03.06.2021 - 09:56

Katholischer Feiertag Heute ist Fronleichnam – doch was bedeutet das eigentlich?

Von der Redaktion

Bei der feierlichen Prozession anlässlich Fronleichnams trägt ein Geistlicher die sogenannte Monstranz. Dies ist ein Gefäß, in dem sich die Hostie befindet.

Foto: Getty Images/ Sidney de Almeida

Bei der feierlichen Prozession anlässlich Fronleichnams trägt ein Geistlicher die sogenannte Monstranz. Dies ist ein Gefäß, in dem sich die Hostie befindet.

In einigen Bundesländern ist heute ein gesetzlicher Feiertag, denn es ist Fronleichnam. Doch wissen Sie, was man heute feiert?

Mussten Sie heute arbeiten oder konnten Sie entspannt ausschlafen und in aller Ruhe frühstücken? Falls Letzteres der Fall ist, wohnen Sie vermutlich in einem der Bundesländer, in denen Fronleichnam ein gesetzlicher Feiertag ist. Zu diesen zählen Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland sowie einzelne Regionen in Thüringen und Sachsen. Doch wissen Sie eigentlich, was genau an Fronleichnam gefeiert wird?

Das feiern Katholiken an Fronleichnam
Das feiern Katholiken an Fronleichnam

Das feiern Katholiken an Fronleichnam

Fronleichnam ist ein katholisches Hochfest. Aus diesem Grund ist der Tag auch nur in katholisch geprägten Bundesländern und Regionen ein gesetzlicher Feiertag. In der katholischen Kirche wird an diesem Tag die bleibende Gegenwart von Jesus Christus gefeiert. Die evangelische Kirche hingegen feiert Fronleichnam nicht. Der Reformator Martin Luther bezeichnete es 1530 sogar als das "allerschändlichste Fest", da es in der Bibel keine Erwähnung findet.

Dieses Jahr fällt Fronleichnam auf Donnerstag, den 3. Juni. Das Hochfest wird jedoch jedes Jahr an einem anderen Datum zelebriert. Das liegt daran, dass das Fest am zweiten Donnerstag nach Pfingsten und 60 Tage nach Ostern gefeiert wird.

Die Eucharistie: Der Leib und das Blut Christi

An Fronleichnam wird die Eucharistie gefeiert, also das letzte Abendmahl. Dieses stellt ein wichtiges Sakrament der katholischen Kirche dar – das ist ein Ritus, der die Gegenwart Gottes spürbar macht. Fronleichnam ist somit das "Fest des allerheiligsten Leibes und Blutes Christi", an dem Gläubige Wein und Hostien zu sich nehmen, die ihrem Verständnis nach zum Blut und zum Leib Jesus Christus werden.

Eigentlich geht man im christlichen Glauben davon aus, dass das letzte Abendmahl am Gründonnerstag stattfand. An diesem Abend soll Jesus ein letztes Mal mit seinen Jüngern zusammengekommen sein, um gemeinsam das Abendmahl zu feiern. Am darauffolgenden Tag, dem Karfreitag, wurde er gekreuzigt.

Warum wird das letzte Abendmahl nicht am Gründonnerstag gefeiert?

Dass die Eucharistie von den Katholiken nicht am Gründonnerstag gefeiert wird, sondern auf Fronleichnam verschoben wurde, hängt damit zusammen, dass die Karwoche – das ist die Woche vor Ostern, in die Gründonnerstag und Karfreitag fallen – ganz im Zeichen der Trauer steht und deshalb auch als "stille Woche" bezeichnet wird. Die prunkvollen Fronleichnamsprozessionen, die zur Feier der Eucharistie abgehalten werden, passen nicht in diese stille Woche.

Mehr über die Bedeutung von Ostern erfahren Sie hier.

Bei diesen Prozessionen zieht die Kirchengemeinde nach dem Feiertagsgottesdienst singend und betend durch die Straßen. Angeführt wird der Zug von einem Geistlichen, der die sogenannte Monstranz trägt. Die Monstranz ist ein prunkvolles, goldenes Gefäß, in dem sich die Hostie befindet – also nach dem Verständnis der katholischen Kirche der Leib Jesu.

Falls Fronleichnam in Ihrem Bundesland ein Feiertag ist, können Sie zwar ausschlafen, stehen aber gegebenenfalls vor dem Problem, dass die Läden geschlossen sind – zumindest die meisten. Hier erfahren Sie, wo Sie an Fronleichnam und anderen Feiertagen trotzdem einkaufen können.

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