15.04.2021 - 08:23

Pflicht zur App IKEA setzt auf Luca-App – und löst Shitstorm aus

Von der Redaktion

Die Luca-App soll die Kontaktnachverfolgung im Fall einer Coronavirus-Infektion vereinfachen. Als eines der ersten Unternehmen machte Ikea die App zur Pflicht – prompt hagelte es Kritik.

Foto: imago images/Rüdiger Wölk

Die Luca-App soll die Kontaktnachverfolgung im Fall einer Coronavirus-Infektion vereinfachen. Als eines der ersten Unternehmen machte Ikea die App zur Pflicht – prompt hagelte es Kritik.

In einigen Ikea-Filialen wird die Luca-App zur Kontaktnachverfolgung jetzt zur Pflicht. Viele meldeten Bedenken an...

Die Kontaktverfolgungs-App Luca wird derzeit als vielversprechende Alternative zur offiziellen Corona-Warn-App gehandelt. Sie ist direkt mit den Gesundheitsämtern verbunden und soll diese so entlasten. Die Funktionsweise ist einfach: Wer eine Einrichtung besucht, checkt zuvor mit seinem Smartphone ein. Stellt man später eine Corona-Infektion bei sich fest, benachrichtigt die App alle Personen, die ebenfalls eingecheckt waren. So soll die Kontaktnachverfolgung in Restaurants, Kulturstätten, Geschäften etc. vereinfacht und eine Alternative zur Holzhammermethode Lockdown aufgezeigt werden. Einer der Ersten, der auf die Luca-App setzt, ist Ikea. Der Möbelgigant macht die App zur Pflicht – prompt rollte eine Entrüstungswelle über Ikea hinweg.

Ikea: Kein Besuch ohne Luca-App

Der Besuch bei Ikea ist durch die Pandemie deutlich komplizierter als früher. Auf der Website des Unternehmens wird darauf hingewiesen, dass an den verschiedenen Standorten unterschiedliche Bedingungen für den Einlass gelten, zum Beispiel ein negativer Corona-Test, die Registrierung und Nutzung der Luca-App oder sogar mehrere Voraussetzungen gleichzeitig.

In den Ikea-Einrichtungshäusern in Berlin kann man seit dem 14. April ohne Termin einkaufen – dafür müssen Besucher einen negativen Covid-19-Test vorweisen können, eine FFP2-Maske tragen und die Luca-App nutzen. Wer diese heruntergeladen und sich registriert hat, kann im Eingangsbereich des Geschäfts einen QR-Code abscannen und so offiziell einchecken. Diese Vorgabe gefiel einigen gar nicht – überall im Netz stieß man gestern auf harte Kritik an Ikeas Pflicht zur Luca-App.

Datenschutzmängel bei der Luca-App?

Das Hauptbedenken vieler war dabei die Sicherheit der eigenen Daten, denn im Gegensatz zur Corona-Warn-App ist bei Luca die Eingabe personenbezogener Daten wie der Telefonnummer erforderlich. Zwar haben weder die Luca-Betreiber noch die Mitarbeiter der besuchen Orte Zugriff darauf, doch die Gesundheitsämter, mit denen Luca verbunden ist, können im Fall einer Infektion mit dem Coronavirus darauf zugreifen. Bemängelt wird insbesondere, dass die Daten der Nutzer zentral im Luca-System gespeichert werden. Wie unter anderem RTL berichtete, verlangen Datenschützer hier bereits seit Längerem Nachbesserungen.

Unter anderem hatte die europäische Hackervereinigung "Chaos Computer Club" gefordert, den Einsatz der Luca-App aufzuschieben. Die App dürfe nicht zur Voraussetzung werden, um am normalen Leben teilnehmen zu können.

Ikea: Es gibt auch analoge Notlösungen

Müssen wir uns also zwischen einer Perspektive für mehr Normalität während der Pandemie und der Sicherheit unserer Daten entscheiden? Im Moment sieht es in der Tat so aus, als befänden wir uns – wie so oft in dieser Krise – mal wieder in einem Dilemma. Bleibt zu hoffen, dass die App schnell nachgebessert wird – bis dahin sind, wie Ikea auf eine Spiegel-Anfrage hin verlauten ließ, auch analoge Alternativen wie das Ausfüllen eines Kontaktdatenblatts möglich. Somit wären wir also wieder bei der Zettelwirtschaft vom letzten Sommer…

Mehr darüber, wie genau die Luca-App funktioniert, lesen Sie hier. Anfang März zeigte sich Olaf Scholz noch zuversichtlich, dass die Luca-App bald für alle verfügbar sein könnte. Davon sind wir nun offenbar doch noch ein Stück weit entfernt.

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