Aktualisiert: 18.04.2021 - 21:24

Autohersteller gendert Audi-Mitarbeiter heißen jetzt "Audianer_innen"

Von der Redaktion

"Liebe Audianer_innen...": Audi hat im Konzern genderneutrale Sprache eingeführt.

Foto: Getty Images/ Alexander Hassenstein

"Liebe Audianer_innen...": Audi hat im Konzern genderneutrale Sprache eingeführt.

Audi nutzt ab sofort geschlechterneutrale Sprache! Der Autokonzern gendert seit März und nennt Mitarbeiter nun "Audianer_innen". Alle Details.

Wie schafft man es, alle Geschlechter gleichberechtigt anzusprechen? Diese Frage wird seit Jahren in der Gesellschaft diskutiert. Gendergerechte Sprache soll dabei helfen, dass sich niemand ausgegrenzt oder diskriminiert fühlt. In der breiten Masse hat sich das noch nicht komplett durchgesetzt, doch erste Unternehmen ziehen nun mit. Autohersteller Audi hat beschlossen, dass Audi-Mitarbeiter nun "Audianer_innen" genannt werden.

Audi gendert: Autokonzern nennt Mitarbeiter "Audianer_innen"

Über die neue Ansprache berichtete bereits die "Augsburger Allgemeine". Die neue Regelung ist demnach alles andere als ein Schnellschuss, bereits seit vor einem Jahr wurden die Richtlinien von einer Projektgruppe ausgearbeitet. Gültig sind diese seit dem 1. März in der internen und externen Kommunikation.

Mehr Gleichberechtigung auch in Englands Krankenhäusern: Dort soll "Muttermilch" umbenannt werden in "Menschenmilch".

Ein internes Dokument mit dem Titel "Vorsprung beginnt im Kopf" zeigt weitere Möglichkeiten auf, wie man genderneutrale Sprache anwenden kann. Neben der sogenannten Gendergap, die alle Geschlechter sichtbar macht wie im Wort "Audianer_innen", werden beispielsweise neutrale Bezeichnungen oder Partizipformen und Passivkonstruktionen empfohlen.

VW prüft, genderneutrale Sprache zu nutzen

Personalchefin Sabine Maaßen sagte der "Augsburger Allgemeinen": "Wertschätzung, Offenheit, Verantwortung und Integrität sind die Basis unserer Unternehmenskultur, dies machen wir auch in unserer Sprache deutlich."

Bisher hebt sich Audi mit den neuen Sprachrichtlinien vom Mutterkonzern Volkswagen ab. Dort wird in der Kommunikation nach außen noch keine genderneutrale Sprache genutzt. Laut einer VW-Sprecherin werde aktuell aber geprüft, "wie sich diversitysensible Sprache nachhaltig umsetzen lässt".

Es könnte also sein, dass künftig immer mehr Unternehmen nachziehen und das Gendern einfordern.

Sexismus in der Sprache: Zu viel wird unreflektiert weitergegeben! Mehr dazu lesen Sie hier.

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