Aktualisiert: 28.05.2021 - 14:59

Gefräßiger Gigant Getier im Garten: Das hilft gegen die Weidenbohrer-Larve!

Weidenbohrer-Larven haben einen schier unstillbaren Appetit auf Holz. Das hilft gegen die Riesen-Raupen!

Foto: imago images / imagebroker

Weidenbohrer-Larven haben einen schier unstillbaren Appetit auf Holz. Das hilft gegen die Riesen-Raupen!

Der Weidenbohrer-Schmetterling gilt als harmlos. Ganz anders seine Larve: So rücken Sie der gierigen Larve zu Leibe!

Im Garten kreucht und fleucht so einiges – und nicht wenig davon ist der Alptraum eines jeden passionierten Hobbygärtners. Ob Käfer, Schnecke oder Laus: Wer pralles Gemüse und süßes Obst heranziehen möchte, muss wissen, wie man das Ungeziefer im Zaum hält. Eines der lästigsten Kriechtiere ist die Weidenbohrer-Larve. Am liebsten hält sie sich auf Weidenbäumen auf, sie sagt aber auch zu Apfel und Birne nicht nein. Das hilft gegen die gefräßigen Raupen, die vor allem für Obstbäume zur Gefahr werden können…

Das hilft gegen die Weidenbohrer-Larve

Der Anblick Ihrer vertrockneten, welken (Obst-)Bäume löst bei Ihnen Kummer aus? Daran ist vielleicht die Weidenbohrer-Larve schuld. Die Larve des Weidenkäfer-Schmetterlings ist mit einer Länge von bis zu 10 Zentimetern für eine Raupe überdurchschnittlich groß – und sie frisst auch entsprechend viel. Sie erkennen die Weidenbohrer-Larve an ihrem glänzenden, gelben Körper und einem breiten, roten Streifen auf dem Rücken. Ihr Kopf und ihr Nacken sind schwarz gefärbt, vereinzelt hat sie kurze weiße Borsten.

Bei der Überprüfung der Raupen ist übrigens Vorsicht geboten: Die Weidenkäfer-Larve sondert bei Berührung ein stinkendes Sekret ab und kann sogar zubeißen. Giftig ist sie für den Menschen aber nicht.

Deshalb können Weidenkäfer-Larven auch für den Menschen gefährlich sein

Selbst, wenn Sie bei der Überprüfung Ihrer Bäume die Raupe nicht auf frischer Tat ertappen, so finden Sie eventuell Spuren, die auf die Übeltaten der Weidenbohrer-Larve hinweisen. Die Bohrgänge der Larve haben einen ovalen Durchmesser und einen Umfang von bis zu zwei bis drei Zentimeter. Am Eingang des Ganges finden Sie für gewöhnlich Kot oder Sägespäne vor, außerdem geht ein säuerlich-scharfer Geruch davon aus.

Die Gänge der Weidenbohrer-Larve werden bis zu einem Meter lang – sie höhlen den Baum quasi von innen aus, so dass dessen Äste, falls es zum Beispiel zu einem Sturm kommt oder sich ein Vogel auf ihm niederlässt, einfach abbrechen können. Hält sich jemand unterhalb des Baumes auf, kann das durchaus gefährlich sein. Ist der Baum durch den Weidenbohrer-Befall ohnehin bereits geschwächt, droht außerdem häufig Pilzbefall. Kein Wunder, dass die Weidenbohrer-Larve so gefürchtet ist…

Weidenbohrer-Larven mit Quassia bekämpfen

Zum Glück müssen Sie der Zerstörung Ihres Baumbestandes nicht tatenlos zusehen. Sie können etwas gegen die Weidenbohrer-Larve unternehmen – auch wenn das nicht ganz einfach ist. Wichtig ist vor allem, dass Sie den Befall frühzeitig bemerken und die betroffenen Äste zurückschneiden. Sind die Raupen erst einmal tief ins Holz vorgedrungen, ist es nahezu unmöglich, sie wieder loszuwerden.

Chemische Hilfsmittel gegen die Weidenbohrer-Larve gibt es nicht. Stattdessen können Sie mit einem selbst gebrauten Quassia-Sud gegen die Raupen vorgehen. Quassin ist ein Bitterstoff, der beispielsweise im Brasilianischen Quassiabaum enthalten ist. Gartenjournal.net empfiehlt folgendes Rezept:

  • 150 Gramm Quassia-Pulver mit zwei Liter Wasser übergießen (alternativ auch Bitterholz möglich)
  • Über Nacht ziehen lassen
  • Am nächsten Morgen aufkochen
  • Sud etwa eine Stunde köcheln lassen
  • (Optional: 250 Gramm Schmierseife im kochenden Sud auflösen, dadurch haftet der Sud besser am Baum)
  • Flüssigkeit absieben
  • Mit zehn Liter Wasser verdünnen
  • Auf die befallenen Bäume spritzen
  • Nach zwei Tagen: Sud mit Wasser von Bäumen abwaschen

Aber Vorsicht: Dieses Mittel wirkt nicht nur gegen Weidenbohrer, sondern ist auch schädlich für Nützlinge.

Von der Drahtmethode, also dem Aufspießen der Larven mithilfe eines dünnen Drahts, der in die Gänge geschoben wird, ist hingegen abzuraten: Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie tatsächlich alle Larven erwischen, ist gering.

Weidenbohrer-Larven sind nicht die einzigen Insekten, die Ihren Garten ganz schön in Mitleidenschaft ziehen können. Das müssen Sie über Florfliegen wissen! Und wie gefährlich sind Lindenwanzen für unsere Gartenbäume? Übrigens: Wenn Sie Mischkulturen anpflanzen, schützen sich Ihre Pflanzen gegenseitig vor Schädlingen!

Mehr Tipps für Ihren Garten und Balkon finden Sie auf unserer Themenseite.

Familie und Leben

Familie und Leben

Alles rund um Haus & Garten, Wissenswertes aus dem Alltagsleben und Ratgeberthemen sehen Sie in den Videos.

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe