Aktualisiert: 19.05.2021 - 21:59

Prüfungsschwerpunkte Hier schaut das Finanzamt bei der Steuererklärung genau hin

Von der Redaktion

Das Finanzamt wird einige Punkte der diesjährigen Steuererklärung besonders unter die Lupe nehmen.

Foto: Getty Images/seewhatmitchsee

Das Finanzamt wird einige Punkte der diesjährigen Steuererklärung besonders unter die Lupe nehmen.

Haben Sie bei der Steuererklärung schon mal getrickst? Jedes Jahr hat das Finanzamt neue Prüfungsschwerpunkte, auf die es ganz genau achtet ...

Jedes Jahr ist die Steuererklärung fällig. Egal, ob mit oder ohne Hilfe eines Steuerberaters: Irgendwie versuchen Steuerzahler immer, die zu zahlende Summe zu drücken oder möglichst gering zu halten. Doch die Experten kennen die Tricks und schauen deshalb genau hin.

Jedes Jahr konzentrieren sich die Prüfer auf verschiedene Aspekte der Steuererklärung, auch "Prüfungsschwerpunkte" genannt. Worauf das Finanzamt bei der diesjährigen Steuererklärung besonders achtet und wo genaue Nachfragen drohen, erfahren Sie hier.

Steuererklärung: Das sind die Prüfungsschwerpunkte des Finanzamts

Die Finanzverwaltungen der Bundesländer verschicken zu Jahresbeginn eine Liste mit den Prüfungsschwerpunkten an die jeweiligen Finanzämter. Auch die Steuerberaterkammern erhalten diese. Eigentlich sind die Listen geheim, doch manchmal werden sie veröffentlicht, wie zum Beispiel von der Kammer Westfalen-Lippe in Nordrhein-Westfalen.

Der Vorteil: So können sich Steuerberater und Steuerzahler auf die wichtigsten Prüfungsaspekte gezielt einstellen. "Focus.de" berichtet über den Steuer-Fachverlag NWB, der sich auf seinem Blog mit den wichtigsten Punkten für Steuerzahler auseinandergesetzt hat.

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Pendlerpauschale zusätzlich zur Homeoffice-Pauschale?

Ein wichtiger Prüfungsschwerpunkt hat mit Corona zu tun: die Homeoffice-Pauschale. Diese wurde im vergangenen Jahr eingeführt. Wegen der Pandemie gehen bis heute viele Arbeitnehmer ihrer Tätigkeit von zuhause aus nach. Pro Tag können so fünf Euro, im Jahr maximal 600 Euro geltend gemacht werden. Alles zur Entlastung für Homeoffice-Arbeiter können Sie hier nachlesen.

Die Steuererklärung soll nun danach geprüft werden, ob an Tagen, an denen im Homeoffice gearbeitet wurde, nicht etwa zusätzlich die Pendlerpauschale geltend gemacht wird. Denn Experten vermuten, dass die Homeoffice-Pauschale die eigentlichen Vorteile der Pendlerpauschale nicht ausgleicht. Das könnte zu Trickserei führen.

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Kontrollen bei doppelter Haushaltsführung

Homeoffice ist ein großes Thema bei den Finanzämtern. Ab diesem Jahr wird auch die doppelte Haushaltsführung überprüft. Denn eine Zweitwohnung wird nur dann steuerlich begünstigt, wenn sie den Arbeitsweg stark verkürzt. So können in der Regel bis zu 1.000 Euro monatlich für Miete und weitere Ausgaben wie Einrichtung abgesetzt werden.

Doch viele Arbeitnehmer sind wegen Corona ins Homeoffice gegangen, sodass die Zweitwohnung gar nicht richtig genutzt wird. Das zu prüfen ist nun Aufgabe der Finanzämter. Erleichterungen für doppelte Haushaltsführung bei der Steuererklärung würde es dann nämlich nicht geben.

Wichtiger Prüfungsschwerpunkt: "Liebhaberei"

Auch bei "Liebhaberei" schauen die Finanzämter ganz genau hin. Sie schauen, ob durch einen Gewerbebetrieb oder eine Selbstständigkeit wirklich Gewinne erzielt werden oder ob letztlich damit nur Ausgaben von der Steuer abgezogen werden sollen. Das nennt sich etwas sperrig "Prüfung der Einkunftserzielungsabsicht bei einem Gewerbebetrieb und selbstständiger Arbeit".

Eine mögliche Nachfrage des Finanzamtes könnte sein: Ist der teure Firmenwagen wirklich nötig, wenn keine entsprechenden Einnahmen generiert werden? Oder handelt es sich dabei eben doch nur um eine "Liebhaberei"?

Ab diesem Jahr achten die Finanzexperten offenbar vor allem auf Photovoltaikanlagen-Betreiber. Auch diese können als "Liebhaber" angesehen werden, obwohl sie steuerrechtlich gewerbliche Unternehmer sind. Sie investieren in eine Anlage als Energiequelle und verkaufen den Strom dann weiter. Doch das lohnt sich nur selten, die Investition ist oft höher als der Gewinn.

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Vermieter müssen Mieteinkünfte nachweisen können

Vermieter müssen sich ebenfalls auf Nachfragen des Finanzamts einstellen. Auch sie sind dieses Jahr ein Prüfungsschwerpunkt, denn die Experten wittern auch hier Betrug. In der Regel lassen sich die Kosten für Kauf oder Renovierung einer Immobilie steuerlich geltend machen. Das geht aber nur, wenn man auch Mieteinkünfte vorweisen kann. Die Einkünfte müssen mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete betragen.

Bedenken Sie also bei der nächsten Steuererklärung, dass es Nachfragen vom Finanzamt geben könnte. Auch wenn das nicht immer angenehm ist: Prüfungsschwerpunkte ermöglichen den Experten zu checken, dass bei den Steuereinnahmen alles mit rechten Dingen zugeht. Und Fairness möchte doch jeder.

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