Aktualisiert: 05.05.2021 - 21:25

Kritik an Fischindustrie Darum müssen Sie die Netflix-Doku "Seaspiracy" sehen

Von der Redaktion

Die Fischindustrie fische die Weltmeere um jeden Preis leer. Das kritisieren die Macher der spektakulären Netflix-Doku "Seaspiracy".

Foto: Getty Images/TOSHIFUMI KITAMURA / Staff

Die Fischindustrie fische die Weltmeere um jeden Preis leer. Das kritisieren die Macher der spektakulären Netflix-Doku "Seaspiracy".

Sie essen gern Fisch? Wenn Sie die Netflix-Doku "Seaspiracy" sehen, könnte Ihnen der Appetit vergehen. Warum Sie den Film trotzdem gucken müssen.

Frittiert oder gedünstet, auf dem Teller oder im Brötchen: Fisch ist ein beliebtes Nahrungsmittel. Er ist gesund, liefert wichtige Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren und schmeckt außerordentlich gut. In den vergangenen Jahren ist Fisch vor allem bei Menschen, die auf Fleisch verzichten, immer beliebter geworden, weil er eine gute Alternative als tierische Eiweißquelle ist und als nachhaltig galt.

Doch das scheint ein Irrglaube zu sein, glaubt man den Machern von "Seaspiracy", der Netflix-Doku, über die gerade jeder spricht. Der Film auf dem Streamingportal zeigt, wie die Meere leergefischt werden und wie skrupellos die Industrien vorgehen, um noch mehr Fisch zu erzeugen. Und auch wenn die bildgewaltige Dokumentation an vielen Stellen hart ist: Sie ist Pflichtprogramm!

Seaspiracy: Warum Sie diese Netflix-Doku sehen müssen

Über 13,2 Kilogramm Fisch und Fischerzeugnisse isst jede Person in Deutschland durchschnittlich pro Jahr. Weltweit sind es sogar noch mehr und die Nachfrage steigt stetig. Trotzdem ist es nicht ausgeschlossen, dass Ihnen nach "Seaspiracy" der Appetit auf Fischstäbchen oder Sushi vergeht.

Anderthalb Stunden dauert das Werk der Dokumentarfilmer Ali und Lucy Tabrizi. Es zeigt, wie die Weltmeere durch eine kriminelle Industrie leergefischt werden und wie die Wildbestände radikal einbrechen.

Nachhaltig leben: Welcher Fisch darf auf den Teller?

Abgeschnittene Haiflossen, tote Delphine

Brisante Bilder aus Asien zeigen zum Beispiel, wie Haiflossen verkauft werden, die Haien auf hoher See auf brutalste Weise abgeschnitten wurden. Es sind tote Delphine zu sehen, die auf der Jagd nach wertvollem Thunfisch in den Fischerleinen als nutzloser Beifang hängen bleiben.

So viele Schadstoffe stecken im Thunfisch wirklich!

Auch illegale Fischerei ist in der Doku ein großes Thema. Doch obwohl Aktivisten das Gespräch mit Politikern und Verantwortlichen in Brüssel und London suchen, gibt es auf große Fragen kaum zufriedenstellende Antworten. Der Film lässt einen traurig und wütend zurück.

Organisationen kritisieren Netflix-Doku

Doch ist die Lösung, auf Fisch gänzlich zu verzichten? Nein, sagen Experten und Organisationen wie das Marine Stewardship Council, die durch das blaue MSC-Logo bekannt geworden sind. Sie kritisierten "Seaspiracy" und behaupteten, dass genannte Zahlen und erwähnte Studien nicht korrekt seien oder nicht dem aktuellen Kenntnisstand entsprächen. Außerdem dient Fisch Menschen in vielen Regionen, vor allem in ärmeren Ländern, als Grundnahrungsmittel.

Trotz berechtigter Kritik hilft die Netflix-Doku "Seaspiracy" dabei, den eigenen Konsum zu überdenken und vielleicht sogar zu verändern. Es muss nicht jeden Tag Fisch sein. Vielleicht sollte man etwas weniger davon essen und dafür hochwertiger und aus nachhaltiger und transparenter Fischerei beziehen.

Ökologische und nachhaltige Ernährung wird immer wichtiger. Hier lesen Sie, was genau eigentlich nachhaltiger Fisch ist. Und hier haben wir zusammengefasst, welche Lebensmittelhersteller vegetarische Alternativen zu Fisch, Fleisch und Milch anbieten. Außerdem gibt's bei uns Tipps für nachhaltigeres Leben.

Weitere Tipps für Filme und Serien finden Sie auf unserer Themenseite TV-Sendungen.

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