27.04.2021 - 09:54

Gegen Gleichbehandlung Geimpft = getestet? Nicht, wenn es nach der Kanzlerin geht…

Ein negatives Corona-Testergebnis ist zweifellos ein Grund zur Freude. Doch ist der Status negativ Getesteter gleichzusetzen mit der Immunität Geimpfter und Genesener? Wenn es nach Kanzlerin Angela Merkel geht, nicht.

Foto: Getty Images/ VioletaStoimenova

Ein negatives Corona-Testergebnis ist zweifellos ein Grund zur Freude. Doch ist der Status negativ Getesteter gleichzusetzen mit der Immunität Geimpfter und Genesener? Wenn es nach Kanzlerin Angela Merkel geht, nicht.

Können Geimpfte, Genesene und negativ Getestete wirklich gleichgestellt werden? Das sagt Angela Merkel dazu...

Seitdem die Impfkampagne in Deutschland an Fahrt aufgenommen hat, ist die Bevölkerung und die Politik in zwei Lager gespalten: Die einen vertreten die Meinung, dass geimpfte Personen einen Teil ihrer Freiheiten zurückbekommen sollten, die anderen halten eine solche Ungleichbehandlung für unsolidarisch. Bislang halten sich die Freiheiten, die Geimpfte und Genesene genießen, im Rahmen – doch ein Ausspruch der Kanzlerin wirft die Frage auf, ob sich das bald ändern könnte: Im Vorfeld der Konferenz warnte Kanzlerin Angela Merkel davor, Geimpfte und negativ Getestete gleichzustellen.

Merkel: Gegen die Gleichstellung Geimpfter, Genesener und negativ Getesteter

Seit dem gestrigen Impfgipfel steht fest: Geimpfte und Genesene sollen – vorerst – die gleichen Rechte erhalten wie negativ auf das Coronavirus Getestete. Doch ist das vielleicht noch gar nicht das Ende der Fahnenstange? Könnten Geimpfte bald noch mehr Freiheiten bekommen – Freiheiten, die negativ Getestete nicht haben?

Laut einem Bericht der Bild-Zeitung hatte sich Kanzlerin Angela Merkel vor dem Impfgipfel allerdings noch gegen die Gleichstellung von Geimpften oder Genesenen und negativ getesteten Personen ausgesprochen. Die Begründung dafür: Die Sicherheit der Impfung sei viel robuster als die Sicherheit der Tests.

Impfung verringert Risiko der Virusübertragung drastisch

Daten aus Israel legten bereits vor einiger Zeit nahe, dass Personen, die mit dem Biontech-Vakzin geimpft wurden, nicht mehr ansteckend sind. Auch der Impfstoff von AstraZeneca reduziert offenbar Übertragungen. Das Robert-Koch-Institut schätzt das Übertragungsrisiko, das von geimpften Menschen ausgeht, mittlerweile als gering ein, in den FAQs zur Impfung des Instituts heißt es: "In der Summe ist daher das Risiko einer Virusübertragung stark vermindert." Das bedeutet zwar nicht, dass es vollkommen ausgeschlossen ist, man geht aber davon aus, dass geimpfte Personen das Coronavirus nur noch in seltenen Fällen übertragen können.

Diese Fehler sollten Sie beim Selbsttest zu Hause vermeiden
Diese Fehler sollten Sie beim Selbsttest zu Hause vermeiden

Corona-Tests sind eine vergleichsweise unsichere Sache. Gerade Schnelltests bieten lediglich eine Momentaufnahme: Es ist möglich, dass eine Person zum Zeitpunkt des Tests zwar negativ, einige Stunden später allerdings positiv ist – und auch infektiös. Auch Charité-Virologe Christian Drosten warnte bereits davor, dass die Zuverlässigkeit von Antigen-Schnelltests beschränkt ist. Und selbst bei den zuverlässigeren PCR-Tests kann es vorkommen, dass sie eine Infektion nicht erkennen.

Kommen bald mehr Freiheiten für Geimpfte?

Vor diesem Hintergrund ist die Aussage der Kanzlerin, dass negativ Getestete nicht mit Geimpften und Genesenen gleichgestellt werden sollten, nachvollziehbar. Ob das jedoch auch bedeutet, dass sich Personen, die immun gegen das Virus sind, bald über noch mehr Lockerungen freuen dürfen, bleibt abzuwarten. Ein digitaler Corona-Immunitätsausweis ist zumindest schon einmal in Arbeit. Bisher bieten lediglich private Unternehmen Vorteile, wie beispielsweise diese Reedereien, die Kreuzfahrten für Geimpfte im Angebot haben. Und auch Israel lässt bald wieder geimpfte Touristen ins Land.

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