10.04.2021 - 14:31

Die Zinsen steigen Wer spart, wird bestraft: So viele Banken erheben bereits Strafzinsen!

Es lohnt sich heutzutage nicht wirklich, das Geld einfach von einer Bank verwahren zu lassen. Das bedeutet der Negativzins und so hat sich die Situation seit Corona für die Sparer verschlechtert.

Foto: Getty Images / Stadtratte

Es lohnt sich heutzutage nicht wirklich, das Geld einfach von einer Bank verwahren zu lassen. Das bedeutet der Negativzins und so hat sich die Situation seit Corona für die Sparer verschlechtert.

Das kann doch nicht wahr sein, denkt man sich da. Wer sein Geld in unsicheren Zeiten lieber auf die hohe Kante legt, hat weniger davon als gedacht. Der Hintergrund.

Echt jetzt? Wer sein Geld anlegt, um für das Alter vorzusorgen oder einfach etwas anzusparen, wird von den Banken mit Strafzinsen bedacht. Die sind in den ersten Monaten des neuen Jahres auch noch kräftig gestiegen. Das müssen Sie als Sparer wissen!

Wer spart, wird bestraft: So viele Banken erheben bereits Strafzinsen!

Die Kreditinstitute scheinen Sparer von größeren Summen zu bestrafen, indem sie sogenannte Strafzinsen erheben. Das Problem, die sind seit beginn 2021 kräftig gestiegen. Und: Immer mehr Banken machen sich diese Zusatzeinnahmen zunutze.

Die Corona-Pandemie hat die Welt noch immer fest im Griff und sorgt für Verunsicherungen. Auch deshalb sparen immer mehr Menschen ihr hart verdientes Geld. Das Problem: Dieses Verhalten kann am Ende des Monats zu einem Minusgeschäft werden.

Sage und schreibe 300 Banken und Sparkassen verlangen von Anlegern inzwischen vor allem für Tagesgelder ein sogenanntes Verwahrentgelt, das in der Regel 0,5 Prozent beträgt. Diese Ergebnisse präsentierte jetzt das Vergleichsportal Verivox. Nach Stand vom 9. April haben in den ersten 100 Tagen des laufenden Jahres mehr als 100 Banken und Sparkassen diese Strafzinsen eingeführt.

Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich GmbH, sagte gegenüber der dpa Nachrichtenagentur: "Aktuell kommen nahezu täglich weitere Banken hinzu". Er schätzt, dass die Pandemie den Trend beschleunigt habe: "In der Pandemie legen viele Verbraucher ihr Geld lieber aufs Konto, statt es auszugeben. Für Banken ist das ein Problem, denn sie zahlen selbst Strafzinsen auf überschüssige Einlagen", so Maier. "Je mehr Spargelder sie annehmen müssen, desto größer wird der Druck auf die Kreditinstitute, diese Kosten an ihre Kunden weiterzugeben."

2020 war ein Rekordjahr bei der Sparquote

Satte 16,3 Prozent Sparquote verzeichnete Deutschland in 2020: Das Bedeutet, dass von 100 Euro Einkommen im Durchschnitt ca. 16 Euro auf die hohe Kante gelegt wurden. Die Banken, die 0,5 Prozent Zinsen zahlen müssen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Europäischen Zentralbank (EZB) hinterlegen, geben somit diese Belastung an Ihre Kunden als Negativzins weiter.

Ab welcher Summe gelten Strafzinsen?

Während vor 2020 Banken vor allem bei bedeutenden Sparsummen ab 100.000 Euro Strafzinsen erhoben wurden, werden jetzt laut dem Vergleichsportal von mindestens 95 Geldinstituten schon ab einer Einlage von 50.000 Euro Negativzinsen berechnet.

Auch andere Banken schließen eine niedrigere Sparschwelle zur Berechnung von Strafzinsen nicht aus.

Privatkunden-Vorständin der Commerzbank, Sabine Schmittroth, sagte dem "Handelsblatt" gegenüber: "An die breite Privatkundschaft werden wir keine Negativzinsen weitergeben. Aber die Frage ist, wo das Ende der Breite ist. Daher werden wir uns die Höhe der Freibeträge immer wieder anschauen."

Das sagen Verbraucherschützer zu den Negativzinsen

Verbraucherschützern betonen, dass Negativzinsen bei Bestands- und Neukunden nur zulässig seien, wenn dieses sogenannte "Verwahrentgelt" mit ihnen genauso vorher vereinbart wurde. Zur Erhebnung des Strafzinses sei es nicht ausreichend, wenn das Geldinstitut nur seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen anpasse.

Zur Datenerhebung: Verivox wertete Preisaushänge von ca. 1300 Banken und Sparkassen aus. Laut Verivox würden 18 Geldhäuser eine Gebühr für das normalerweise kostenfreie Tagesgeldkonto erheben. Dieses Prozedere käme einem faktischen Negativzins gleich.

Wichtig zu wissen: Strafzinsen werden vor allem für Tagesgeld, aber auch für Giro- und Verrechnungskonten erhoben.

Hier finden Sie die komplette Datenauswertung bei Verivox.

Quelle: t-online.de, dpa, verivox

Fleißige Sparer ärgern sich über diese Entwicklung, welche Änderungen erwarten uns im April noch?

Schon gewusst? So viel sollten Sie im Monat sparen.

Apropos sparen und vorsorgen: Nach dem Aussetzen der Riester-Reform ist das Vorsorge-Modell unbeliebter denn je.

Sparen ist sinnvoll: Erfahren Sie hier alles über Pfandbon, Gutscheine, Pakete und Co: Das sind die 7 häufigsten Kundenirrtümer.

Und wie sieht das mit Boni aus? Wann kommt der neue 150-Euro-Kinderbonus? Augen auf auch bei den Handelspreisen bei Rossmann und Co: Warum sich die Preise von Filiale zu Filiale oft unterscheiden!

Sie wollen mehr über die Praktiken der Banken erfahren? 8 Irrtümer über das Girokonto: Wir stellen bekannte Konto-Mythen richtig! Und was passiert eigentlich beim Bonitätscheck genau?

Weitere hilfreiche Artikel finden Sie auf unserer Themenseite Spartipps.

Familie und Leben

Familie und Leben

Alles rund um Haus & Garten, Wissenswertes aus dem Alltagsleben und Ratgeberthemen sehen Sie in den Videos.

Beschreibung anzeigen
Eine Webseite der FUNKE Mediengruppe