Aktualisiert: 14.04.2021 - 21:53

Ob das gelingt? Eltern-Kind-Paar will Recht auf Inzest-Hochzeit erstreiten!

Von der Redaktion

Was würde Justitia dazu sagen? Eine anonyme Person möchte vor dem Bundesgerichtshof New York das Recht auf eine Eltern-Kind-Heirat durchsetzen. So argumentiert sie für die Inzest-Hochzeit...

Foto: Getty Images/ Thorsten Nilson / EyeEm

Was würde Justitia dazu sagen? Eine anonyme Person möchte vor dem Bundesgerichtshof New York das Recht auf eine Eltern-Kind-Heirat durchsetzen. So argumentiert sie für die Inzest-Hochzeit...

In einem Schreiben an den New Yorker Bundesgerichtshof bittet ein Elternteil darum, sein Kind heiraten zu dürfen – mit diesen Argumenten.

Was Beziehungen zwischen Familienmitgliedern angeht, gelten in den USA klare Regeln: Inzest ist gesetzlich verboten. Wie genau Inzest aber definiert wird, regelt jeder Bundesstaat unterschiedlich. In manchen umfasst Inzest lediglich sexuelle Handlungen, in anderen gilt auch die Heirat oder das romantische Zusammenleben als Inzest. Im Bundesstaat New York dürfen Verwandte, die von ihrer Verwandtschaft wissen, weder sexuell miteinander verkehren noch heiraten. Dagegen soll nun vorgegangen werden: Offenbar möchte ein Eltern-Kind-Paar das Recht auf eine Inzest-Hochzeit einklagen.

Wenn Eltern und Kinder heiraten wollen: Inzest-Paar will Hochzeit einklagen

Im Bundesstaat New York ist Inzest illegal, sowohl die Heirat als auch sexuelle Handlungen stehen unter Strafe. Inzestuöse Handlungen sind als ein Verbrechen der Klasse E definiert, das bedeutet, sie können mit einem bis fünf Jahren Haft oder einer Geldstrafe von maximal 250.000 Dollar geahndet werden. Außerdem werden inzestuöse Eheschließungen nicht anerkannt.

Gegen diese Gesetzeslage möchte ein Inzest-Paar jetzt klagen. In einem Schreiben an den Bundesgerichtshof New York bat ein Elternteil um die Erlaubnis, sein Kind heiraten zu dürfen. Ob es sich dabei um einen Vater oder eine Mutter und um einen Sohn oder um eine Tochter handelt, ist nicht bekannt – der Verfasser des Antrags möchte verständlicherweise anonym bleiben. Schließlich weiß die Person genau, dass "ein großer Teil der Gesellschaft diese Handlung als moralisch, sozial und gesellschaftlich abstoßend" ansieht.

Kein Nachwuchs möglich: Rechtfertigt das die Hochzeit?

Das Konterargument des Verfassers: Es handle sich bei den beiden Heiratswilligen um erwachsene Personen und die Angelegenheit sei eine Frage der "persönlichen Eigenverantwortung". "Durch das Band der Ehe können zwei Personen eine höhere Ebene des Ausdrucks, der Intimität und der Spiritualität erreichen – ganz gleich, in was für einer Beziehung sie sonst zueinander stehen", heißt es in dem Schreiben. Weiterhin könnten sich die beiden potentiellen Ehepartner nicht fortpflanzen, wodurch die Gefahr inzestuösen Nachwuchses gebannt sei.

Einen Heiratsantrag hat das betroffene Elternteil übrigens noch nicht gemacht. Dies würde in Anbetracht der aktuellen Gesetzeslage "emotionalen Schaden" mit sich ziehen. Nichtsdestotrotz bleibt die Ehe das erklärte Ziel des Antragstellers – könnte diese nicht zustande kommen, würde ihm dies "die Menschlichkeit absprechen".

Warum ist Inzest verboten?

Auch in Deutschland ist Inzest zwischen Personen, die in gerader Linie miteinander verwandt sind, verboten. Dies betrifft zum Beispiel Eltern und Kinder, Großeltern und Enkelkinder oder Geschwister. Die Ehe zwischen Cousins ersten Grades ist hingegen erlaubt.

Inzest ist in erster Linie verboten, um zu verhindern, dass kranker Nachwuchs gezeugt wird. Deshalb steht in Deutschland auch ausschließlich der inzestuöse Vaginalverkehr unter Strafe. Die gesellschaftliche Ächtung inzestuöser Verhältnisse dürfte aber mittlerweile eine noch größere Rolle für das Verbot spielen.

Quellen: nypost.com, criminaldefenselawyer.com, nysenate.gov

Selbst in Staaten mit einem restriktiven Abtreibungsgesetz ist der Schwangerschaftsabbruch wegen Inzest häufig erlaubt. Hier soll sich das ändern: Der US-Bundesstaat Arkansas will Abtreibungen nach Vergewaltigung oder Inzest verbieten.

Auch diese Beziehung sorgte für Aufruhr: Die Lehrerin Mary Kay LeTourneau hatte ein Verhältnis mit ihrem Schüler.

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