26.04.2021 - 08:55

Unfassbarer Vertuschungsversuch Krankenschwester lässt Impfstoff fallen – und zieht die Spritzen mit Kochsalzlösung auf

In Niedersachsen haben ein paar wenige Menschen bei ihrer Corona-Impfung nur eine Kochsalzlösung gespritzt bekommen.

Foto: Getty Images/Guido Mieth

In Niedersachsen haben ein paar wenige Menschen bei ihrer Corona-Impfung nur eine Kochsalzlösung gespritzt bekommen.

Da glaubt man, man sei nun gegen Corona geimpft und dann ist das gar nicht der Fall, da nur eine Kochsalzlösung gespritzt wurde. Einen solch untragbaren Fall gab es jetzt in Niedersachsen.

Im Impfzentrum Friesland in Niedersachsen gab es am 21. April einen Vorfall, der das Vertrauen der Bürger und Bürgerinnen wieder ein wenig schmälern könnte. Denn es ist bekanntgeworden, dass einer dort impfenden Krankenschwester aus Versehen eine Biontech-Ampulle heruntergefallen ist. Statt das Malheur zu melden, weil es ihr peinlich war, zog sie einfach sechs Spritzen mit Kochsalzlösung auf und gab diese an die Impfärzte weiter.

Impftermin absagen – und dann?
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Krankenschwester hat Impfstoff fallen lassen – in den Spritzen landet Kochsalzlösung

Bei der Arbeit einen Fehler zu machen und diesen zugeben zu müssen, ist für niemanden angenehm. Aber bei manchen Jobs ist die Meldung eines Missgeschicks essentiell. In einem solchen Fall muss der Betroffene über seinen Schatten springen und den Chef davon in Kenntnis setzen. So hätte es auch die examinierte Krankenschwester machen müssen, der im Impfzentrum in Friesland eine Biontech-Ampulle zu Bruch gegangen ist, wie die Deutsche Presse-Agentur und Focus berichteten.

Doch ihr sei das Unglück unangenehm gewesen. Deswegen habe sie sich falscherweise dazu entschieden, die Spritzen nur mit der Kochsalzlösung zu füllen, die eigentlich als Verdünnungsmittel für den Impfstoff dient. Damit wollte sie ihren Patzer vertuschen, hat aber wohl nicht an die Konsequenzen gedacht, dass die zu Impfenden so unwissend nicht das so dringend nötige Vakzin gegen das Coronavirus bekommen. Zumindest ist die Kochsalzlösung für die Geimpften nicht schädlich.

Kündigung und Hausverbot für die Krankenschwester

Drei Tage später habe sich die Krankeschwester einer Kollegin anvertraut, heißt es in den Berichten. Diese habe dann ihren Vorgesetzen informiert. Als der Vorfall so ans Licht kam, gestand die Beschuldige alles und zeigte sich betroffen. Sie bekommt nun eine Kündigung und hat im Impfzentrum Hausverbot. Die Polizei ermittelt nun wegen möglicher Körperverletzung.

Sven Ambrosy, Frieslands Landrat, nannte diesen Fall bei einer Online-Pressekonferenz "zutiefst schockierend". Die 200 Personen, die an diesem Tag bis 13 Uhr geimpft wurden (Der Vorfall soll sich morgens gegen 8 Uhr ereignet haben), müssen nun alle einen Antikörpertest machen. So kann herausgefunden werden, wer den richtigen Impfstoff und wer die Kochsalz-Spritze erhalten hat. Damit so etwas sich nicht wiederholen kann, gilt dort nun das Vier-Augen-Prinzip beim Herstellen der Impfstoffe.

Das Vertrauen der Menschen in das Impfgeschehen wächst durch solche Vorfälle nicht unbedingt. Und auch solche Meldungen wie dieser hier sind beunruhigend: Gefälschte Impfausweise werden im Internet verkauft.

Und wenn Sie sich über eine Corona-Impfung freuen dürfen, bedenken Sie bitte, dass Sie nie Fotos vom Impfausweis in die sozialen Medien stellen sollten. Das ist der Grund dafür!

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