Aktualisiert: 08.04.2021 - 17:21

Viel Plastik, viel Virus Wie entsorgt man eigentlich Corona-Schnelltests?

Bei so einem Schnelltest kommt eine ganze Menge Müll zusammen. Wie entsorgt man die einzelnen Komponenten? Darf man trennen oder muss alles zusammen weg?

Foto: Getty Images/Alex Walker

Bei so einem Schnelltest kommt eine ganze Menge Müll zusammen. Wie entsorgt man die einzelnen Komponenten? Darf man trennen oder muss alles zusammen weg?

Bekannte Discounter hatten sie neulich im Programm, in Apotheken kann man sie kaufen, bei der Arbeit werden sie verteilt: Schnelltest-Kits sind praktisch und helfen, richtig angewendet, die Pandemie einzudämmen. Was aber zurückbleibt, ist jede Menge Müll, der zum ersten die Erde belastet und zum zweiten für uns eine viel unmittelbarere Gesundheitsgefahr darstellen kann.

Corona-Schnelltest-Kits kommen mit Tupfer, Tropfer, einem Flüssigkeitsbehälter und einer Testkassette daher. Haben sie ihren Auftrag erledigt, sind sie unbrauchbar – und im schlimmsten Fall sogar gefährlich, da potentiell ansteckend. Wie entsorgt man Corona-Schnelltests?

Corona: Schnelltests richtig entsorgen
Corona: Schnelltests richtig entsorgen

Corona-Schnelltest entsorgen: Einfach in den Hausmüll?

So ein Corona-Schnelltest besteht ja aus mehreren Einzelteilen: Da gibt's den Tupfer, mit dem man den Rachenabstrich nimmt, dann das Fläschchen mit der Pufferlösung, ein Tropfröhrchen, in das man die Pufferlösung gibt, um den Tupfer darin "auszuwaschen" und mit dem man dann zwei bis drei Tropfen auf die Testkassette gibt. Dazu noch eine Anleitung und eine Pappschachtel.

Da kommt ganz schön was an Müll zusammen. Müll, der potentiell infektiös sein könnte. Was also tun? Wie gewohnt trennen oder komplett in eine Tonne – aber wie? Oder muss der Schnelltest sogar in den Sondermüll?

Das Umweltbundesamt empfiehlt: Hausmüll ist okay...

Es gibt sogar eine offizielle Empfehlung des Umweltbundesamtes (⁠UBA⁠), erstellt zusammen mit dem Robert Koch-Institut (⁠RKI⁠) sowie Mitarbeiter:innen des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, dem Paul-Ehrlich-Institut, den Umweltministerien der Bundesländer Baden-Württemberg, Niedersachsen und Thüringen.

In den "Empfehlungen zum Umgang mit anfallenden Abfällen im Zusammenhang mit COVID-19" ist nicht nur von Impfstoff-Resten und Kanülen die Rede, sondern eben auch von Test-Abfällen. Und hier sind die Titel der Empfehlenden länger als die Empfehlung selbst, wenn es um Antigen-Schnelltests geht: Es sei davon auszugehen, dass gebrauchte Schnelltests nicht als gefährliche Abfälle unter AS 18 01 04 eingestuft werden müssten. Vielmehr können die Rachenabstrich-Schnelltests für Zuhause "gemeinsam mit Siedlungsabfällen" entsorgt werden. Sie dürfen also in den ganz normalen Hausmüll, genauer: in den Restmüll.

...aber bitte gut verpackt!

Eine Einschränkung gibt es da aber: Die benutzten Testkits müssen in einen möglichst reißfesten, tropfsicheren und dichten Beutel gepackt werden, der dann fest verschlossen wird, insbesondere wenn das Testergebnis positiv war. Auch Reste der Pufferlösung müssen fest und tropfsicher verpackt werden.

Spannend: In den Hausmüll dürfen auch benutzte Papiertaschentücher von an Covid-19 Erkrankten und andere Abfälle, jedoch muss alles fest verschlossen im Restmüll entsorgt werden. Selbst Bioabfälle müssen laut Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit im Restabfall entsorgt werden, ebenso Verpackungen und anderes Altpapier. Alles muss dabei "in stabile, möglichst reißfeste Säcke gegeben und anschließend fest verschlossen werden", zitiert der Abfallmanager Medizin. Auch Taschentücher sowie benutzte Mund-Nasen-Masken dürfen nicht einzeln, also unverpackt, in den Müll geworfen werden.

Aber was ist mit der Umwelt?

Überzeugten Mülltrennern treibt das natürlich die Tränen in die Augen. Alles in einen Beutel und in die Restmülltonne? Immerhin: Die Umverpackung und der Beipackzettel dürfen, wenn aus Papier, in die Papiertonne wandern. Kunststoffverpackungen, die nicht kontaminiert sein können, gehören in den gelben Sack, zitiert "Utopia" den Michael Jedelhauser, Referent Kreislaufwirtschaft beim Naturschutzbund Deutschland (NABU).

Nur wenn der Schnelltest positiv ausfällt, lieber alles zusammen in einen festen Beutel packen und über den Restmüll entsorgen – und dann selbst schnell los zum PCR-Test.

Schlägt der dann positiv an, und Sie begeben sich in häusliche Quarantäne, dann gilt tatsächlich: Über diese Zeit kommen alle Abfälle, mit denen Sie in Kontakt waren, in fest verschließbare Plastikbeutel und dann in den Restmüll. Das gilt insbesondere für benutzte Papiertaschentücher und andere Hygieneabfälle. Die dürfen auf keinen Fall in die Biotonne oder den Papiermüll gelangen – zum Schutz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Entsorgungsunternehmen vor dem Coronavirus.

Eine derzeit riesige Belastung sind allerdings Masken und Einweghandschuhe. Das Problem: Die Fasern in OP- und FFP2- Masken sind nicht recycelbar und gehören damit immer in die Restmülltonne – und auf keinen Fall in die Toilette! Eigentlich sollte man diese Einwegmasken auch regelmäßig tauschen. Es gibt aber einen Trick, die teuren FFP2-Masken zumindest ein paar Mal wieder aufzubereiten.

Und auch Einweghandschuhe gehören in den Restmüll – nicht aus Hygienegründen, sondern aufgrund ihrer Zusammensetzung. Sie bestehen aus Latex, Vinyl oder Nitril und sind keine Verpackung.

Mehr Infos für den Haushalt: Bei diesen Abfällen ist Vorsicht angebracht!

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