Aktualisiert: 07.06.2021 - 21:56

Landwirte in Sorge Insekten-Alarm! Bayern erlebt schlimme Maikäfer-Plage

Von der Redaktion

Maikäfer schlüpfen eigentlich über mehrere Wochen verteilt. Doch in Bayern kamen die Insekten nun auf einen Schlag, was zu einer regelrechten Plage geführt hat.

Foto: Getty Images/ suteishi

Maikäfer schlüpfen eigentlich über mehrere Wochen verteilt. Doch in Bayern kamen die Insekten nun auf einen Schlag, was zu einer regelrechten Plage geführt hat.

Bayerns Landwirte sind in großer Sorge: Eine Maikäfer-Plage zieht aktuell durch Süddeutschland und führt zu großen Problemen auf den Feldern.

Maikäfer kennen vermutlich noch viele aus dem Kinderbuch "Max und Moritz" von Wilhelm Busch. Doch haben Sie schon einmal in der freien Natur welche gesehen? Vielerorts sind die Insekten rar und nur selten zu entdecken. So jedoch nicht im Süden Deutschlands …

In Bayern herrscht derzeit eine regelrechte Maikäfer-Plage. Tausende Insekten schwirren durch Ortschaften, über Felder, Straßen und Höfe. Was von vielen als Naturspektakel gesehen wird, ist für Landwirte hingegen eine große Herausforderung. Denn die Maikäfer ernähren sich vom Grün der Felder, was zu einem finanziellen Desaster führen kann.

Maikäfer-Plage in Bayern: Landwirte sorgen sich wegen Insekten

Bei "ntv" äußerte Landwirt Siegfried Jäger seinen Unmut: "Wir haben keine Futtererträge mehr, wir müssen das Grünland wieder ansähen, und das kostet natürlich wahnsinnig viel Geld." Rund 30.000 Euro habe er bereits bezahlen müssen für die Schäden, die die Maikäfer angerichtet haben. Doch wie konnte es dazu überhaupt kommen?

In Bayern schlüpfen derzeit vor allem Tausende Feldmaikäfer. Ein solches Massenvorkommen entwickelt sich aber erst über mehrere Jahre. Eier werden im Boden abgelegt, aus denen nach vier bis sechs Wochen Engerlinge schlüpfen.

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Mensch hat Mitschuld an Massenvorkommen

Diese Engerlinge bleiben zwei bis vier Jahre unter der Erde und ernähren sich zum Beispiel von Humus, Gras- und später sogar Baumwurzeln. Der Maikäferengerling zieht sich vor seinem letzten Winter in die Erde zurück und verpuppt sich. Zwischen April und Juni kommt er dann als Maikäfer zurück an die Erdoberfläche.

Maikäfer können bis zu drei Zentimeter groß werden und mit ihrem Fressverhalten einen entsprechend großen Schaden auf den Weiden der Landwirte anrichten. Daran hat aber auch der Mensch seinen Anteil, denn landwirtschaftliche Monokulturen bilden eine gute Lebensgrundlage für Maikäfer.

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Maikäfer-Plage kommt alle 30 bis 45 Jahre vor

Auch das Wetter spielt laut Experten bei der Maikäfer-Plage in Bayern eine große Rolle. Normalerweise schlüpfen die Insekten ab April über mehrere Wochen. Doch da der Monat sehr kalt war, schlüpfen die Tiere nun auf einen Schlag.

Dass es dazu kommt, ist übrigens äußerst selten. Massenvorkommen von Maikäfern kommen nur alle 30 bis 45 Jahre vor, sagen Experten. Eine beruhigende Nachricht für Bayerns Landwirte!

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