26.04.2021 - 12:01

Begnadete Mezzosopranistin Jahrhundert-Opernstar: Christa Ludwig ist tot

Von der Redaktion

Christa Ludwig im Jahre 1992 – zwei Jahre vor ihrem Bühnenabschied, den Beschluss aber bereits gefasst. Am 24. April 2021 ist die Opernsängerin im Alter von 93 Jahren verstorben.

Foto: Getty Images/Eric Robert / Kontributor

Christa Ludwig im Jahre 1992 – zwei Jahre vor ihrem Bühnenabschied, den Beschluss aber bereits gefasst. Am 24. April 2021 ist die Opernsängerin im Alter von 93 Jahren verstorben.

Einer der größten Opernstars des 20. Jahrhunderts ist von uns gegangen. Christa Ludwig ist im Alter von 93 Jahren verstorben.

Wer sich ein bisschen mit Opern auskennt, wird ihren Namen ganz sicher einmal gehört haben, vielleicht sogar selbst in den Genuss ihres Mezzosoprans gekommen sein. Noch im Jahr 2018 hatte sie die Auszeichnung Opus-Klassik für ihr Lebenswerk erhalten. Jetzt ist Christa Ludwig gestorben.

Christa Ludwig ist tot: Opernsängerin stirbt mit 93

93 Jahre alt geworden ist die gebürtige Berlinerin, die es bereits vor Jahrzehnten nach Österreich gezogen hat. Dort ist sie in ihrer Wahlheimat Klosterneuburg bei Wien nun vergangenen Samstag, am 24. April, gestorben, wie die Familie der österreichischen Nachrichtenagentur APA mitgeteilt hatte.

1946 stieg Ludwig groß in die Oper ein, ihr Debüt gab sie als Prinz Orlofsky in der "Fledermaus" an den städtischen Bühnen in Frankfurt. Es folgten Stationen in Darmstadt und Hannover. 1955 dann startete sie an der Wiener Staatsoper. Stammgast war Ludwig aber auch bei den Salzburger Festspielen sowie in Bayreuth und vielen anderen Festspielen und Opernhäusern.

"Begnadete Mezzosopranistin" mit Herz und Seele

In Wien hatte die Mezzosopranistin ihre meisten Auftritte: Nach 769 Malen auf der Bühne hatte sie dort an der Wiener Staatsoper ihren Bühnenabschied gefeiert. Vergessen hat man sie aber nicht. Als das "herrlichste, wundervollste Mezzosopran-Timbre ihrer Zeit" beschreibt Julia Spinola in ihrem Nachruf in der Süddeutschen den Stil von Christa Ludwig.

Nebst ihrem Gesang hatte Ludwig auch immer durch ihre direkte Art begeistert, erinnerte sich 1996 der ebenfalls bereits verstorbene Dirigent Georg Solti im Gespräch mit dem Spiegel: "Der Regisseur redete unentwegt auf die entnervte Christa ein, um ihr die Rolle zu erklären. Eine Weile hörte sie sich geduldig das Geschwätz an, und dann legte sie los: 'Mein Lieber, alles, was Sie sagen, ist Scheiße. Aber ich mache es, weil ich gut bezahlt werde!'"

Man gebe seine Seele beim Singen, hatte sie im Gespräch zum Opus-Klassik-Preis gesagt. "Singen muss ein Verströmen von Liebe sein, sonst ist es nach fünf Minuten langweilig." Diese Liebe bleibt uns immerhin in Aufnahmen.

Leider ist Christa Ludwig nicht die einzige, von der wir im Jahr 2021 bereits Abschied nehmen mussten:

Quellen: dpa, Spiegel, Süddeutsche

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