Aktualisiert: 27.04.2021 - 20:02

Serie vor Jahren ausgeliehen Frau stellt per Zufall fest, dass sie seit 21 Jahren mit Haftbefehl gesucht wird – wegen einer VHS-Kassette

Wegen einer nicht in die Videothek zurückgebrachten VHS-Kassette wird Anzeige gegen eine Frau erstattet. Diese weiß 21 Jahre lang nichts davon, dass sie polizeilich gesucht wird. (Symbolbild)

Foto: Getty Images/Lazy_Bear

Wegen einer nicht in die Videothek zurückgebrachten VHS-Kassette wird Anzeige gegen eine Frau erstattet. Diese weiß 21 Jahre lang nichts davon, dass sie polizeilich gesucht wird. (Symbolbild)

Es ist bloß eine VHS-Kassette, die vor 2000 nicht mehr den Weg zurück zur Videothek fand. Das hatte, unbemerkt über 20 Jahre lang, Folgen für eine Frau, die von ihrem Fauxpas nicht einmal etwas wusste.

VHS-Kassetten sind schon längst nicht mehr aktuell. Filme gibt es mittlerweile auf Blu-Ray oder man streamt sie im Internet. Demnach dürfte sich kaum noch jemand erinnern, wann er gar den letzten VHS-Film in einer Videothek ausgeliehen hat. Nur zur Erinnerung: Videotheken waren das, wo man früher hinging, um sich einen Film für den Kinoabend daheim auszuleihen.

Da Videotheken Relikte vergangener Zeiten sind, wie wir gerade feststellten, dürfte sich auch die US-Bürgerin Caron McBride kaum noch erinnern, wann sie eine solche zuletzt betreten hat. Ihr Interesse daran, das zu wissen, dürfte sicher auch nicht besonders groß gewesen sein. Bis zu einem Zeitpunkt, der sie schockierte. Nämlich als die Frau durch einen Zufall feststellen musste, dass sie wegen einer aus einer Videothek geliehenen und nicht zurückgebrachten Videokassette bereits über 20 Jahre polizeilich gesucht wird.

Frau stellt plötzlich fest, dass sie seit 21 Jahren gesucht wird – wegen einer VHS-Kassette

Die Geschichte klingt wahrlich kurios, das müssen wir zugeben. Aber wenn die Story schon für Sie unfassbar klingt, wie mag es dann erst für die Betroffene sein, die auf einmal erfährt, dass sie wegen einer solchen Videokassette schon seit über 20 Jahren von der Polizei gesucht wird, wie der TV-Sender KOKH Fox 25 berichtete? Sie wollte lediglich nach ihrer Hochzeit ihren Namen auf ihrem Führerschein ändern lassen. Als sie sich hierfür um einen Termin bemühte, teilte ihr die zuständige texanische Behörde mit, dass sie in ihrer Heimat Oklahoma von der Polizei gesucht werde.

Sie rief daraufhin die Nummer an, die ihr im Zuge dessen mitgeteilt worden war. Ihr Anruf ging an den Bezirksstaatsanwalt von Cleveland County. Dort musste sie von einer Frau erfahren, dass im März 2000 Anzeige wegen Unterschlagung gegen sie erstattet worden war. Ihr Vergehen: Sie soll in Norman bei der Videothek "Movie Place" im Jahr 1999 die TV-Serie "Sabrina – Total verhext" ausgeliehen, aber nicht wieder zurückgebracht haben. Caron McBride war fassungslos. "Ich musste sie bitten, es zu wiederholen, weil ich es so verrückt fand", teilte sie dem Sender mit.

Verschwundene VHS-Kassette hatte bereits für schlimme Folgen gesorgt

Die empörte Gesuchte kann sich an diesen Vorfall aus dem Jahr 1999 nicht erinnern. Zudem mag sie diese Serie nicht einmal, wie sie CNN gegenüber erklärte. Vermutet wird, dass ihr damaliger Partner das Video für seine Töchter auf ihren Namen ausgeliehen haben könnte. Wie dem auch sei, erstaunlich ist, dass der Haftbefehl gegen Caron McBride nicht schon längst aufgehoben war, schließlich schloss die Videothek 2008 für immer.

Nun endlich wird die Anzeige fallen gelassen, doch Caron McBride hat nicht nur einen ganz schönen Schrecken davongetragen, als sie so ahnungslos mit dem Haftbefehl gegen sie überrascht wurde. Wie sie feststellte, richtete der Vorfall schon in der Vergangenheit einen großen Schaden an. Mehrere Entlassungen soll es für sie in ihren Jobs in den letzten zwei Jahrzehnten gegeben haben. Sie konnte sich das nie erklären. Jetzt kann sie es: Bei den Checks ihrer Person kam wohl öfter mal der unschöne Begriff Unterschlagung ans Tageslicht.

Wir haben noch mehr kuriose Geschichten für Sie, beispielsweise, dass eine Kanadierin gestohlene Pompeji-Artefakte zurückgab, nachdem sie 15 Jahre lang Pech hatte oder dass ein Gefängnis eine Dankeskarte und eine 4 1/2-Sterne-Bewertung von einer Ex-Gefangenen erhielt.

Hätte die Frau in diesem unglaublichen Fall von der verschwundenen VHS-Kassette gewusst, hätte sie sicher früher gehandelt und es wäre gar nicht erst zu einer Suche von 21 Jahren gekommen. Doch Sie wusste nichts von dieser Rechtsangelegenheit. Wissen Sie aber von rechtlichen Streitigkeiten, die Sie betreffen, schieben Sie das nicht von sich weg. Aufschieben ist keine Lösung. Schauen Sie lieber, dass Sie Ihr Recht bekommen, das Ihnen zusteht. Sie wissen gar nicht, was Ihnen alles so zusteht? Dann kann vielleicht unsere Themenseite Ratgeber Recht helfen.

Quellen: spiegel.de, rtl.de

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