Aktualisiert: 08.06.2021 - 17:21

Bis zu fünf Mal so teuer Holz ist teurer als je zuvor – das ist der Grund dafür!

Wer bauen will, braucht Holz. Doch das Material ist derzeit so teuer wie noch nie. Wann entspannt sich die Lage wieder?

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Wer bauen will, braucht Holz. Doch das Material ist derzeit so teuer wie noch nie. Wann entspannt sich die Lage wieder?

Sie möchten ein Haus bauen? Dann haben Sie zu Ihrem Leidwesen wahrscheinlich schon bemerkt, dass Holz so teuer ist wie noch nie...

Sie möchten bauen? Na, da haben Sie sich aber einen schlechten Zeitpunkt ausgesucht… Wobei: Viel besser wird die Situation in absehbarer Zeit auch nicht mehr werden. Die Inflationsrate in Deutschland steigt und zu den Produkten, deren Preis gestiegen ist, gehören nicht nur Gemüse oder Benzin, sondern auch Bauholz. Bereits jetzt ist Holz so teuer wie nie zuvor – und Experten zufolge ist das gerade einmal der Anfang.

Preisanstieg um 500 Prozent: Warum ist Holz so teuer?

Bauholz ist nicht das einzige Material, das im Moment besonders teuer ist. Wie der NDR berichtet, sind derzeit alle Baustoffe im Preis gestiegen, so beispielsweise auch Stahl oder Dämmmaterial. Vor allem der Holzpreis ist seit Beginn der Corona-Pandemie jedoch regelrecht explodiert: In einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung heißt es, der Preisanstieg betrage teilweise 100 Prozent. Dem Merkur zufolge kosten manche Holzarten, beispielsweise für Dachlatten, sogar drei oder vier Mal so viel wie zuvor.

In den USA ist der Preis sogar noch höher: Der NDR verweist auf die US-Rohstoffbörse Chicago Mercantile Exchange. Während 2,4 Kubikmeter Bauholz im Mai 2020 noch 250 Dollar kosteten, waren es im Mai 2021 sage und schreibe 1.500 Dollar – das ist fünf Mal so viel wie noch vor einem Jahr! Ein Preisanstieg, der zweifellos schwer zu verdauen ist – doch was steckt eigentlich dahinter?

Die ganze Welt baut

Wie der Rohstoffexperte Hans-Jürgen-Gern vom Kieler Institut für Weltwirtschaft im Gespräch mit dem NDR erklärt, haben wir es derzeit mit einem weltweiten Konjunkturaufschwung zu tun. Die Weltwirtschaft erhole sich schneller von der Corona-Pandemie als gedacht – und in großen Teilen der Erde herrsche ein regelrechter Bauboom, ob das nun Europa, China oder die USA sind. Holz wird überall gebraucht, die Nachfrage ist riesig.

Gleichzeitig ist das Angebot knapp bemessen: Russland und Kanada gehören eigentlich zu den größten Holzlieferanten, beide Länder exportieren aber derzeit kein Holz mehr. Aufgrund dessen ist europäisches, unter anderem deutsches Holz noch beliebter. Gerade die USA kaufen aktuell den deutschen Holzmarkt leer.

Baukosten sind kaum abschätzbar

Der Holzpreis macht Bauwilligen also zu schaffen. Besonders trickreich: Wer derzeit ein Bauprojekt in Auftrag gib, kann den Endpreis nur schwer festlegen. Laut NDR nutzen viele Betriebe Preisgleitklauseln, um den Endpreis im Laufe des Projekts an die aktuellen Materialkosten anzupassen. Auch der Zimmerer Marcus Proyer sagte gegenüber dem Merkur, dass er derzeit nur die Kosten für die Arbeitszeit berechnen könne – der Holzpreis stehe erst dann fest, wenn das Holz geliefert werde.

Doch wie geht man am besten mit der angespannten Preissituation um? Laut Rohstoffexperte Hans-Jürgen-Gern ist Aussitzen zwecklos, vor dem Herbst werde sich die Situation kaum entspannen – und selbst dann wird die Nachfrage weiterhin hoch sein. Branchenexperte Gerd Ebner sagte in einem Spiegel-Artikel sogar, dass der wahre Boom gerade erst starte – er warnte vor einem "Preis, den es so noch nicht gegeben hat". Eventuell empfiehlt sich das Ausweichen auf kostengünstigere Rohstoffe – der NDR verweist auf Lehm oder Kalamitätsholz.

Mehr zu Finanz-, Rechts- und Verbraucherangelegenheiten finden Sie auf unserer Themenseite Ratgeber Recht. Hier erfahren Sie nicht nur mehr über die steigende Inflationsrate in Deutschland, wir halten Sie auch über Lebensmittelrückrufe auf dem Laufenden. Gerade erst wurden verschiedene Bärchenwurst-Produkte für Kinder zurückgerufen.

Darüber hinaus gibt es bei uns aber natürlich auch was zum Schmunzeln: Mit diesem niedlichen Anschreiben hat sich ein 9-Jähriger bei der Polizei beworben!

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