Aktualisiert: 25.04.2021 - 21:32

Tamara Röske im Interview Model und Schauspielerin mit Downsyndrom: "Ich lasse mir keine Grenzen setzen"

Tamara Röske liebt das Modeln und Schauspielern – für die Zukunft hat sie große Pläne.

Foto: Dr. Yvonne Thöne

Tamara Röske liebt das Modeln und Schauspielern – für die Zukunft hat sie große Pläne.

Diese Stuttgarter Powerfrau sollte man kennen. Denn die Schauspielerin, die zugleich als Model arbeitet, ist auf dem Weg steil nach oben. Erst hat sie an der Seite von Elyas M'Barek gespielt, dann zusammen mit Florian Silbereisen gedreht. Wir sind uns sicher: Von Tamara Röske werden wir noch oft etwas hören. Lernen auch Sie sie jetzt kennen!

Model und Schauspielerin Tamara Röske kennen Sie ganz sicher. Oder haben Sie das Kino-Highlight "Fack ju Göhte" nicht gesehen? Im dritten Teil der erfolgreichen Filmreihe hat die 25-Jährige an der Seite von Elyas M'Barek gespielt. Haben Sie diesen Kino-Hit verpasst, kennen Sie die aufgeweckte junge Frau bestimmt vom "Traumschiff", das letztes Jahr an Weihnachten im TV lief. Mittlerweile startet die Stuttgarterin voll durch. Zur Schauspielerei hat sie das Modeln für sich entdeckt. Ihr Instagram-Account ist bunt und spannend – sogar auf ein Cover einer Fotozeitschrift hat sie es schon geschafft, wie dort zu sehen ist.

Model und Schauspielerin Tamara Röske: Eine inspirierende junge Frau, die niemals aufgibt

Es wurde also langsam Zeit, dass auch BILD der FRAU diese interessante Persönlichkeit genauer kennenlernt. Tamara Röske hat uns im Interview ein paar Fragen aus vielen unterschiedlichen Themenfeldern beantwortet. Dabei wurde schnell klar, dass die lebensbejahende junge Frau noch viel vor hat: große Träume, die sie weiter eifrig verfolgen wird. Grenzen lässt sie sich nicht setzen. Downsyndrom? Na und! Tamara Röske steckt voller Ehrgeiz und Mut, Neues auszuprobieren. Aufgeben – das Wort kennt sie nicht. Aber lesen Sie selbst, warum diese hübsche Schauspielerin einen mit ihrer Einstellung mitreißt und wie weit sie mit ihrer Botschaft schon gekommen ist, allen zu zeigen, dass man mit Downsyndrom glücklich leben kann.

Model und Schauspielerin Tamara Röske im BILD der FRAU-Interview

Du modelst und schauspielerst. Was machst Dir davon am meisten Spaß und warum?

Ich finde beides toll! Beim Modeln kann ich tolle Kleidung tragen, werde geschminkt und kann oft in andere Städte reisen. Das macht mir großen Spaß. Beim Schauspielern geht es viel um Textlernen und das Zusammenspiel mit den Filmpartnern. Im Gegensatz zum Modeln ist es hier wichtig, eben nicht zu modeln, sondern natürlich zu wirken. Beides ist aufregend.

Du hast zusammen mit Elyas M'Barek für "Fack ju Göhte 3" gedreht. Wie ist es, neben einem solchen Frauenschwarm vor der Kamera zu stehen? Warst Du sehr aufgeregt vor dem Dreh?

Ein bisschen war ich schon aufgeregt. Vor allem, als ich die erste "Klappe" vor der Nase hatte. Da war auf einmal der Text weg. Aber dann ging es gut und Elyas war total lieb und nett mit mir. Wir hatten sehr viel Spaß am Set.

Du hast beim "Traumschiff" eine Hauptrolle gespielt. Wie anstrengend war der Dreh? Hast Du es aufgrund Deines Handicaps bei der Schauspielerei schwerer als andere oder geht Dir alles leicht von der Hand?

Ich hatte ganz großes Glück, mit der Regisseurin Laura Thiess eine wirklich einfühlsame und liebevolle Regisseurin zu haben. Sie hat mit mir das ganze Drehbuch gelesen, und so konnten wir schwierige Textpassagen gleich besser auf mich anpassen. Sie war wirklich toll und hat mich auch während der Dreharbeiten immer unterstützt. Den Text habe ich überwiegend mit meiner Mutter geübt. Das war schon zuweilen anstrengend. Aber ich habe nie aufgegeben und immer wieder wiederholt, so lange, bis der Text gesessen hat. Aber ich habe gelernt, dass auch die anderen Schauspieler zuweilen ihren Text vergessen oder verdreht haben. Alles ganz normal. Drehtage können schon lange und anstrengend sein, aber ich habe jeden Tag genossen. Das ganze Team war super, und wir hatten auch außerhalb des Drehs immer großen Spaß miteinander.

Tamara Röskes Traum: Einmal mit Til Schweiger drehen

Wie sehen Deine beruflichen Pläne für die Zukunft aus?

Tja – ich würde so gerne mal bei einer großen Modeschau, wie z. B. der Fashion Week, mitlaufen und auf jeden Fall weiter als Model arbeiten. Beim Schauspielern wünsche ich mir, einmal mit Matthias Schweighöfer oder Til Schweiger zu drehen. Das ist ein großer Wunsch von mir.

Auf Instagram sieht man Dich neben Peyman Armin, einem ehemaligen "Germany’s Next Topmodel"-Juror. Könntest Du Dir vorstellen, an der Modelshow von Heidi Klum teilzunehmen?

Das würde ich sehr gerne. Ich finde die Shootings sensationell und wäre bei den ausgefallenen Shootings von "Germany's Next Topmodel" gleich mit dabei! Mittlerweile ist ja auch dort das Thema "Diversität" angekommen. Dennoch ist die Chance auf Erfolg in diesem Format für mich als eher gering einzustufen.

Du hast einen Freund. Wie sehr unterstützt er Dich in Deinem Vorhaben?

Er findet toll, was ich mache. Aber aufgrund von Corona sehen wir uns seit Monaten nicht und schreiben uns eben nur.

Du wolltest ausziehen. Bist Du diesem Ziel schon nähergekommen?

Oh nein – das ist während dieser Zeit, in der sich alles nur um Schutz vor Corona dreht, unmöglich! Ich bin noch zu Hause, bei meinem Bruder und meiner Mutter. Das ist völlig ok.

Tamara Röske und ihre Mutter – ein unschlagbares Team

Du scheinst eine sehr enge Beziehung zu Deiner Mutter zu haben. Auf Instagram sieht man euch mehrmals zusammen als Team, sie ist auch Deine Ghostwriterin für Dein Profil. Wie dankbar bist Du Deiner Mutter?

Meine Mutter ist der wichtigste Mensch in meinem Leben. Sie supportet mich, ist die Ansprechpartnerin für alle meine Jobs, begleitet mich überall hin und ist immer für mich da. Wir sind wie "beste Freundinnen".

Du hast trotz Handicap so viel erreicht, wovon andere nur träumen können. Siehst Du irgendwo Grenzen? Gibt es etwas, was Du meinst, nicht schaffen zu können?

Ich lasse mir keine Grenzen setzen. Alles wird ausprobiert und ich habe sehr viel Ehrgeiz! Damit habe ich auch schon oft meine Mutter überrascht. Aufgeben ist für mich keine Option!

Du möchtest der Welt zeigen, dass man mit Downsyndrom glücklich leben kann. Ist Dir diese Mission aus deiner Sicht schon gelungen?

