt schwimmen gehen. Diese Information sollte vor allem jene beruhigen, die sich vor natürlichen Badestellen ekeln oder fürchten und deshalb lieber auf das Freibad ausweichen. Dabei ist dieses keinesfalls sauberer, eher im Gegenteil.

Natürlich sind aber weder natürliche noch menschengemachte Umgebungen vollkommen keimfrei. Etwas einfangen kann man sich überall – auch öffentliche Verkehrsmittel sind voller Bakterien.

Falls Sie nach dem Sprung ins Wasser eine gesundheitliche Veränderung bemerken und sich fragen, was das wohl sein mag, ist dieser Artikel hilfreich: Ekel-Erfrischung: Diese Keime lauern in Schwimmbad und Badesee! Auch das Meer ist nicht ganz ungefährlich: Lesen Sie hier mehr über Vibrionen in der Ostsee, und wie Forscher an einer natürlichen Schutzbarriere dagegen arbeiten.

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