Aktualisiert: 05.06.2021 - 20:17

Weltumwelttag am 5. Juni So lange braucht Müll im Wald, um zu verrotten

Von der Redaktion

Müll im Wald ist eine Belastung für die Natur: Eine PET-Flasche braucht 450 Jahre, bis sie verrottet ist.

Foto: Getty Images/ zianlob

Müll im Wald ist eine Belastung für die Natur: Eine PET-Flasche braucht 450 Jahre, bis sie verrottet ist.

Am heutigen Weltumwelttag erfahren Sie hier, wie lange Müll im Wald braucht, um zu verrotten. Die Zahlen zeigen, welchen Schaden die Natur nimmt.

Die Erde ist der Lebensraum von Menschen, Tieren und Pflanzen. Deshalb ist es von großer Bedeutung, den Planeten zu schützen. Seit 1976 wird in Deutschland jedes Jahr am 5. Juni der Weltumwelttag gefeiert, um auf die Folgen von Naturzerstörung aufmerksam zu machen und das Umweltbewusstsein zu schärfen.

Dieses Jahr steht der Weltumwelttag unter dem Motto: "Gemeinsam für Umwelt und Klima – Plastikmüll vermeiden". Vor allem in der Natur landen Abfälle, die das Ökosystem belasten. Wir beschäftigen uns am Weltumwelttag mit der Frage: Wie lange braucht eigentlich Müll im Wald, um vollständig zu verrotten? Die Zahlen sind erschreckend und belegen einmal mehr, dass wir alle noch mehr auf Umweltschutz achten müssen.

Weltumwelttag: So lange braucht Müll im Wald, um zu verrotten

Es ist ein Anblick, der Spaziergänger, Jogger und Waldliebhaber erschüttert: Sperrmüll, Autoreifen, alte Möbel, Bauschutt oder Plastikverpackungen liegen zwischen den Bäumen herum. Der Wald wird leider von vielen Menschen für die illegale Müllablagerung genutzt. Und das obwohl Bußgelder von bis zu 50.000 Euro drohen.

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Denn der Müll im Wald schadet dem gesamten Ökosystem. Chemische Stoffe, zum Beispiel aus Batterien oder Elektrogeräten, können durch Regen in den Waldboden übergehen und ins Grundwasser gelangen. Diese Stoffe nehmen Lebewesen auf. Das kann sogar schwere gesundheitliche Folgen für den Menschen haben.

Weltumwelttag: Am 5. Juni ist Tag der Umwelt
Weltumwelttag: Am 5. Juni ist Tag der Umwelt

PET-Flasche liegt 450 Jahre im Wald

Müll hat erheblichen Einfluss auf unsere Umwelt. Ihn einfach so im Wald abzuladen, geht vergleichsweise schnell und löst ein kurzfristiges Problem. Doch auf lange Sicht wird damit ein neues geschaffen. Denn Müll im Wald braucht mitunter mehrere Jahrhunderte, bis er verrottet. Das hängt auch davon ab, wie viel Niederschlag fällt, wie warm oder kalt es ist und wie die Bodenbeschaffenheit sowie das Bakterienaufkommen sind.

Eine Plastiktüte zum Beispiel braucht etwa 20, eine Chipstüte 80 und eine PET-Flasche sogar 450 Jahre, ehe sie abgebaut sind. Doch auch hier darf man sich keine Illusionen machen: Fremdstoffe wie Mikroplastikpartikel gehen über viele Jahre in die Natur über und können das Ökosystem vergiften.

Zigarettenstummel belasten das Grundwasser

Ähnlich ist es mit Zigarettenstummeln. Wegen der erhöhten Waldbrandgefahr sollte grundsätzlich auf das Rauchen dort verzichtet werden. Doch "Kippen"-Reste findet man dennoch häufig auf Waldböden. Zigarettenstummel liegen etwa zehn Jahre im Wald. Das darin enthaltene Nikotin gelangt durch Niederschlag über das Grundwasser in die Flüsse und kann Wasserlebewesen sogar töten.

Besonders beliebt für kurze Spaziergänge – aber alles andere als umweltfreundlich – sind To-Go-Becher für Kaffee. Sie bestehen anders als vermutet nicht komplett aus Pappe, sondern haben häufig eine Kunststoffbeschichtung. Das erschwert nicht nur das Recyceln. Auch die Zeit, bis der Müll im Wald verrottet ist, hat es in sich: Rund 50 Jahre liegt der To-Go-Becher im Wald. Nicht umsonst gilt er als Umweltsünder.

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50.000 Jahre braucht Glas, um zu verrotten

Das Schlimmste, was man der Natur antun kann, sind Müllarten, die Ewigkeiten im Wald liegen. Dafür gibt es zwei schockierende Beispiele: So ist ein Autoreifen erst nach rund 2.000 Jahren abgebaut, Glas sogar erst nach 50.000 Jahren! Solchen Müll ohne Rücksicht auf die Umwelt ins Ökosystem einzubringen, ist nicht nur fahrlässig, sondern nahezu kriminell.

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Doch es gibt zum Glück auch Abfälle, die deutlich schneller abgebaut werden. Das Kerngehäuse eines Apfels braucht nur etwa zwei Monate, bis es verrottet ist. Eine Bananenschale liegt drei Monate im Wald. Auch wenn das im Vergleich zu anderem Müll deutlich kürzer scheint, ist es trotzdem noch lange kein Grund, Abfälle im Wald abzuladen.

Es gibt schließlich nur diesen einen Planeten, den es zu schützen gilt. Und zwar nicht nur am heutigen Weltumwelttag. Deshalb sollte man sich zweimal überlegen, ob man den eigenen Müll im Wald verrotten lässt oder ihn lieber auf einem nachhaltigen Weg entsorgt.

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