07.05.2021 - 11:52

Coffee to go & Co Für mehr Nachhaltigkeit: Bundestag beschließt Mehrweg-Pflicht!

Coffee-to-go-Becher säumen Gehwege, quellen aus Mülleimern und bedecken Grünflächen: Um den Verpackungsmüll in Deutschland zu reduzieren, wird in den nächsten Jahren eine Mehrweg-Pflicht für die Gastronomie und eine Erweiterung des Pfand-Systems eingeführt.

Foto: Getty Images/ Peter Dazeley

Coffee-to-go-Becher säumen Gehwege, quellen aus Mülleimern und bedecken Grünflächen: Um den Verpackungsmüll in Deutschland zu reduzieren, wird in den nächsten Jahren eine Mehrweg-Pflicht für die Gastronomie und eine Erweiterung des Pfand-Systems eingeführt.

Der Bundestag hat eine Mehrweg-Pflicht für Gastronomen beschlossen. Auch beim Flaschenpfand gibt es Änderungen…

Verpackungsmüll ist ein Problem – und zwar weltweit. Viele Stoffe sind nicht biologisch abbaubar, verbleiben auf der Erde und in den Weltmeeren. Außerdem enthalten viele Verpackungen Schadstoffe, die in unser Ökosystem gelangen. Einwegverpackungen machen einen großen Teil des Verpackungsmülls aus, in Deutschland sind insbesondere Einwegverpackungen in der Gastronomie ein Problem. Um den Verpackungsmüll in Deutschland zu reduzieren, hat der Bundestag jetzt eine Mehrweg-Pflicht für die Gastronomie sowie eine Erweiterung des Pfand-Systems beschlossen.

6 schockierende Fakten über Plastik - und wie man dem Müll den Kampf ansagt
6 schockierende Fakten über Plastik - und wie man dem Müll den Kampf ansagt

Für weniger Verpackungsmüll: Gastronomie erwartet Mehrweg-Pflicht

2018 fielen in Deutschland 18,9 Millionen Verpackungsmüll an – ein Rekordwert. Mitverantwortlich für den Anstieg macht das Umweltbundesamt auch "die Zunahme von Vertriebswegen des Außer-Haus-Verbrauchs von Lebensmitteln, beispielsweise Fast Food und sonstige To-Go-Gastronomie". Um den dadurch entstehenden Verpackungsmüll zu reduzieren, wird eine Mehrweg-Pflicht in der Gastronomie eingeführt.

Wie der Seite des Bundesumweltministeriums zu entnehmen ist, gilt die Mehrweg-Pflicht ab 2023. Das bedeutet: Wenn Restaurants, Bars und Co Außer-Haus-Verkauf anbieten, dürfen sie ihren Gästen nicht nur eine Einweg-, sondern müssen auch eine Mehrwegverpackung anbieten. Das gilt auch, wenn das Essen geliefert wird.

Von der Mehrweg-Pflicht befreit sind lediglich Betriebe mit einer Fläche von weniger als 80 Quadratmetern und bis zu fünf Angestellten. Diese müssen es ihren Kunden aber erlauben, selbst Mehrwegbehältnisse mitzubringen.

Mit mehr Pfand zu weniger Verpackungsmüll

Auch eine Erweiterung des Pfand-Systems soll dabei helfen, den Verpackungsmüll in Deutschland zu reduzieren. Ab 2022 soll es Pfand auf alle Einwegplastikflaschen und Getränkedosen geben. Das betrifft auch Milch und Milcherzeugnisse, hier soll es jedoch eine Übergangsfrist bis 2024 geben.

Außerdem müssen PET-Flaschen ab 2025 erstmals zu mindestens 25 Prozent aus recyceltem Kunststoff bestehen. Ab 2030 wird der Mindestanteil auf 30 Prozent angehoben und gilt dann für alle Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff.

Kritik an Verpackungsmüll-Maßnahmen

Umweltministerin Svenja Schulze zeigt sich laut Tagesschau zuversichtlich, dass sich "die Verpackungsflut vor allem im To-Go-Bereich" durch mehr Mehrwegverpackungen eindämmen lässt. Es wurde jedoch auch Kritik an den neuen Maßnahmen laut – von verschiedenen Seiten. Während Umweltschützer vor allem die Ausnahmen von der Mehrweg-Pflicht kritisieren, befürchtet der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband eine höhere finanzielle Belastung der Gastronomen.

Wie Sie Verpackungsmüll im Alltag vermeiden können, erfahren Sie hier. Ebenfalls wichtig: Mülltrennung! Das gehört in den gelben Sack. Auch Einweg-Plastikbesteck und Co sind bald verboten: Ab Juli gilt das Plastikverbot!

Mehr zum Thema Nachhaltig leben finden Sie hier.

Familie und Leben

Familie und Leben

Alles rund um Haus & Garten, Wissenswertes aus dem Alltagsleben und Ratgeberthemen sehen Sie in den Videos.

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe