20.05.2021 - 09:43

Nach einem Motorradunfall Deutschlands Streifenpolizist mit Beinprothese: So hart kämpfte sich Alexander Butz zurück ins Leben

Alexander Butz ist heute bei der Wasserpolizei tätig. Nur die Entscheidung, sein Bein amputieren zu lassen, gab ihm die Möglichkeit, in den Streifendienst der Polizei zurückzukehren. (Symbolbild)

Foto: Getty Images/Teka77

Alexander Butz ist heute bei der Wasserpolizei tätig. Nur die Entscheidung, sein Bein amputieren zu lassen, gab ihm die Möglichkeit, in den Streifendienst der Polizei zurückzukehren. (Symbolbild)

Durch einen Unfall trägt Polizeibeamter Alexander Butz ein geschädigtes Bein davon. Sein Kampfeswille und die Entscheidung, sich das Bein amputieren zu lassen, lässt ihn in seinen geliebten Job zurückkehren und seinen Sport wieder freudvoll ausüben.

Dass das Leben nach einer Gliedmaßenamputation nicht vorbei sein muss, zeigt Polizist Alexander Butz – sogar noch viel mehr: Der 38-Jährige macht vor, wie man es schaffen kann, nach einer Beinamputation zurück in den Job zu kommen und seine Hobbys wieder auszuüben. Dass er heute genau an diesem Punkt steht, hat ihn aber einen langen, harten Kampf gekostet. Doch er hat es geschafft – jetzt macht er anderen Mut, die ein ähnliches Schicksal haben. Doch zum Anfang seiner Geschichte...

Für ein schmerzfreieres Leben: Streifenpolizist Alexander Butz ließ sich sein Bein amputieren

Der Leidensweg von Alexander Butz beginnt am 20. Mai 2009, als er auf einer Landstraße mit seinem Motorrad unterwegs ist, wie Tag24 berichtete. Als ihm ein Auto die Vorfahrt nimmt, stürzt der Streifenpolizist schwer und zieht sich schlimme Verletzungen am Bein zu. Fünf Operationen sollten es wieder richten, doch traurigerweise behält der Patient bleibende Schäden zurück: ein steifes Sprunggelenk, außerdem stimmen die Beinlängen um ganze 2,8 Zentimeter nicht mehr überein.

Doch sein Unglück geht weiter. Von seinem Arzt bekommt er zu hören, dass eine Rückkehr in seinen alten Job und auch sein Hobby, das Handballspielen, nicht mehr möglich sein wird. Alexander Butz wird zum Kämpfer, geht zur Reha, lernt wieder laufen und ist schließlich so weit genesen, dass er auch wieder seinen Sport ausüben kann. Doch dabei begleiten ihn große Probleme. Durchblutung und Beweglichkeit sind eingeschränkt, Schmerzen quälen ihn.

Auch jobtechnisch kümmert man sich um ihn. Er bekommt das Angebot, bei der Kriminalpolizei im Büro zu arbeiten. Doch es ist nicht das, was sich der ehemalige Streifenpolizist vorgestellt hatte. Sein Ziel war es, in den Streifendienst zurückzukehren und wieder schmerzfrei seiner sportlichen Leidenschaft nachgehen zu können. Mit diesem vor Augen und aufgrund der Tatsache, dass sich Butz mittlerweile wie ein Drogenabhängiger fühlte, weil er zahlreiche Medikamente einnehmen musste – sein Zustand hatte sich verschlechtert, nachdem er sein Bein überlastetet hatte und in diesem eine Schraube brach – traf er eine Entscheidung.

Beinamputation und Schmerzmittel-Entzug – Alexander Butz erlebte die Hölle

Der tapfere Polizist lässt sich das Bein amputieren. Zudem machte er einen Entzug von den Schmerzmitteln, von denen er abhängig geworden war. "Es war die Hölle", beschreibt der Pfälzer seinen schweren Weg mit Krämpfen, Schlaflosigkeit sowie gleichzeitigem Frieren und Schwitzen. Er bekommt eine Prothese, durchläuft die Reha in einem halben Jahr und trainiert unglaublich hart. Und dann wird sein Traum war. Butz kann zurück in den Streifendienst, nachdem er den Polizeiarzt von seiner Tauglichkeit überzeugen konnte.

Alexander Butz' Story endet also erfreulich. Zwar hat er einen Unterschenkel verloren, dafür aber eine gut funktionierende Prothese, mit der er nun besser das Leben genießen kann als mit seinem kaputten Fuß. Für den jungen Mann, der übrigens der erste Streifenpolizist mit einer Beinprothese in Deutschland ist, war die Amputation wohl die richtige Entscheidung, sein extrem harter Kampf hat sich gelohnt. Nun unterstützt er andere Menschen, die Ähnliches durchmachen müssen wie er. Zudem setzt sich Alexander Butz dafür ein, dass über Handicaps offen gesprochen werden darf.

Beinamputierter Streifenpolizist steht wieder voller Spaß im Leben

Wenn er mal nicht bei der Wasserschutzpolizei in Karlsruhe im Dienst ist, tobt er sich beim Handball und beim Mountainbiken aus, wie auf seiner Instagram-Seite zu sehen ist. Dass er dabei Spaß hat, braucht man nicht zu erwähnen. Die Bilder sprechen für sich. Mountainbike-Touren, bei denen der Schlamm nur so spritzt, coole Moves mit dem Bike und filmreife "Kampfszenen" am Strand kann man wohl unkommentiert lassen.

Es gibt Menschen wie Alexander Butz, die beweisen, dass man anderen wegen einer Beeinträchtigung in nichts nachstehen muss. So auch Model und Schauspielerin Tamara Röske. Trotz Downsyndrom lässt sie sich keine Grenzen setzen. Diese junge, starke Frau sollten Sie auch unbedingt kennen.

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