23.04.2021 - 07:29

Nur OP-Masken Amazon verbietet Angestellten das Tragen von FFP2-Masken

Amazon gewährt seinen Beschäftigten an einem Standort nur OP-Masken. FFP2-Masken sind bei der Arbeit untersagt.

Foto: IMAGO / Pressedienst Nord

Amazon gewährt seinen Beschäftigten an einem Standort nur OP-Masken. FFP2-Masken sind bei der Arbeit untersagt.

Amazon-Angestellte dürfen sich an einem Standort des Großkonzerns bei der Arbeit nicht mit FFP2-Masken schützen. Warum das so ist, lesen Sie hier.

Die Gesundheit geht immer vor. So war das doch, oder nicht? Scheinbar nicht beim Online-Giganten Amazon. Dieser verbietet seinen Mitarbeitern das Tragen von FFP2-Masken – und das mitten in der verheerenden Corona-Pandemie. Und wir sprechen hier nicht von einem Vorfall, der sich irgendwo andererorts in einem anderen Land abgespielt hat, sondern von einem Skandal direkt in Deutschland. Was der Grund für das FFP2-Maskenverbot bei Amazon ist.

FFP2-Masken bei Amazon für Angestellte verboten

Ein Betrieb möchte doch seine Mitarbeiter/innen bestmöglich schützen, oder etwa nicht? Online-Riese Amazon scheint daran nur bedingt Interesse zu haben, wie das ARD-Magazin Panorama berichtete. Denn am Standort Winsen in Niedersachsen darf das dort arbeitende Personal keine FFP2-Masken aufziehen. Lediglich die medizinischen Einwegmasken sind zum Gebrauch erlaubt. Und nur diese werden vom Arbeitgeber zum Schutz vor Corona bereitgestellt.

Dass FFP2-Masken im Unternehmen verboten sind, darüber informierte ein Aushang bereits im Februar, der zu einem Infotext auch ein Bild einer durchgestrichenen FFP2-Schutzmaske zeigte. Im April ist das noch immer so. Zudem bestätigen mehrere Amazon-Mitarbeiter dies. Rechtlich ist Amazon mit dieser Regelung aber auf der sicheren Seite. Doch wie bereits Karl Lauterbach sagte, ist dieses Verhalten "unvertretbar" und "unethisch" – sicherlich in den Augen vieler Menschen.

Grund für FFP2-Maskenverbot bei Amazon

Doch warum überhaupt möchte der Konzern nicht, dass die Amazon-Beschäftigen FFP2-Masken tragen? Das hat einen Grund, der natürlich mit schneller Gewinnbringung zu tun hat. Wenn die Angestellten nämlich die besser als Einwegmasken schützenden FFP2-Mund-Nasenbedeckungen tragen würden, bräuchten sie mehr Pausen: Laut der Empfehlung der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung sind diese Masken nach 75 - 120 Minuten bei körperlich schwerer Arbeit für eine halbe Stunde abzunehmen. Drei Stunden könnten sie höchstens bei leichter körperlicher Arbeit getragen werden. Das bedeutet also: Würde Amazon das Tragen von FFP2-Masken gestatten, würden für die Mitarbeiter mehr Pausen nötig sein – und das kostet bekanntermaßen Zeit und Geld.

Ein anderes Amazon-Logistikzentrum, das sich in Leipzig befindet, hat da eine andere Regelung getroffen – auch wenn diese nicht wesentlich besser ist. Denn den Mitarbeitern/innen werden zwar die Pausen gestattet, aber damit haben sie auch kein besseres Los gezogen. Sie müssen die Pausenzeiten mit Stunden von ihrem Überstundenkonto ausgleichen. Das kann es doch echt nicht sein, oder?

Amazon hat mit dem FFP2-Maskenverbot für seine Mitarbeiter/innen mal wieder für Negativschlagenzeilen gesorgt. Es ist nämlich keine Neuigkeit, dass Amazon immer mal wieder in der Kritik steht. Erst vor Kurzem wurde Amazon Erschreckendes vorgeworfen: Angestellte müssen in Kaffeebecher und Co urinieren, hieß es da.

Sollte Ihr Arbeitgeber Ihnen den Schutz vor Covid-19 völlig verwehren, müssen Sie das keinesfalls hinnehmen. Sie haben gewisse Rechte. Diese zu kennen, kann in vielen Lebenslagen hilfreich sein. Haben Sie bei diesem Thema noch Nachholbedarf? Dann hilft Ihnen unsere Themenseite Ratgeber Recht weiter.

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