Oh ja!!! Ich bekomme so zahlreiche Zuschriften von so vielen Menschen, die es super finden, was ich mache, von Eltern, die Zuversicht für ihr eigenes Kind mit Downsyndrom bekommen, die mir schreiben, wie viel Mut ihnen meine Arbeit macht. Das macht mich schon auch stolz.

Wie geht es Dir nach einem Jahr Corona-Krise? Wie sehr macht Dir der Lockdown privat und beruflich zu schaffen?

Es ist schon schwer für mich. Ich habe eigentlich einen vollen Terminplan, da ich außerdem noch Klarinette in zwei Orchestern spiele, im Schwimmverein bin, Leichtathletik betreibe und auch reite. Leider findet das allermeiste davon nicht oder nur als Onlinetraining statt. Das einzige, was ich mittlerweile tun kann, ist reiten. Mir fehlen meine Freunde und der direkte Kontakt. Die Feste, die Auftritte und Wettkämpfe. Außerdem habe ich bei meiner Arbeitsstelle Kurzarbeit, und auch das macht mich manchmal traurig. Daher hoffe ich, dass durch die Impfungen bald wieder etwas mehr Normalität in mein Leben kommt.

So geht das Model mit Hetze im Internet um

Hass im Netz ist leider immer noch allgegenwärtig. Hast Du damit auch schon Erfahrungen sammeln müssen?

Ach – das passiert zuweilen schon. Aber ich höre einfach nicht hin. Das ist das Beste.

Was machst Du am liebsten in Deiner Freizeit?

Meine Tage sind eigentlich immer voll: Ich spiele Klarinette in zwei Orchestern und bekomme noch Einzelunterricht, ich schwimme und nehme auch an Wettkämpfen teil, außerdem habe ich noch mit Leichtathletik begonnen. Einmal die Woche gehe ich zum Westernreiten, und wenn dann noch Zeit übrig bleibt, gehe ich mit meiner Mutter ins Sportstudio. Das macht mir alles großen Spaß.

Wovor hast Du Angst?

Derzeit: Corona.

Hast Du ein Lebensmotto?

Glücklich sein!

Gefällt es Dir, in der Öffentlichkeit zu stehen, oder wird es Dir auch manchmal zu viel?

Ich genieße jeden Augenblick in der Öffentlichkeit. Ich freue mich über Autogrammwünsche oder über Selfies. Das gehört zu meinem Job einfach dazu, und die Menschen freuen sich immer so sehr darüber.

Tamara Röskes Motto: "Ich schaffe das schon!"

Hast Du Lampenfieber, bevor du ans Set gehst? Gibt es bestimmte Rituale, Die Dir davor helfen?

Ich bin eigentlich selten aufgeregt. Die Freude überwiegt meistens! Mein Motto lautet: Ich schaffe das schon!

Hast Du eine Botschaft an diejenigen, die auch mit dem Downsyndrom leben, oder an die Eltern derjenigen sowie an Personen, die in Bezug auf Menschen mit Handicap Berührungsängste haben?

Das ist schwierig, denn jeder Mensch ist anders, und was mir Freude macht, macht anderen vielleicht Angst. In Bezug auf Berührungsängste kann ich nur sagen: Habt einfach keine! Ich bin in erster Linie ein Mensch und möchte so auch behandelt werden.

Na, sind Sie nun auch beeindruckt von dieser starken Frau? Noch mehr beeindruckende Persönlichkeiten finden Sie auf unserer Themenseite. Lernen Sie doch beispielsweise mal Tina Sohrab kennen. Die blinde Beauty-Influencerin, die Schminkkurse auf Youtube gibt, kann Ihnen sicher noch ein paar tolle Make-up-Trends zeigen.

Modelfotos, Aufnahmen vom "Traumschiff"-Dreh am Set, Bilder von ihrer Leidenschaft dem Reiten und vieles mehr sind auf Tamara Röskes Instagram-Account zu finden. Was derzeit andere Schauspieler/innen und Models auf der beliebten Foto-Plattform so treiben, lesen Sie auf unserer Themenseite Instagram.

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