Aktualisiert: 24.04.2021 - 22:03

Der Schauspieler im Interview Wolfgang Stumph: Meine Tochter imponiert mir

Von Wibke Thiedemann

Wolfgang Stumph und Tochter Stephanie sind ein Herz und eine Seele. Im Interview spricht der Schauspieler über ihre besondere Bindung zueinander.

Foto: IMAGO / Future Image

Wolfgang Stumph und Tochter Stephanie sind ein Herz und eine Seele. Im Interview spricht der Schauspieler über ihre besondere Bindung zueinander.

Diese zwei sind ein Spitzen-Team. Als Vater und Tochter im echten Leben – und vor der Kamera im ZDF-Krimi "Stubbe". Zum 75. Geburtstag von Wolfgang Stumph gabs ein Wiedersehen im TV.

Wolfgang Stumph ist am 31. Januar 1946 in Wünschelburg (heute Radków in Polen) geboren. In jungen Jahren absolvierte der Schauspieler eine Lehre als Kesselbauer sowie ein Studium der Ingenieurpädagogik, bevor er 1979 sein Schauspielstudium abschloss. Seinen Durchbruch erlangte Wolfgang Stumph 1991 mit "Go Trabi Go". Mit seinen TV-Satire-Sendungen, zum Beispiel "Salto Postale" (1993-2004), hatte er großen Erfolg. Seit 1995 ist er Teil der ZDF-Serie "Stubbe" Der Schauspieler lebt mit seiner Ehefrau Christine in Dresden. Er hat zwei Kinder: Thomas (50) und Stephanie (36), letztere ist ebenfalls Teil der ZDF-Serie "Stubbe".

Im Interview mit BILD der FRAU spricht Wolfgang Stumph über sein Karriereende und sein ganz besonderes Verhältnis zu Tochter Stephanie.

Wolfgang Stumph im Interview: Stubbe ist im Unruhestand

BILD der FRAU: Lieber Herr Stumph, in Ihrem neuen "Stubbe"-Krimi dürfen Sie nur im Hintergrund beim Ermitteln zusehen..

Wolfgang Stumph: Ganz genau. "Stubbe" ist jetzt, wie Stumph auch, im Unruhestand. Diesmal sind die starken Frauen im Mittelpunkt. Die von starken Schauspielerinnen gespielt werden

Und das liegt Ihnen sehr am Herzen, oder?

Na klar. Ohne Frauen wären wir nichts. Das spiegelt sich auch in der Fernsehfamilie wider … Ich habe immer versucht, in meinen Filmen ein gesellschaftliches Spiegelbild zu zeichnen. Diesmal geht es um einen Pflegeskandal und die Frage: Was müssen Pflegekräfte Übermenschliches leisten und unter welchen Bedingungen? Das interessiert "Stubbe" und Stumph.

Macht Ihnen das Pflegethema auch persönlich Angst?

Als wir diesen Stoff mit Peter Kahane entwickelten, war uns Corona noch kein Begriff, aber die Wichtigkeit der Pflegeberufe in den Mittelpunkt zu stellen war uns schon damals ein Anliegen. Wir wollten einerseits die Achtung vor deren Leistung zeigen, aber auch die möglichen Fehler in den Strukturen offenlegen: bedenkliche Zustände, Qualifizierung, Zeitarbeit, Bezahlung. Und: dass die schwere Arbeit am Patienten fast nur von Frauen geleistet wird.

Wolfgang Stumph und seine Tochter Stephanie sind das perfekte Duo vor und hinter der Kamera

Lassen Sie uns über Ihre Zusammenarbeit mit Tochter Stephanie reden.

Ich spüre, dass wir eine gegenseitige hohe Achtung voreinander haben – nicht nur als Kollegen. Sie agiert auf Augenhöhe. Und sie kommt sehr gut und sehr lange schon alleine klar, weshalb ich nur ganz selten und vorsichtig Kritik äußern würde. Sie macht alles auf ihre Art – unumwunden, ehrlich, aber nie verletzend, sondern stets sehr charmant. Wirklich cool, wie sie sich von nichts verführen lässt, wie sie mit ihrem Ehrgeiz und ihrem Erfolg umgeht. Das imponiert mir sehr.

Tauschen Sie auch mal die Rollen, übernimmt Stephanie jetzt öfter die "Führung"?

Ich bin eine Ich-AG und suche mir immer gute Partner. Und sie hat gute Partner (lacht). Aber ich lerne von ihr eine ganz neue Sichtweise, eben die einer Mittdreißigerin. Es beeindruckt mich, wie selbstbewusst Stephanie Entscheidungen trifft.

Zum 75. Geburtstag kehrte Wolfgang Stumph noch einmal an das Set von "Stubbe" zurück

Sie feierten dieses Jahr 75. Geburtstag – sind Sie noch immer im "Unruhestand"?

Wissen Sie, das hat mit meinen Wurzeln zu tun. Dem Alleinsein, dem Durchstrampeln als Schlüsselkind. Ich bin aufgewachsen ohne Geschwister, ohne Vater oder Großeltern. Daraus resultiert meine Lebenshaltung. Selbermachen – und nicht mit sich machen lassen.

Und wie geht’s Ihnen mit der 75?

Ich verhalte mich nicht entsprechend meinem Alter. Ich bin immer noch dieser unruhige und manchmal auch sture große Rotzjunge, der sich durchs Leben gebissen hat und anecken will, um sich und andere zu bewegen.

Auf unserer Themenseite finden Sie weitere tolle Interview mit Ihren Stars und Sternchen.

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Schauspielkollege Bjarne Mädel kann auch mal romantisch: Uns verrät er exklusiv, was wahre Romantik für ihn bedeutet!

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