14.05.2021 - 12:33

Angst vor Unfruchtbarkeit Skurrile Verschwörungstheorie: Werden Maskenmuffel jetzt zu Maskenträgern?

Von der Redaktion

Eine Maske schützt – vor allem vor Coronaviren. Dank einer neuen Verschwörungstheorie könnte die Mund-Nasen-Bedeckung allerdings schon bald zweckentfremdet werden...

Foto: Getty Images/ EMS-FORSTER-PRODUCTIONS

Eine Maske schützt – vor allem vor Coronaviren. Dank einer neuen Verschwörungstheorie könnte die Mund-Nasen-Bedeckung allerdings schon bald zweckentfremdet werden...

Einige Corona-Leugner haben offenbar das Bedürfnis, sich vor geimpften Personen zu schützen. Und zwar – Trommelwirbel – mit Masken.

Fake-News und Verschwörungstheorien sind ein echtes Problem für unsere Gesellschaft – und das nicht nur in Corona-Zeiten. Doch auch, wenn von den alternativen Realitäten, in die sich manche Menschen flüchten, eine ernstzunehmende Gefahr ausgeht, so kann man doch nicht umhin, über so manche phantasievolle Geschichte herzhaft zu lachen – man denke nur an die Theorie über die Reptilienmenschen oder die Anhänger der Überzeugung, dass die Erde eine Scheibe ist.

Jetzt sorgt ein neuer Verschwörungsmythos für Aufsehen: So mancher Corona-Leugner und Maskengegner überlegt offenbar, jetzt doch zur Maske zu greifen – allerdings nicht aus Angst vor dem Coronavirus, sondern wegen der Befürchtung, dass der Kontakt mit Menschen, die gegen das Coronavirus geimpft wurden, zu Unfruchtbarkeit führen könnte.

Corona: Wie sinnvoll sind Doppelmasken?
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Neuer Verschwörungsmythos: Maske tragen gegen Unfruchtbarkeit

Impfskeptiker bringen für ihre Einstellung viele Gründe vor – auch die Angst vor Unfruchtbarkeit als Impfschaden wurde in der Vergangenheit bereits genannt. Die Theorie, dass die Impfungen gegen das Coronavirus der Dezimierung der Weltbevölkerung dienen sollen, ist ebenfalls nicht neu.

Neu ist allerdings, dass laut dieser Verschwörungstheorie die Gefahr nicht nur von der Impfung selbst, sondern auch von geimpften Personen ausgehen soll: Wie das Magazin Vice auf seinem Instagram-Channel berichtete, fürchten einige Impfgegner offenbar, dass geimpfte Personen bestimmte Proteine absondern, die von Ungeimpften aufgenommen werden und zu unregelmäßiger Menstruation, Unfruchtbarkeit und Fehlgeburten führen sollen.

Neue Verschwörungstheorie basiert auf Fehlinformation

Die Verschwörungstheorie basiert auf einer Fehlinformation. Bereits vergangenes Jahr kursierte das Gerücht, dass die Impfung gegen das Coronavirus Frauen unfruchtbar machen solle. Diese Information ist falsch: Wie unter anderem auf der Website des Robert-Koch-Instituts nachzulesen ist, gibt es "keine Hinweise auf das Auftreten von Unfruchtbarkeit". Die Fehlinformation beruhe darauf, dass das Protein, welches von den Impfungen kodiert wird, strukturell ähnlich ist wie ein Protein, das für die Fruchtbarkeit wichtig ist.

Die Weiterführung dieser falschen Theorie dahingehend, dass geimpfte Personen nicht nur selbst unfruchtbar sind, sondern auch andere damit anstecken, entbehrt hingegen jeglicher Logik.

Sind Masken die Lösung?

So mancher Impfgegner plant nun offenbar, sich von geimpften Personen fernzuhalten. Doch wie soll eine solche Absonderung funktionieren? Die Antwort auf diese Frage ist so logisch wie absurd: Mit Masken und Abstand natürlich. Laut Vice liebäugelt der ein oder andere Anhänger der Verschwörungstheorie bereits mit der einst verhassten Mund-Nasen-Bedeckung…

Wenn Ignorieren kaum möglich ist: Wie geht man mit Verschwörungstheoretikern in der Familie um? Ein Psychologe gibt Tipps.

Weitere Fakten über das Coronavirus und die Impfung finden Sie auf unserer Themenseite. Hier lesen Sie zum Beispiel, ob eine Kreuzimpfung – also die Impfung mit zwei verschiedenen Vakzinen – problemlos möglich ist.

Die Entscheidung, sich impfen zu lassen, obliegt jedem selbst. Doch Virologe Christian Drosten gibt zu bedenken, dass Personen, die sich nicht impfen lassen, sich irgendwann infizieren werden.

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