Aktualisiert: 09.04.2021 - 19:02

Digitaler Wandel Ein Hoch auf die Digitalisierung: Regierung von Oberfranken stellt auf fünfstellige Faxnummern um!

Sieht so die Digitalisierung aus? Die Regierung von Oberfranken setzt weiter auf das gute, alte Fax-Gerät. Und damit ist die Behörde nicht allein...

Foto: Getty Images/ alxpin

Sieht so die Digitalisierung aus? Die Regierung von Oberfranken setzt weiter auf das gute, alte Fax-Gerät. Und damit ist die Behörde nicht allein...

Liebevoller Spott, amüsiertes Schmunzeln, aber auch virtuelles Augenverdrehen: So reagierte das Netz auf die Fax-News aus Oberfranken.

Es wäre eigentlich ein guter Aprilscherz gewesen: realistisch, lustig und dabei nicht zu gemein. Doch es war erst der 30. März, als die Regierung von Oberfranken eine Pressemitteilung veröffentlichte, deren Länge in keinem Verhältnis zu der Reaktion stand, die sie im Netz hervorrief. Der Inhalt der viel bespöttelten Nachricht: Die Regierung von Oberfranken stellt ihre Fax-Server von vierstelligen Fax-Nummern auf fünfstellige Fax-Nummern um. Ist das diese Digitalisierung, von der ständig alle sprechen?

Die Regierung von Oberfranken kann nicht aufs Fax verzichten

Die Pressemitteilung der Regierung von Oberfranken, die unter anderem im Neuen Wiesentboten veröffentlicht wurde, wird in beinahe entschuldigendem Ton eingeleitet: "Der Telefaxdienst ist in Zeiten der Digitalisierung und der E‑Mail zwar in gewisser Weise ein Überbleibsel aus der analogen Telekommunikationswelt", heißt es dort.

Doch sogleich folgt die Rechtfertigung dafür, dass auch im Jahr 2021 Zeit und Arbeitskraft in die Wartung des Kommunikationsmediums Fax investiert wird: Das Fax sei "nicht entbehrlich, weil das weit verbreitete Telefax von Bürgerinnen und Bürgern immer noch häufig genutzt wird". Es lässt sich nicht bestreiten: Trotz der zahlreichen neuen Kommunikationswege, die es mittlerweile gibt, hängen die Deutschen an ihrem Fax.

Der Bundestag verabschiedet sich vom Fax

Was die Nutzung des Fax-Geräts angeht, befindet sich die Regierung von Oberfranken in bester Gesellschaft: Auch im Bundestag war das Fax ein gern genutztes Kommunikationsmedium – aber nicht mehr lange. Wie die Saarbrücker Zeitung im Januar berichtete, sollen ab der kommenden Legislaturperiode die Fax-Geräte abgeschafft werden. Insbesondere junge Parlamentarier hatten sich darüber gewundert, in welchem Umfang das Fax-Gerät immer noch genutzt wird.

Im Gesundheitswesen kommt das Retro-Medium ebenfalls immer noch häufig zum Einsatz: Laut einer Umfrage des Technikmagazins Chip nutzen 22 Prozent der Arztpraxen das Fax für die Kommunikation mit Patienten, Apotheken und anderen Praxen. Zum Vergleich: 77 Prozent nutzen dafür das Telefon, nur 5 Prozent kommunizieren per E-Mail.

Endlich Ruhestand für die Brieftauben!

Im Bundestag wird das Fax also abgeschafft, die Regierung Oberfranken behält es bei. Nun gut, ihre Entscheidung. Doch wie nicht anders zu erwarten war, hatte das Internet, allen voran die Twitter-Community, einiges dazu zu sagen:

Als "das Silicon Valley Deutschlands" bezeichnete ein Nutzer Oberfranken ironisch, woraufhin ein anderer ergänzte: "Dank hochmodernster Technik können endlich die Brieftauben in den wohlverdienten Ruhestand gehen."

Während viele spöttelten und schmunzelten, zeigten sich andere genervt. Ein User bezeichnete die Fax-Gewohnheit nicht nur als "peinlich", sondern kritisierte auch die Ausrichtung der digitalen Infrastruktur am Fax-Gerät.

In Sachen Digitalisierung hat Deutschland einiges aufzuholen – zumindest die Post gibt ihr Bestes: So können Sie Ihre Briefe als digitale Kopie erhalten und das hat es mit dem neuen Code auf sich, der jetzt verschiedene Briefmarken ziert!

Mehr darüber, wie Corona für die Digitalisierung deutscher Haushalte sorgt, lesen Sie hier.

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